Der SV Ewattingen erlebte in seiner 70-jährigen Geschichte Höhen und Tiefen. Gefeiert wird der Geburtstag drei Tage von Samstag, 8. August, bis Montag 10. August.

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Am 12. Juni 1994 pilgerten rund 1400 Menschen auf den Sportplatz „Auf Eck“, rund zehnmal so viele wie an normalen Spieltagen. Neben dem Sportplatz fuhr ein Steiger seinen langen Hydraulikarm aus, auf dem sich eine Kamerafrau positionierte, um den bislang größten Erfolg der Vereinsgeschichte auf Video festzuhalten. An jenem Sonntag sollte die Entscheidung um den Aufstieg in die Landesliga fallen. Das Hinspiel eine Woche zuvor hatte der SV Ewattingen beim VfR Engen knapp mit 1:2 verloren. Den Anschlusstreffer erzielte Gerhard Baumgärtner. Den Blau-Weißen hätte somit ein 1:0 genügt. Der Dorfverein stand mit einem Bein in der Landesliga. Es wäre die Krönung eines goldenen Jahrzehnts gewesen.

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Neben dem Sportplatz in Ewattingen befindet sich ein Hang, der zum Leidwesen der Spieler gelegentlich in die Trainingseinheiten eingebunden wird. Irgendein Vereinsmitglied taufte ihn augenzwinkernd „Landesligabuckel“. Zu Beginn der 1980er erschien dieses Ziel noch ähnlich utopisch wie die deutsche Wiedervereinigung.

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1985 rückte zu den Aktiven ein starker A-Jugend-Jahrgang auf, der sich selbst „Die Legendären“ nannten, nachdem er in einem Trainingsspiel einmal die Erste Mannschaft besiegt hatte. Zwischen 1987 und 1989 gelang unter dem Blumberger Trainer Friedhelm „Männi“ Glomsda der Durchmarsch von der Kreisliga B in die Bezirksliga. In den erfolgsverwöhnten 1990ern ging der Wanderpokal in Dillendorf sieben Mal in Folge nach Ewattingen, und auch in Weizen regierte der SVE damals in Serie.

Mit großem Selbstbewußtsein

Die sportliche Leistung der Blau-Weißen wurde in jenen Jahren nur noch getoppt durch das Selbstbewusstsein. Der Verfasser der Festschrift zum 40-jährigen Bestehen sah „im Schwarzwald keinen Gegner für den SVE“ mehr.

Im 44. Vereinsjahr, an jenem 12. Juni 1994, fiebert der Verein nun also um den Aufstieg in die Landesliga. Die Elf von Reinhard Lickert erwischte den besseren Start, erspielte sich in der ersten Viertelstunde hochkarätige Torchancen gegen überraschte Gäste aus Engen. Hinten stand die Abwehr, das Prunkstück der Mannschaft um Abräumer Georg Vetter, dicht wie eine Mauer.

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Doch dann kam die 26. Spielminute. Zum Entsetzen der Gastgeber wurde Libero Arnold Baumgärtner nach einem Zweikampf vom Platz gestellt. Später verletzte sich noch ein weiterer Spieler. In Unterzahl unterlag der SVE auch im Rückspiel mit 1:2. Der Traum von der Landesliga war für den SV Ewattingen geplatzt. Die Legende der goldenen Generation aber wurde im Clubheim „Auf Eck“ zum Heldenepos ausgeschmückt. Zum Leidwesen manch eines Nachgeborenen.