Bei der Adler OHG richtet man den Blick nach dem Großbrand, der Teile von Räucherei und Wursterei zerstört hatte, wieder nach vorn. Der Wiederaufbau soll mit der Organisation der Zukunft des Betriebes einhergehen. Dies machten die Geschäftsführer Peter und Marie-Luise Adler beim Besuch des Ministers für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, deutlich.

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Er sei gerne zu Adler nach Bonndorf gekommen, sagte Peter Hauk, der das Unternehmen als ein Aushängeschild für den Schwarzwald bezeichnete, dessen Produkte auch den Schwarzwald verkörpern würden. Seit Jahrzehnten repräsentiere der Lebensmittelbetrieb das Land Baden-Württemberg auch auf der Grünen Woche, zudem sei er mit über 400 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber im ländlichen Raum. Die Politik könne zwar die durch den Brand entstandenen Schäden nicht beheben, Hauk sicherte aber zu, bei Verwaltungsfragen und der zügigen Abarbeitung von Leistungen unterstützend tätig sein zu wollen. Marie-Luise und Peter Adler hatten darauf aufmerksam gemacht, dass viele brandbedingte Fragen mit den Behörden abzuklären sind. Sie hatten aber aber betont, dass die bisherige Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium sehr gut geklappt habe.

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Bereits wenige Wochen nach dem Brand konnte Adler dank kurzfristig gefundener Räumlichkeiten in Freiburg die Produktion des gesamtem Wurstsortiments und Teilen der Roh- und Kochpökelware wieder aufnehmen. Das Tochterunternehmen Schinkenhof GmbH & Co. KG mit Sitz in Achern übernahm den Räucher- und Reifeprozess des Schwarzwälder Schinkens. Mittlerweile sei es auch wieder möglich, in Bonndorf zu schlachten und zu zerlegen. Übergangsweise konnte Adler für die Schlachtungen die Räumlichkeiten der Firma Färber in Waldshut nutzen. Ein Anliegen ist es der Geschäftsführung, auch möglichst bald wieder Wärme ins Fernwärmenetz der Firma Solarcomplex einspeisen zu können. „Dies ist derzeit noch nicht möglich“, sagte Peter Adler, dessen Ziel es aber ist, die Sache bis zum Winter ins Laufen zu bringen. Parallel zu den Plänen für den Wiederaufbau nach dem Großbrand entwickelt die Adler OHG auch neue nachhaltige Energiekonzepte. Wie Peter und Marie-Luise Adler dem Minister erläuterten, will man künftig auf eine eigene Stromerzeugung setzen – eventuell mit Biogas oder über eine Holzvergasung. „Wir wollen energietechnisch noch nachhaltiger werden“, so Peter Adler. Die bereits vor Jahren geplante Photovoltaikanlage sei an gesetzlichen Vorschriften gescheitert.

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Nach dem Leitfaden der Bundesnetzagentur müsse die Stromerzeugung in der Nähe des Betriebes stattfinden. Die kleine öffentliche Straße zwischen dem Betriebsgelände und der geplanten Photovoltaikfläche habe sich als Genehmigungshindernis erwiesen. Man wolle eventuell einen neuen Anlauf starten. Sowohl Minister Hauk als auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner, der die Adler OHG nach dem Brand bereits mehrfach besucht hatte, zollten der Geschäftsführung großen Respekt dafür, wie schnell sie den Blick nach dem Großbrand wieder nach vorne gerichtet hat. „Unternehmer wie sie halten das Land am Laufen, die Politik kann nur unterstützend tätig sein“, sagte Hauk. Auch die Sparkasse liefere Rückenwind beim zukunftsorientierten Wiederaufbau, versicherte der Vorstandsvorsitzende des Sparkasse Bonndorf-Stühlingen, Theo Binninger.