Die staatsanwaltschaftlichen und polizeilichen Ermittlungen zum Brand in der Bonndorfer Fleischwarenfabrik Adler OHG sind abgeschlossen. Dies bestätigte auf Anfrage Mathias Albicker, Pressesprecher der Polizei Waldshut-Tiengen. Ein technischer Defekt an einem Ventilator der Rauchwäscherei wird als Brandursache angenommen.

Es haben sich nach Angaben von Mathias Albicker keine Verdachtsmomente ergeben, dass der Brand durch das Fehlverhalten Dritter entstanden ist. Die Ermittlungen ergaben, dass wahrscheinlich ein technischer Defekt an einem Ventilator der Rauchwäscherei den Brand auslöste. In der Rauchwäscherei wird der Rauch der Schinkenproduktion gereinigt.

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Die Ermittlungen zur Brandursache bei der Adler OHG hatten sich mehrere Monate hingezogen. Es hatten sich im Zuge der Gutachterarbeiten immer wieder neue Aspekte durch die technischen und baulichen Verhältnisse ergeben, die untersucht werden mussten, begründet Mathias Albicker den langen Zeitraum.

Das Produktionsgebäude der Adler OHG war am 26. Mai gegen 10.25 Uhr in Flammen geraten. Dicke, pechschwarze Rauchschwaden drangen aus dem Flachdachbereich und waren bis ins benachbarte Gewerbegebiet Im Breitenfeld gezogen. Zeitweilig hüllten die Schwaden auch die L 171 komplett ein, und die Einsatzkräfte mussten den Straßenverkehr über das Industriegebiet umleiten.

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Die Feuerwehr Bonndorf hatte mit Überlandhilfe mehrerer Feuerwehren den Großbrand schließlich gegen 14 Uhr unter Kontrolle. Die Brandbekämpfung gestaltete sich allerdings insbesondere wegen des böigen Südwestwindes mit bis zu sechs Windstärken ausgesprochen schwierig. Die 212 Mitarbeiter sowie weitere sechs Fremdhandwerker hatten aus dem brennenden Gebäude in Sicherheit gebracht werden können, wie Marie-Luise Adler, Geschäftsführerin der Adler OHG, damals in einer Pressekonferenz bestätigte.

Höhe des Schadens noch nicht konkret beziffert

Die Schadenshöhe nach dem Brand wurde bislang nicht konkret beziffert, liegt aber einer ersten Einschätzung der Polizei Waldshut-Tiengen am Tag des Brandes wohl bei mehreren Millionen Euro. Seit Wochen laufen Teilabriss- und Wiederaufbauarbeiten in den von Polizei und Staatsanwaltschaft freigegebenen Werksbereichen. Die Produktion der Adler OHG war nach dem Brand in Teilen nach auswärts verlegt worden, der Werksverkauf zügig wieder angelaufen.

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