In Bonndorf und im Umland steigen seit Ende Oktober die Corona-Infektionszahlen deutlich. Im Ostteil des Landkreises haben Bonndorf und Stühlingen hohe Infektionszahlen. Geringere Werte weisen Grafenhausen, Wutach und Ühlingen-Birkendorf auf. Die fünf Kommunen haben einen Anteil von rund einem Fünftel an den im Landkreis Infizierten.

Aktive Fälle

Diese Zeitung wertete die Angaben zum Infektionsgeschehen, die der Kreis veröffentlicht, für Bonndorf und das Umland seit September aus. Es zeigt sich, dass das Infektionsgeschehen im östlichen Teil des Kreises bedeutend ist. Der Anteil der Infizierten in Bonndorf, Wutach, Grafenhausen, Ühlingen-Birkendorf und Stühlingen am Gesamtgeschehen nimmt zu. Waldshut-Tiengen (79 Infektionen) ist der Corona-Infektions-Hotspot, aber auch Bad Säckingen (52) und Wehr (47) sind stark betroffen (alle Stand 15. November).

Bonndorf und Stühlingen weisen hohe Zahlen auf, aber auch Wutach nimmt deutlich mehr teil am Infektionsgeschehen als vor Kurzem. In Ühlingen-Birkendorf zeigen sich überwiegend Phasen eines geringeren Infektionsgeschehens, deutlich höhere Infektionen in der ersten Oktoberhälfte sind unverkennbar. In Grafenhausen bleibt das Infektionsgeschehen recht konstant auf niedrigem Niveau.

Die Anzahl der aktiven Corona-Fälle im Kreis sank im September von 257 auf 156. In diesem Zeitraum betrug der Anteil von Bonndorf, Ühlingen-Birkendorf, Grafenhausen, Wutach und Stühlingen an den Infizierten im Kreis zwischen 4,5 und knapp elf Prozent. Im Oktober pendelten die Landkreiszahlen von 157 bis 214 Infizierte hin und her. Die fünf Kommunen hatten davon Anteile von 6 bis 14,9 Prozent – hohe Anteile insbesondere in der ersten Monatshälfte. Im November schließlich stiegen die Infiziertenzahlen im Kreis deutlich an von 320 auf bis zu 613. Der Anteil der fünf Kommunen daran stieg rasant von knapp 14 auf bis zu knapp 21 Prozent.

In Bonndorf, Wutach, Stühlingen, Grafenhausen und Ühlingen-Birkendorf entwickelte sich seit Anfang September das Infektionsgeschehen unterschiedlich. Bonndorf, Wutach, Grafenhausen und Ühlingen-Birkendorf (mit einem Ausreißerwert) starteten auf einem niedrigen Niveau (keine bis sechs Infizierte) in die letzten beiden Sommerferienwochen Anfang September. Lediglich Stühlingen (neun bis 13 Infizierte) wies ein in dieser Phase höheres Infektionsgeschehen auf, das aber bis Ende September nachließ.

In Bonndorf (ein bis vier Infizierte) blieben die Infektionszahlen bis weit in die zweite Oktoberhälfte auf einem geringen Niveau. Ab der letzten Oktoberwoche erhitzte sich das Infektionsgeschehen und stieg ab November (14 bis 48 Infizierte) stark an. Das Niveau bleibt bislang hoch (vier bis 20 Infizierte).

Bis Monatsmitte Oktober schnellte, nach überwiegend moderaten Zahlen im September, die Anzahl Infizierter in Ühlingen-Birkendorf (sieben bis 16 Infizierte) nach oben, um danach wieder abzunehmen. Eine weitere Welle erreichte die Gemeinde (vier bis zwölf Infizierte) allerdings zu Monatsbeginn November, bis dato anhaltend.

Grafenhausen zeigt seit Anfang September bis dato im Vergleich zu den Nachbarkommunen ein recht niedriges Infektionsgeschehen. Im September und Anfang Oktober (keine bis eine Infektion) blieb die Lage weitgehend ruhig, um dann bis dato auf vergleichsweise geringem Niveau (drei bis fünf Infektionen) zu verweilen.

Stühlingen (sechs bis 13 Infektionen) zeigte im September zunächst ein etwas höheres Infektionsgeschehen als die anderen vier Kommunen des östlichen Landkreisgebiets. Dieses ließ zum Monatsende allerdings nach, um im kompletten Oktober und zu Novemberbeginn (keine bis vier Infektionen) niedrig zu bleiben. Erst danach schnellten die Zahlen (zwölf bis 40 Infektionen) bis dato auf ein hohes Niveau.

Große Erfolge erzielt der Landkreis durch den Impfbus, der seit Wochen durch die Kommunen tourt und bereits Station machte in Bonndorf, Ühlingen-Birkendorf, Grafenhausen, Stühlingen und Wutach. Einen neuen Impfrekord verzeichnete das Impfteam in Grafenhausen am Dienstag – sage und schreibe 347 Impfdosen wurden verbraucht, um Erst-, Zweit- und Drittimpfungen auszugeben, wie die Verantwortlichen auf Anfrage bestätigten. In der vergangenen Woche, als der Impfbus in Wutach hielt, hatten sich nach Angaben von Hauptamtsleiterin Alexandra Ruf auf Anfrage mehr als 200 Impfwillige eingefunden.

Bonndorfs Bürgermeister Marlon Jost warb in der jüngsten Gemeinderatssitzung für mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander und mahnte das Einhalten der Hygieneregeln an. In einem der städtischen Kindergärten habe es in jüngster Zeit Infektionsfälle gegeben. Die Einrichtung habe allerdings nicht geschlossen werden müssen. Mögliche weitere Impfaktionen in Bonndorf wolle er mit der Landkreisverwaltung und den Bürgermeisterkollegen abstimmen.