Das Kinder- und Jugendtraining in der Stadthalle wurde von den Verantwortlichen des Bonndorfer Turn- und Sportvereins sowie des Skiclubs mit sofortiger Wirkung eingestellt. In Anbetracht der pandemischen Lage agierten Vorstände und Trainer noch ehe von politischer Seite aktualisierte Corona-Regeln erlassen wurden.

In Anbetracht des Infektionsgeschehens erachteten es alle Vereinsverantwortlichen als unumgänglich, das Hallentraining sofort zu stoppen. Eine Durchmischung von Sportgruppen hätte durchaus ein Treiber für weitere Infektionen sein können.

Das könnte Sie auch interessieren

Insgesamt dürften an die 500 Kinder und Jugendliche von der sofortigen Einstellung des Hallentrainings betroffen sein. Sie müssen erneut auf ihr gewohntes Turn-, Leichtathletik-, Fußball- oder Judotraining des TuS sowie das Hallentraining des Skiclubs verzichten. „Die Entscheidung tut allen Trainern in der Seele weh. Schließlich stehen wir aus Überzeugung jede Woche auf dem Sportplatz oder in der Halle, um Kinder zu bewegen und ihnen beim Sport wertvolle Erlebnisse und Selbstvertrauen zu schenken“, bedauert Ulrike Dietsche seitens der Übungsleiterinnen der Turner den Schritt. Wichtig sei bei der Entscheidung allerdings gewesen, dass die Vereine ein gemeinsames Reglement treffen, um den Eindruck etwaiger Ungleichbehandlung gar nicht erst aufkommen zu lassen. Priorität habe die Offenhaltung der Schulen. Die sofortige Einstellung des Hallentrainings könne ein wesentlicher Beitrag für die Solidargemeinschaft sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Bereits am letzten Novemberwochenende war das Turncafé der TuS-Turner abgesagt worden, obwohl dies unter Einhaltung der 2-G-Regel noch erlaubt gewesen wäre. Um die Kinder nicht zu sehr zu enttäuschen, nachdem sie ihre mühsam einstudierten sportlichen Choreographien mit fix und fertig vorbereiteten Kostümen Familien und Freunden nicht vorführen durften, wurden die Beiträge aller Turngruppen aufgenommen. Zusammen mit einem kleinen Päckchen weihnachtlichen Gebäcks und Tee nebst Kerze wurden die Videofilme an die Akteure verteilt, so dass jede Familie zu Hause ihr individuelles „Turncafé“ veranstalten konnte. „Die Resonanz der Eltern war großartig. Viele haben sich ausdrücklich für die Umsetzung bedankt und verstehen die Entscheidung, dass ab sofort kein Hallentraining mehr stattfindet“, fasst Ulrike Dietsche die Reaktionen zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

TuS-Vorsitzender Norbert Plum lobt die frühzeitige Entscheidung. „Es ist im Moment der richtige Weg. Wenn man alles weiterlaufen lässt wie bisher wird es nicht besser.“ Im Jugendfußball sei die Runde bereits seit wenigen Wochen vorüber. Alle übrigen Spiele seien vom Südbadischen Fußballbund abgesagt worden. Die aktiven Kicker trainieren je nach Wetterlage im Freien und besprechen kurzfristig die weitere Vorgehensweise. Die B-Mädchen trainieren noch im Waldstadion, allerdings ohne anschließende Benutzung der Kabinen oder Duschräume.

Training im Schnee wird für die Nachwuchstalente des Skiclubs stattfinden, informiert Luzia Sigwart, Vorsitzende des Skiclubs. Ebenso wird ein alpiner Kinderskikurs angeboten. Aufgrund enormer Preissteigerungen im Skigebiet Feldberg – insbesondere für Familien – überlege man, künftig vermehrt den Skilift in Fischbach zu nutzen.

Viele Sportbegeisterte können erneut nur via Online-Übertragung gemeinsam trainieren. Saskia Kanefeyer, Übungsleiterin der Turner, stellte ein erstes digitales Training ins Netz und fand auf Anhieb begeisterte Mitturnerinnen. Technisch unterstützt wird sie von Nina Kern, die zu einem Au-pair-Aufenthalt in den Vereinigten Staaten ist. „Bei Nina um halb eins mittags, bei den TuS-Mädchen am frühen Abend machten sie und Saskia mit der Mädchentruppe gemeinsam Sport“, freut sich Ulrike Dietsche über das Engagement der jungen Trainerinnen.