Das Auswertungsprotokoll einer mehrtägigen Messung von einem halbstationären Tempomessanhänger auf der L 170 liegt der Stadtverwaltung Bonndorf seit einiger Zeit vor. Das Messergebnis war von der Landkreisverwaltung der Stadtverwaltung Bonndorf allerdings erst nach Anfrage aus dem Gemeinderat zugesandt und dem Gremium zur Verfügung gestellt worden. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse bislang nicht.

Auch in der Gemeinde Wutach ist zu schnell fließender Straßenverkehr ein Thema. Die Gemeindeverwaltung war in der jüngsten Gemeinderatssitzung angemahnt worden, Ergebnisse einer Messung im Bereich Münchingen zu veröffentlichen.

Die Stadtverwaltung Bonndorf wird, so war auf Nachfrage zu erfahren, von sich aus keine weiteren Verkehrsmessungen im Bereich Rothaus Straße veranlassen. Im Zuge einer früheren Verkehrsschau seien ein Versetzen des Ortsschilds und die Einrichtung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 Stundenkilometer verworfen worden. Denkbar sei allerdings, dass das Landratsamt unregelmäßige mobile Geschwindigkeitsmessungen an der Rothaus Straße durchführt.

Gemessen worden war bei der Aktion im Juni an vier kompletten Tagen (Dienstag bis Donnerstag) in zwei Streckenrichtungen Stadtmitte und Steinatal in der Kalenderwoche 26. Montag und Freitag wurde lediglich jeweils ein halber Tag erfasst, weil an diesen Tagen das Messgerät auf- beziehungsweise abgebaut wurde.

Die Aussagekraft des Protokolls der mehrtägigen Messung beschränkt sich im Grunde genommen auf wenige Parameter – die Gesamtzahl der gemessenen und die Anzahl beanstandeter Fahrzeuge, die die maximal zulässige Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern überschritten haben, sowie die Verteilung der zu schnell gefahrenen Fahrzeuge auf verschiedene Geschwindigkeitsfenster (siehe Infobox).

Die Verteilung der insgesamt gemessenen Fahrzeuge erfolgte rechnerisch auf die Tage und die beiden Fahrtrichtungen. Zudem wird die tägliche Höchstgeschwindigkeit je Messrichtung angegeben, die registriert worden war. Keine Aussage macht das Messprotokoll über Fahrzeugarten, die auf der L 170 unterwegs waren. Auch wurde eine Messaktion über die beiden Wochenendtage ausgelassen. Es lässt sich also insgesamt aus dem Messprotokoll nicht ersehen, ob Autos, Motorräder oder Lastwagen gemessen wurden sowie ebenfalls nicht, wie groß die Verkehrsbelastung am Wochenende ist. Die Gesamtzahl der während der mehrtägigen Messung registrierten Fahrzeuge wurde offensichtlich gleichmäßig auf die einzelnen Tage und auch auf die Fahrtrichtungen Stadtmitte beziehungsweise Steinatal verteilt.

Es lässt sich aus den Messergebnissen ableiten, dass die meisten Fahrzeuge, die zu schnell unterwegs sind, Richtung Steinatal fahren. Richtung Stadtmitte halten sich die meisten Fahrzeuge an die vorgeschriebenen maximal 50 Stundenkilometer.

Wenn zu schnell gefahren wird, dann am häufigsten bis zehn Stundenkilometer (Geschwindigkeitsbereich 51 und 60 Stundenkilometer), am zweithäufigsten elf bis 15 Stundenkilometer (Geschwindigkeitsbereich 61 und 65 Stundenkilometer). Sehr wenige Verkehrsteilnehmer sind 21 bis 30 Stundenkilometer (Geschwindigkeitsbereiche zwischen 71 und 80 Stundenkilometer) zu schnell unterwegs. Die schnellsten Fahrzeuge wurden Richtung Steinatal mit 75 bis 79 Stundenkilometer erfasst.

Keinen Handlungsspielraum

Martin Kistler hatte beim Bürgergespräch in Bonndorf im Januar betont, dass der Landkreis Waldshut keinen Handlungsspielraum zur Lärmbekämpfung durch den Straßenverkehr habe, rechtliche Regelungen seien auf Bundes- und/oder EU-Ebene angesiedelt.

Die Ausweisung einer Gefahrenstelle oder das Versetzen der Ortsschilder seien bereits im Zuge einer Verkehrsschau abgelehnt worden. Im Juni stimmte der Gemeinderat Bonndorf für einen Beitritt der Stadt Bonndorf zur vom Land und den Kommunen initiierten „Initiative Motorradlärm“. Dieser schloss sich auch die Gemeinde Wutach an. Das dortige Gemeinderatsgremium hat sich im August für einen Beitritt zur Initiative Motorradlärm entschieden.