Rund 450 Feuerwehrmänner und Frauen treffen sich seit 2009 normalerweise regelmäßig zur Floriansmesse im Landkreis Waldshut. Die Messe wird immer am 4. Mai in dicht besetzten Kirchenräumen gefeiert, um den verstorbenen Kameraden zu gedenken und die Lebenden zu ehren. Jedes Jahr organisiert eine andere Feuerwehr dieses große Ereignis, das nun – aufgrund der Corona-Pandemie – bereits zum zweiten Mal ausfallen muss.

Privates Gedenken

Sehr bewegend bei dieser besonderen Messe ist das Gedenken an die verstorbenen Feuerwehrkameraden des Vorjahres aus dem gesamten Kreis Waldshut. Der Obmann der Altersmannschaft oder der Kommandant der gastgebenden Wehr verliest dabei die Namen der Verstorbenen und Mitglieder der Jugendfeuerwehr zünden für jeden Genannten eine Kerze an. Da diese schöne Tradition nun bereits im zweiten Jahr nicht stattfinden kann, bittet der Kreisobmann Erhard Heide aus Eggingen alle Obmänner der Feuerwehren im Landkreis, quasi privat aktiv zu werden und zum Gedenken an alle verstorbenen Kameraden der letzten zwei Jahre am Abend, dem 4. Mai, eine Kerze anzuzünden. Obmann der Altersmannschaft von Bonndorf ist Karl-Heinz Sowa.

Wer ist der Heilige Florian?

Florian ist der Schutzpatron der Feuerwehr. Den Bezug zur Feuerwehr stellt eine kleine überlieferte Geschichte her: Als in Zeiselmauer einmal ein Haus lichterloh brannte, nahm der kleine Florian einfach einen der Holzeimer, wie sie bei ihm zu Hause im Stall hingen, füllte ihn mit Wasser und löschte das Feuer in wenigen Minuten. Anfangs war Florian der Patron der Krieger und wurde im 16. Jahrhundert zum Helfer in Feuer- und Wassergefahr. Deshalb gilt der Heilige bis heute als Schutzpatron der Feuerwehren. So wurden der Darstellung des Florians als Soldat mit Lanze und Banner die Attribute Wasserkübel und brennendes Haus beigegeben. Manchmal verweist ein Mühlstein auf sein Martyrium. Der heilige Florian ist aber auch der Schutzpatron der Kaminkehrer, Schmiede, Bierbrauer und Hafner. Sein Gedenktag ist der 4. Mai, der Florianstag.

Florian – der Funkrufname

Jedes Einsatzfahrzeug der Feuerwehr hat einen eigenen Funkrufnamen. „Florian Bonndorf 1-44 kommen“, so schallt es durch den Äther, wenn das Hilfeleistungslöschfahrzeug aus Bonndorf gefordert wird. Doch so war es nicht immer. Seit dem 13. Juni 1975 ist „Florian“ der einheitliche Funkrufname der Feuerwehren in Deutschland. Als Erfinder des Funkrufnamens gilt der Hamburger Branddirektor Hans Brunswig im Jahr 1950.

Floriansmesse

Zu den Klängen der Trachten- oder Stadtmusik ziehen die Fahnenabordnungen verschiedener Wehren in die Kirche ein. So gab es schon Ministranten in Feuerwehruniform oder Mitglieder der Jugendfeuerwehr verlasen auch schon die Fürbitten. Die Pfarrer zelebrieren auf eindrucksvolle Weise den Festgottesdienst zu Ehren des Schutzpatrons der Feuerwehren und gehen dabei insbesondere auf „das Miteinander“ ein. Die anschließende Messfeier zu Ehren des Schutzpatrons der Feuerwehren ist immer für alle ein ganz besonderes Erlebnis, wobei die musikalische Begleitung der Kirchenlieder durch die anwesende Musik immer ganz erheblich dazu beiträgt. Nach dem Segen nehmen die Fahnenabordnungen immer noch einmal Aufstellung zum finalen „Großer Gott wir loben dich“.

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Anschließend begeben sich die Feuerwehrmänner und -frauen, viele kommen mit ihren Partnern, in die vorgesehene Halle, um bei etwas Deftigem noch einen schönen Abend zu genießen, mit vielfältiger Unterhaltung, sei es durch Musik oder auch besondere Vorführungen. Auf alle Fälle ist es ein immer besonderes Ereignis, auf das nun wegen der Pandemie erneut verzichtet werden muss.