Aus der Wutachschlucht drang Motorsägenlärm, und Warnschilder wiesen die Wanderer auf Forstarbeiten hin. Zwischen Bad Boll und dem Felsenweiher führten die Auszubildenden des Forstlichen Stützpunkts Bonndorf in diesen Tagen eine Verkehrssicherungsmaßnahme durch. Dabei wurden aus den Kronen der alten Laubbäume abgestorbene Äste entfernt, die auf die Schluchtwanderer herabzustürzen drohten. Die Maßnahme erfolgte in enger Abstimmung mit dem Wutachranger Martin Schwenninger.

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Arbeiten hoch oben in den Baumkronen

Geschickt bewegt sich Simon Graus, ein ausgebildeter Baumkletterer, hoch oben in der Krone einer 150-jährigen Esche. Rainer Epple, der Leiter des Stützpunkts Bonndorf, der die Verkehrssicherungsmaßnahme leitet, hat den Profi und weitere Kollegen der Baumpflegefirma Bauer speziell angefordert. Mit einer Zwille hat sich Simon Graus zuerst eine Zugleine zielsicher über einen tragfähigen Ast geschossen und daran seine Sicherungsleinen in die Baumkrone gezogen.

Die Azubis des ersten Ausbildungsjahres räumen auf (von links): Toni Granacher, Joseph Dörflinger, Meister Werner Metzler, Elias Merk, Meister Dietmar Schwarz und Christian Jehli.
Die Azubis des ersten Ausbildungsjahres räumen auf (von links): Toni Granacher, Joseph Dörflinger, Meister Werner Metzler, Elias Merk, Meister Dietmar Schwarz und Christian Jehli. | Bild: Friedbert Zapf

Gefahr für jährlich 80.000 Wanderer

An der Kletterleine ist er dann flott auf 20 Meter Höhe geklettert. Jeder alte Laubbaum besitzt abgestorbene Trockenäste, die durchaus Armdicke aufweisen können. Die Esche, in der Simon Graus arbeitet, ist zudem vom Eschentriebsterben befallen, einer Pilzkrankheit. Mit einer Motorsäge entfernt der Profikletterer die abgestorbenen Äste, die für die jährlich 80.000 Wanderer eine erhebliche Gefahr darstellen.

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Azubis helfen beim Aufräumen

Während Simon Graus die abgesägten Totäste kontrolliert zu Boden fallen lässt, sperren Forstwirtschaftsmeister Dietmar Schwarz und Azubi Elias Merk den Wanderweg und informieren die an diesem Sommertag zahlreichen Wanderer über die Maßnahme, die ausschließlich dem Schutz der Schluchtbesucher dient. Nachdem der Baumkletterer wieder auf sicherem Boden steht, geht es ans Aufräumen.

Elias Merk erklärt einer Besucherin der Wutachschlucht die allgemeine Verkehrssicherungsmaßnahme, die sich hoch über den Köpfen im Kronenbereich abspielt.
Elias Merk erklärt einer Besucherin der Wutachschlucht die allgemeine Verkehrssicherungsmaßnahme, die sich hoch über den Köpfen im Kronenbereich abspielt. | Bild: Friedbert Zapf

Die vier Azubis und die beiden Ausbildungsmeister Werner Metzler und Dietmar Schwarz räumen das Astwerk vom Wanderweg, und die wartenden Wanderer dürfen jetzt weitergehen. Die Forst-Azubis zersägen auch die durch die Schneelast des vergangenen Winters gefährlich über dem Wanderweg hängenden Bäume und befördern die Stammstücke als künftiges Totholz in den angrenzenden Bestand.

Ausbildung an der ForstBW

Im vergangenen September haben Christian Jehli, Joseph Dörflinger, Toni Granacher und Elias Merk ihre Ausbildung begonnen. Und mit Paula Ketterer, die diesmal allerdings nicht dabei ist, absolviert bereits die dritte junge Frau am Stützpunkt die Ausbildung in einer ehemaligen Männerdomäne. Neun Azubis werden derzeit in Bonndorf ausgebildet.

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„Ich bin froh, dass ForstBW auch in den neuen Strukturen zur Forstwirtausbildung steht“, sagt Thomas Emmerich, Leiter des Forstbezirks Südschwarzwald mit Sitz in St. Blasien. Bekanntermaßen hat sich der Staatswald zum 1. Januar 2020 aus den Landratsämtern gelöst und sich in einer Anstalt öffentlichen Rechts (ForstBW) mit 21 Forstbezirken neu organisiert.

Bis zum Wochenende wollen Mitglieder des Schwarzwaldvereins, größtenteils aus Bonndorf, die Schäden der jüngsten Unwetter, etwa querliegende Bäume und Erdbewegungen, beseitigt haben, wie Martin Schwenninger der Tageszeitung bestätigte.