Die Pläne, auf dem ehemaligen Studer-Areal Einkaufsmärkte anzusiedeln, hatten Anfang des Jahres für reichlich Diskussionsstoff in Bonndorf gesorgt, das Thema hatte auch breiten Raum im Bürgermeisterwahlkampf eingenommen. Wie ist jetzt der Stand der Dinge? Wir fragten bei Bürgermeister Marlon Jost nach.

Wie der Bonndorfer Rathauschef im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte, war er gleich in den ersten Wochen nach seiner Amtseinführung in dieser Angelegenheit aktiv geworden. Er habe Gespräche geführt, Kontakt mit dem Koordinator Dohle aus Freiburg aufgenommen, sich mit den Argumenten der Planungsgegner auseinandergesetzt. Als nächstes sei jetzt die bereits von seinem Vorgänger Michael Scharf versprochene Infoveranstaltung in der Stadthalle geplant, in die alle Akteure eingebunden werden sollen. Sowohl der Koordinator als auch die Verantwortlichen von Aldi, Lidl und dm-Markt sollen die Gelegenheit erhalten, ihre Pläne zu präsentieren.

Bonndorfs Bürgermeister Marlon Jost
Bonndorfs Bürgermeister Marlon Jost | Bild: Juliane Kühnemund

Marlon Jost ist es dabei wichtig, dass die Veranstaltung so wertneutral wie möglich ablaufen wird. „Hier baue ich auf die Gastfreundlichkeit unserer Stadt und der Bürgerinnen und Bürger“, machte er deutlich. Über allem stehe schließlich das übergeordnete Ziel, die Grund- und Nahversorgung der Stadt zu halten oder zu verbessern, und dazu brauche es den fairen Austausch aller Beteiligten. „Selbstverständlich sollen die Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen“, so Jost weiter, dem es auch ein Anliegen ist, die diversen Bedenken zum Einkaufszentrum zu sammeln.

In diesem Zusammenhang erinnerte der Bürgermeister daran, dass das Bebauungsplanverfahren nach dem Aufstellungsbeschluss vom Gemeinderat angehalten wurde. Es sei auch keine Behördenbeteiligung durchgeführt worden. „Dadurch fehlen die Informationen aus Umweltämtern, Straßenbau- oder Baurechtsamt. Dazu kann man in der Infoveranstaltung nichts Belastbares sagen“, meint Marlon Jost. Dennoch hält er die Infoveranstaltung für sehr wichtig. Sie stelle ein „add on“, eine Schleife um das Bebauungsplanverfahren herum, dar. Damit lasse sich der Druck aus dem Gemeinderat nehmen.

Nach der Veranstaltung sollen dann alle Ideen und Anregungen im Gemeinderat diskutiert werden. Dann erst wird entschieden, ob am Bebauungsplanverfahren und der bisherigen Ausprägung festhalten wird. Jost hält es für möglich, dass aufgrund der Veranstaltung auch andere Planvarianten ins Spiel kommen könnten. Beispielhaft nannte er eine Kombination aus Fachmärkten, altersgerechtem Wohnen und der Schaffung einer freizeitähnlichen Aufenthaltsqualität auf dem Areal.

Ein großes Thema, das mit der Überplanung des Studer-Areals zusammenhängt, ist die Verkehrsbelastung. Um hier auf aktuelle und konkrete Daten zurückgreifen zu können, schwebt dem Bürgermeister vor, eine Verkehrszählung zu veranlassen. Ein Verkehrskonzept, eventuell auch mit Radwegekonzept, wäre seiner Meinung nach sicherlich eine sinnvolle Sache.