Das Verkehrsaufkommen nehme stetig zu, sagte Bürgermeister Christian Mauch in jüngster Gemeinderatssitzung, mit negativen Folgen für die Tierwelt, für Wanderer und Radfahrer und auch für den Forst. Mit welchen Mitteln ließe sich das Fahrverbot auf der Kiesstraße tatsächlich durchsetzen? Diese Frage stellte der Bürgermeister den Ratsmitgliedern, die die Thematik kontrovers diskutierten.

Die Ist-Situation

Die Kiesstraße ist für den Verkehr gesperrt. Von dieser Regelung ausgenommen ist die Anfahrt bis zum Grillplatz Burkhardhütte vom ehemaligen Kalkwerk her sowie der land- und forstwirtschaftliche Verkehr.

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Die Kiesstraße wird dennoch nicht nur von Einheimischen als Abkürzungsstrecke befahren. Jagd- und Forstbetrieb werden durch den Verkehr beeinträchtigt, Wanderer und Radfahrer werden gefährdet und auch Anwohner beschweren sich über Lärmbelästigung. Eine weitere Duldung des illegalen Verkehrs löse möglicherweise eine erhöhte Verkehrssicherungspflicht aus, befürchtete der Bürgermeister.

Bereits am Kalkwerk wird auf die Sperrung der Kiesstraße ab dem Grillplatz an der Burkhardhütte hingewiesen.
Bereits am Kalkwerk wird auf die Sperrung der Kiesstraße ab dem Grillplatz an der Burkhardhütte hingewiesen. | Bild: Stefan Limberger-Andris

Wie Christian Mauch in der Sitzung weiter erläuterte, können regelmäßige Kontrollen durch die Polizei schon alleine aus Zeit- und Personalgründen gar nicht stattfinden. Und auch die Gemeinde beziehungsweise der Forst haben nach seinen Worten keine Möglichkeit, regulierend einzugreifen.

Lösungsmöglichkeiten

Was also könnte man tun? Eine Option wäre, die Straße mit einer Schranke oder Barriere abzusperren. Um dies dann auch rechtzeitig für die Verkehrsteilnehmer klar zu machen, müssten zusätzliche Verkehrszeichen und Warnschilder aufgestellt werden.

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Damit könnte das Fahrverbot durchgesetzt werden, Natur, Landschaft, Jagd und Sicherheit würden davon profitieren. Das Ganze hätte aber auch Nachteile, gab Christian Mauch zu bedenken. Berechtigte Verkehrsteilnehmer aus Land- und Forstwirtschaft müssten Umwege in Kauf nehmen, es würden Investitionskosten anfallen und – weil Schäden durch Vandalismus sehr wahrscheinlich seien – müsste die Absperrung regelmäßig kontrolliert werden.

Stimmen im Rat

Gemeinderat Erich Zimmermann vertrat die Ansicht, dass man mit der Straßensperrung eine klare Linie fahren sollte. Der jetzige Zustand sei nicht mehr länger tragbar, zumal die Strecke gar nicht verkehrssicher (etwa Steinschlaggefahr) sei.

Dieser Meinung war auch Günter Nosbüsch, der bestätigte, dass der Verkehr zugenommen hat und sich damit auch die Gefahren erhöht haben. „Eine wirksame Sperrung muss eingerichtet werden“, so Günter Nosbüsch. Frank Grieshaber konnte sich mit den Maßnahmen zur Straßensperrung nicht anfreunden: „Mir fehlt ein schlüssiges Konzept.“

Und auch Alexander Riester sah im Bau einer Schranke keine Lösung des Problems, wenngleich ein Handlungsbedarf unbestritten sei. Matthias Müller wollte sichergestellt haben, dass sich Aufwand und Kosten im Rahmen halten, ansonsten würde die Verhältnismäßigkeit nicht stimmen. Zudem gebe es immer und überall Autofahrer, die Straßensperrungen ignorieren.

Wolfgang Dornfeld meinte: „Wir müssen eine Lösung finden“, schon alleine wegen des Gefährdungspotenzials für Radfahrer und Wanderer, die – weil die Straße ja für den Verkehr gesperrt ist – nicht mit Autos rechnen.

Und Susanne Schmidt-Barfod sah die Gemeinde politisch in der Pflicht, eine Sperrung durchzusetzen, auch wenn Kosten entstehen. Nach Informationen von Christian Mauch liegen die Investitionskosten bei rund 5000 Euro. Die Folgekosten lassen sich noch nicht abschätzen.

Gemeindeförster Tristan Dellers bestätigte in der Diskussionsrunde noch einmal die Gefahr, die von den teils schnell fahrenden Autolenkern für die Waldarbeiter ausgehe. Gleichzeitig würden sich die Autofahrer selbst in Gefahr bringen – bei Holzerntearbeiten.

Der Bürgermeister schlug vor, einen Antrag bei der Verkehrsbehörde im Landratsamt zu stellen, Maßnahmen zur Straßensperrung zu genehmigen. Denn ohne deren Ja könne die Gemeinde nicht tätig werden. In einem zweiten Schritt solle dann über konkrete Lösungen entschieden werden. Dem Verwaltungsvorschlag stimmten acht Ratsmitglieder zu, zwei waren dagegen und ein Rat enthielt sich.