Die Aktion Stadtradeln scheint in Bonndorf einen Nerv getroffen zu haben. Zwar kletterten auch hier die Temperaturen am Samstag stetig nach oben. Trotzdem war gegen 11 Uhr ein gutes Dutzend Radfahrer mit dem Vorsatz zur Stadthalle, die längste von mehreren Strecken zu wagen: Die Tour de Bonndorf mit 52 Kilometern Streckenlänge und fast 1000 zu bewältigenden Höhenmetern.

Mit 83 Jahren munter mit dabei

Stadtrat Ingo Bauer begrüßte die Radler im Namen der Gemeinde zünftig im Bikedress, wollte er an diesem Tag doch selbst das Lenkrad seines Busses mit dem Fahrradlenker tauschen. Das Feld hätte gemischter nicht sein können. Mit dabei war zum Beispiel ein kleines Mädchen mit einem Kinderfahrrad, das an den Steigungen vom Papa angeschoben wurde. Auch Elfriede Kaiser, 83 Jahre jung, hielt wacker mit. Mit ruhigem Atem kam sie gegen 16 Uhr im Ziel auf dem Parkplatz der Stadthalle an, wo sie von der Bläserjugend der Bonndorfer Musikvereine mit Grillwürsten und Getränken – spendiert von der Gemeinde – erwartet wurde. „Es war eine schöne Tour“, so ihre Worte.

Vor der Stadthalle der Löwenstadt: Eine entschlossene Gruppe wird gleich zur 52 Kilometer langen Tour de Bonndorf starten, der ...
Vor der Stadthalle der Löwenstadt: Eine entschlossene Gruppe wird gleich zur 52 Kilometer langen Tour de Bonndorf starten, der längsten Tour der Aktion. | Bild: Scheu, Wolfgang

Nur die vielen Pausen, die hatten sie genervt, kritisierte sie mit einem schelmischen Lachen. Und als die anderen – „die Wahnsinnigen“, wie sie sagt – am Ende noch einen Abstecher tief hinunter nach Boll und wieder zurück nach Bonndorf unternahmen, da hat sie wohlweislich eine Abkürzung direkt ins Ziel genommen. Wie alle hat sie in den Pausen nebenbei von Tourleiter Peter Riesterviel viel gelernt über Waldbau, Baumarten und den Käfer.

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An der Halle waren mittlerweile auch die Teilnehmer der Sternfahrt aus den Ortsteilen angekommen – in der großen Gruppe der Gündelwanger und Holzschläger auch der 89-jährige Willi Hug und die, die auf die einstündige Rundfahrt Bonndorf gegangen waren – unter ihnen auch der Bürgermeister Marlon Jost. „Wir haben so viele schöne Wege für Fahrradtouren in der Region Bonndorf“, wurde ihm und so manchem Teilnehmer an diesem heißen Tag bewusst.

Für Petra Kaiser, Peter Rieste, die Motoren des Stadtradelns, gibt es noch viel Arbeit. Sie sind dabei, die Beschilderung zu erneuern, mehr als 120 Standortpositionen weisen den Weg. Und die Schwierigkeiten beim Einloggen in die Stadtradeln-App – nur vier der zwölf Radler der 11Uhr-Gruppe hatten es bis Samstag geschafft – sollten bald behoben sein. Aber die Kilometer gehen nicht verloren. Es gibt Erfassungsbögen für die, die keinen Internetaccount nutzen oder technische Probleme haben. Noch bis 8. Juli können Menschen, die in der Gemeinde wohnen oder arbeiten, Kilometer für Bonndorf sammeln.