Eine Fahrradrikscha sorgt im Alltag der Senioren des Altenzentrums St. Laurentius in Bonndorf für Abwechslung. Der Rotary Club Bonndorf spendierte das Fahrzeug. Der letztjährige Präsident des Clubs, Helmut Kienzle, überreichte es beim Sommerfest an die geschäftsführende Heimleiterin Petra Naylor. Er unternahm auch gleich die erste Fahrt mit zwei Frauen, die angetan waren von der beschaulichen Rundfahrt. „Schön, wenn man so rumkutschiert wird“, lautete deren Fazit.

Sinn und Zweck der Spende soll auch sein, dass einigermaßen sportbegeisterte Radfahrer, eventuell sogar Angehörige von Heimbewohnern, sich gelegentlich in den Sattel schwingen und Senioren, die selbst nicht mehr Fahrrad fahren können, zur Tour einladen. Der Aktionsradius bewegungsbeeinträchtigter Senioren würde dadurch enorm erweitert, ihr Alltag durch eine interessante Aktivität bereichert. „Jede und jeder, der Lust und Laune hat, kann sich im Altenheim melden“, lädt Helmut Kienzle ein, sich zu engagieren.

Freilich bedarf es einer Einführung in die Handhabung des Elektrorads, ehe sich Freiwillige auf den Weg machen. Zumal das Fahren mit einem oder zwei Erwachsenen auf einer Bank vor dem Lenker eine sorgsame Fahrweise erfordert. Eine weitere zwingende Voraussetzung, sich in den Sattel zu schwingen, ist die Eintragung als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Altenheims. Letzteres bedingt die Absicherung durch eine Versicherung, denn immerhin nimmt man mit dem Gefährt am Straßenverkehr teil.

Helmut Kienzle hatte sich während der Zeit der Präsidentschaft im Rotary Club zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für den Klimaschutz zu wecken: „Die Fahrradrikscha für das Altenzentrum ist ein weiteres Projekt, Energiebewusstsein zu schaffen und den CO2-Abdruck zu verkleinern.“ Auf die Idee gebracht hatte ihn ein Bericht in der Tageszeitung über eine Fahrradrikscha für Senioren im Dreisamtal. Die topographischen Verhältnisse im Schwarzwald seien zwar schwieriger als dort, doch mit Unterstützung des Elektromotors lasse sich auch hier eine Fahrradrikscha einsetzen. Die 13.000 Euro Anschaffungskosten tragen der Bonndorfer Rotary Club, Rotary International sowie Jörg Fehrenbach mit einer Einzelspende.

Eine absenkbare Plattform erleichtert den Fahrgästen den Ein- und Ausstieg. Sicherheitsgurte verhindern das Vornüberkippen, ein Dach bietet Schutz vor Sonne oder Regen. Zum Rangieren kann man auch rückwärts fahren. Eine Anfahrtshilfe unterstützt den Start an steilem Gelände. Nun werden noch freiwillige Rikschafahrer für das Senioren- und Pflegeheim St. Laurentius gesucht. Interessierte können sich unter Telefon 07703/939 50 melden.

Petra Naylor dankte für die Zuwendung und auch für das persönliche Engagement von Helmut Kienzle. „Ich bin total begeistert, dass wir so etwas in St. Laurentius haben. Jetzt braucht‘s nur noch sportliche Menschen, die mit den Bewohnern eine Runde drehen. Ich hoffe, dass, wie in einem Schneeballsystem, viele sich dazu bereit erklären, in die Pedale zu treten“, sagte die Heimleiterin beim Sommerfest. Nach der Pandemie-bedingten Zwangspause sei ihr jetzt ganz wichtig, dass alle Bewohner schnell wieder an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen, betonte Petra Naylor. Dazu gehört unter anderem das Singen mit Hans-Peter Jung und Klaus Pfendler, die auch beim Sommerfest für gute Stimmung sorgten.