Siggi Duffner vollendet heute sein 85. Lebensjahr. Menschenrechte und Umweltschutz waren zeitlebens seine Kernanliegen. Da war es nur konsequent, dass der einstige Lehrer seinen Schülern nicht nur Mathe oder Deutsch vermittelte, sondern ebenso kritisches Denken darüber, wie die Welt zumindest ein Stück weit verbessert werden könnte. Schlüsselerlebnis für Siggi Duffner, der eigentlich auf den Namen Georg getauft wurde, war ein Film über die Konzentrationslager der Nazis.

Triebfeder für Engagement

Als 17-Jähriger sah er diesen im Verlauf seiner aktiven Zeit bei der katholischen Jugend. „Von diesem Moment an wusste ich, dass ich in meinem Beruf und Leben alles tun werde, dass so etwas nie mehr passieren kann“, beschreibt der zweifache Vater und fünffache Großvater seine Triebfeder für unermüdliches politisches Engagement.

Die „Weiße Rose“ hat es Siggi Duffner besonders angetan. Gemeinsam mit Schülern und Kollegen initiierte er 1988 eine Ausstellung.
Die „Weiße Rose“ hat es Siggi Duffner besonders angetan. Gemeinsam mit Schülern und Kollegen initiierte er 1988 eine Ausstellung. | Bild: Martha Weishaar

In den 70er Jahren schloss er sich den Freien Demokraten an, entsprach doch Ralf Dahrendorfs Leitbild von Freiheit im direkten Zusammenhang mit Verantwortung seinem Ideal. Mit Verve initiierte Siggi Duffner 1988/89 gemeinsam mit Schülern und Kollegen das Projekt „Die Weiße Rose und der Bruderhof“. Das Ergebnis fand weit über die lokalen Grenzen hinweg Beachtung. Eine Selbstverständlichkeit war es für ihn ferner, Flüchtlinge zu unterstützen.

Protest gegen Atomkraftpläne

Zum Öko-Aktivisten wurde Siggi Duffner durch die Pläne des Atomkraftwerks in Wyhl. Er war bei nahezu allen Protesten dabei, mehr als einmal Polizeieinsätzen mit Wasserwerfern ausgesetzt. Für seinen aktiven Widerstand kassierte er manchen Strafzettel. Es erfüllt ihn heute noch mit Stolz, sowohl Wyhl als auch ein Atomkraftwerk in Kaiseraugst mit verhindert zu haben. Bei der allerletzten Kundgebung in Fessenheim war Siggi Duffner tatsächlich auch dabei, obschon gesundheitlich bereits stark angeschlagen.

Aktiv an vorderster Stelle

Als 1990 der Bonndorfer Umweltarbeitskreis gegründet wurde, war Siggi Duffner von der ersten Stunde an vorderster Stelle aktiv. Nicht nur die Sensibilisierung für Mülltrennung und -vermeidung mit der folgerichtigen Einrichtung eines Recyclinghofes in Bonndorf, sondern vor allem Erfolge in der Energiewende sowie das Nahwärmenetz hat Siggi Duffner maßgeblich mitverantwortet. Sein Engagement stieß indes nicht überall auf Gefallen. Mit zerstochenen Autoreifen und Morddrohungen wollten Gegner den streitbaren Kämpfer mundtot machen – was nicht gelang. Politisch wechselte er längst zu den Grünen, war sogar beim legendären Bielefelder Parteitag mitbetroffen, als Joschka Fischer mit einem Farbbeutel attackiert wurde. Die Ideen gehen dem Mann bis heute nicht aus, obschon er gesundheitlich stark beeinträchtigt ist.

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47 Jahre lang war Siggi Duffner Lehrer, von kleinsten Zwergschulen bis hin zu großen Bildungszentren mit 1000 Schülern. Auch während seiner Lehrertätigkeit vollzog sich manch ein Wandel. Sein ganz persönliches Glück fand der Musikliebhaber in seiner Frau Anita, die er vor 59 Jahren heiratete. Mit wem sich Siggi Duffner gerne mal austauschen würde – diese Frage weiß er auf Anhieb zu beantworten: mit Winfried Kretschmann, zu dessen Werdegang er einige Parallelen sieht.