Peter Hauk hat am Freitag die Fleischwarenfabrik Adler besucht. Der Landesminister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zeigte sich beeindruckt, dass binnen so kurzer Zeit der Produktionsstandort wieder aufgebaut werden konnte. Bereits nach dem verheerenden Brand in der Fleischwarenfabrik Ende Mai 2021 hatte sich der Politiker ein persönliches Bild vom entstandenen Schaden gemacht.

„Ich hatte meine Zweifel daran, dass Sie hier tatsächlich in einem Jahr wieder einziehen können“, räumte der Minister ein. Im Hinblick auf rekordverdächtige drei Wochen, binnen derer erste Baugenehmigungen erteilt waren, lobte der Gast aus Stuttgart die Behörden.

„Zügige Baugenehmigungen funktionieren also nicht nur bei Tesla in Brandenburg“, sagte Hauk. Der Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner (CDU) nutzte ebenso wie die Landtagsabgeordneten Sabine Hartmann-Müller (CDU), Niklas Nüssle und Daniela Evers (beide Grüne) die Gelegenheit zu einer Visite in der Fabrik.

Das könnte Sie auch interessieren

Seit Juni produziert Adler wieder am Lindenbuck. Bis dahin war das Unternehmen auf Produktionsräume in Freiburg ausgewichen, was den pendelnden Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität abverlangte. Geschäftsführerin Marie-Luise Adler führte durch die neuen Produktionsräume, wo Kochschinken, Landjäger, Fanwürste für den Freiburger Sportclub sowie Lyoner für Wurstsalat hergestellt werden. Letzterer ist nach eigenen Angaben besonders im Sommer der Renner im Adlersortiment. 60 bis 70 Tonnen werden wöchentlich produziert.

„Die Prozesse werden hier nach und nach noch optimiert, weitere Schritte zur Automatisierung folgen demnächst“, erklärte die Geschäftsführerin. Der Wiederaufbau sei eine große Herausforderung gewesen, da die Technik zuvor über viele Jahre gewachsen war. Wo es möglich sei, nutze man Betriebsbereiche und Anlagen, die vom Brand verschont geblieben sind. Die Produktion für hochwertige Schinkenprodukte werde im nächsten Schritt vom Schinkenhof Achern nach Bonndorf zurück verlagert.

Absatz geht zurück

Erleichtert zeigt sich Marie-Luise Adler, dass sämtliche Kunden gehalten werden konnten. Gleichwohl verzeichne man einen Absatzrückgang von drei Prozent. Dieser könne allerdings auch verändertem Verbraucherverhalten infolge der allgemeinen Teuerung geschuldet sein.

Minister Hauk hatte viele Fragen. Die Unterstützung der Behörden während der Bau- und Umzugsphase interessierte ihn ebenso wie die Situation von Fachkräften sowie energetische Fragen oder Produktneuerungen, besonders im Hinblick auf sich veränderndes Konsumverhalten. Für die Behörden gab es ausschließlich Lob.

Der Fachkräftemangel sei für Fleischereibetriebe seit vielen Jahren ein Problem, erklärte Seniorchef Peter Adler. In der Schlachterei und Zerlegung arbeite man mit Fachkräften, ansonsten müssten stringente Prozesse dafür sorgen, dass auch mit angelernten Kräften die Qualität stimme. Viele Arbeitskräfte kommen aus anderen europäischen Ländern und man bemühe sich, diese bei der Integration zu unterstützen, um sie langfristig zu halten.

In Zukunft will Adler die Schlachtungen steigern. Derzeit werden an zwei Tagen pro Woche 300 Schweine, 60 Rinder sowie 15 bis 20 Kälber aus der Region geschlachtet. Das Unternehmen will in Zukunft mehr Qualitätsschweinefleisch von Bauern aus der weiteren Region selbst verarbeiten, hieß es. Minister Peter Hauk sicherte Silja Wolfram vom Waldshuter Veterinäramt spontan zu, dass die Behörde personelle Unterstützung erfährt, wenn in naher Zukunft bei Adler an vier Tagen pro Woche geschlachtet wird.

Das könnte Sie auch interessieren