In Bonndorf bewegte sich in den vergangenen mehr als drei Jahrzehnten einiges am Wohnungsmarkt, die Bevölkerung wuchs, die Familiengrößen änderten sich. Die Löwenstadt liegt statistisch gesehen beim Zuwachs an Wohngebäuden und an Wohnungen deutlich über dem Durchschnitt des Landkreises Waldshut. Die Stadtverwaltung brachte allein in den vergangenen fünf Jahren neun Bebauungspläne und Vorhabenbezogene Planungen auf der Gesamtgemarkung auf den Weg.

Kommunale Entwicklung

Das Bevölkerungswachstum nahm in Bonndorf ab den 1980ern deutlich Fahrt auf (1986: 5236; 1997: 6671). Ab der Jahrtausendwende veränderte sich die Einwohnerzahl nur noch unwesentlich (2000: 6805; 2019: 6922). Die Familien wurden schließlich kleiner (ab den 2010er Jahren durchschnittlich 2,4 Personenhaushalte, zuvor 2,8). Der Anteil an Single-Haushalten liegt mittlerweile bei rund einem Drittel (gut 1000 von insgesamt 2969 Haushalten: 885 Zwei-, 415 Drei-, 414 Vier- und 247 Fünf- und mehr Personenhaushalte).

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Die Landkreisstatistik 2019 weist für Bonndorf ab 1986 (bis 2017) eine Zunahme an Wohngebäuden (von 1095 auf 1558, also plus 463; etwas über 43 Prozent; ) auf, an Wohnungen (von 2089 auf 3233, plus 1144; knapp 55 Prozent). In den vergangenen 30 Jahren wurden vermehrt Hausneubauten mit mehreren Wohnungseinheiten (durchschnittlich 2,5 Wohnungen) erstellt. 1986 lag der Wohnungsbestand je Gebäude bei durchschnittlich 1,9, mittlerweile bei 2,1 bezogen auf den kompletten Gebäudebestand der Gesamtstadt.

Wohl als Reaktion auf das Bevölkerungswachstum bis Ende der 1990er, wurde 2001 planerisch das Baugebiet Mittlishardt II angegangen. Ab 2004 wurden im ersten Bauabschnitt 38 Bauplätze (durchschnittlich 700 Quadratmeter Größe) verwirklicht, 2012 entschloss man sich weitere 21 Bauplätze (594 bis 868 Quadratmeter) zu erschließen.

Bauland

Die Nachfrage nach Bauland nimmt zu. Stadtverwaltung und Gemeinderat nutzten in jüngster Zeit gerne das Instrument des Vereinfachten Verfahrens (nach Baugesetzbuch (BauGB)), um auf diesen Markt zu reagieren – in der Summe rund 7,83 Hektar wurden für Wohnbebauung in den vergangenen fünf Jahren zur Verfügung gestellt. Dies ist einer Zusammenstellung des Stadtbauamts auf Anfrage zu entnehmen. Von neun Baugebieten wurde ein Drittel im Regelverfahren, zwei Drittel im Vereinfachten Verfahren (zwei Innenentwicklung; vier Außenbereich) erstellt.

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Das Vereinfachte Verfahren zur Erstellung eines Bebauungsplans kürzt das Normalverfahren ab und verzichtet auf eine formale Umweltprüfung, erläutert Nicole Messerschmid vom Stadtbauamt im Gespräch. Das Verfahren für Außenbereichsflächen ist nur noch für Flächen anwendbar, für die vor dem 31. Dezember 2019 ein Aufstellungsbeschluss im Gemeinderat gefasst wurde. Diese Verfahren müssen bis Ende 2021 abgearbeitet sein, wie beispielsweise vor kurzem in Wellendingen der zweite Abschnitt Hintere Ziegelmatt.

Ausgleichsmaßnahmen

Die Bauleitplanung hält die Möglichkeit des Vereinfachten Verfahrens offen, wenn durch die Eingriffe die nähere Umgebung eines geplanten Baugebiets nicht wesentlich verändert wird. Notwendige Ausgleichsmaßnahmen werden grundsätzlich durch die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Waldshut überprüft, teils aber auch durch die Höhere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Freiburg. Eine „Rüge“ der Überwachungsstelle wegen mangelnder Umsetzung habe die Stadtverwaltung Bonndorf bislang nicht erhalten, so Nicole Messerschmid.

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Für die in den vergangenen fünf Jahren verabschiedeten Bebauungspläne seien Ausgleichsmaßnahmen festgelegt worden. Nicole Messerschmid erwähnt beispielhaft die Pflanzung standortgerechter, heimischer Baumarten und Umwandlung von Intensivgrünland in ökologisch höherwertige Flächen. Bedeutsam werden kann auch das Einlösen von Ökopunkten sein. Bonndorf erhielt insgesamt 372.500 Ökopunkte für die Umwandlung von Sukzessionsnadelwald zu Gebüsch- und Saumvegetation als Voraussetzung für die Weiterentwicklung von Mager- und Trockenrasengesellschaften im Naturschutzgebiet Steppenheide Hardt. Diese seien eingesetzt worden für die Bebauungsgebiete „Mittlishardt III“ und „Schmiedeäcker III“.

Weitere Informationen im Internet:
www.landkreis-waldshut.dewww.statistik-bw.de www.destatis.de

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