Von der Schulverwaltung als wichtig erachtet, liegt ein Neubau eines Zentrallehrerzimmers mit zentraler Schulverwaltung für das Bildungszentrum Bonndorf (BZB) vorerst auf Eis. Der Gemeinderat lehnte eine ersten Planungsrate von 80.000 Euro in der Projektliste zum Investitionsplan 2022 ab. Die Entscheidung fiel im Stimmenpatt (elf Ja-, elf Nein-Stimmen) denkbar knapp aus. Deutlich wurde in der Ratsdiskussion, dass dies keine grundsätzliche Ablehnung des Projekts sein soll.

Kontroverse Diskussion

Bürgermeister Marlon Jost betonte, dass das Abstimmungsergebnis kein Aus des Projekts bedeute, denn die Stadt wolle sich weiterentwickeln. Er mahnte allerdings auch die Lieferung eines pädagogischen Raumkonzepts unter Einbeziehung der Hauptgebäude in Bonndorf und der Gebäude der schulischen Außenstellen Gündelwangen und Wellendingen sowie eine Schülerzahlprognose für das BZB an. Danach könne über ein bauliches Konzept nachgedacht werden.

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Zunächst müsse eine Kosten-/Nutzenanalyse für das Projekt vorliegen, bevor man in eine Planungsphase einsteige, betonte Stadtrat Ingo Bauer (CDU). Ingo Bauer nannte eine Kostenschätzung von 1,8 Millionen Euro für den Neubau. Die Schülerzahlen des BZB seien rückläufig. Ohne ein vorliegendes Konzept erscheine ihm eine Planungsrate von 80 000 Euro doch mutig, äußerte sich Fraktionskollege Bernhard Hegar (CDU). Dem pflichtete Eckhard Fechtig (CDU) bei.

Stadtrat Tilman Frank (SPD), bis Ende des Schuljahres 2019/20 selbst noch Lehrer am BZB, betonte, dass dem Gemeinderat lediglich eine Grobplanung des Zentrallehrerzimmers vorliege. Natürlich müsse deshalb geklärt werden, was beispielsweise mit dem Martin-Gerbert-Schulgebäude an der Schwimmbadstraße geschehe. Dort sind Schüler des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) untergebracht.

Kollegium benötigt Raum zur Begegnung

Tilman Frank plädierte für die Einstellung einer ersten Planungsrate von 80.000 Euro in die Projektliste. Die Verwaltung könne dann mit einer konkreten Planung beginnen. Der seit diesem Schuljahr bestehende Schulverbund, dem der Gemeinderat zugestimmt habe, müsse gefestigt werden, war sich Heidi Saddedine (SPD) sicher. Ein Zentrallehrerzimmer biete die Möglichkeit des Zusammenwachsens der Grundschule, des SBBZ und der Realschule. Das Kollegium benötige Raum zur Begegnung.

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Als hoch stufte Gernot Geng (Bürgerliste) die geschätzten Kosten von 1,8 Millionen Euro ein. Er mahnte an, über Einsparpotentiale nachzudenken. Er sehe allerdings auch, dass die Stadt auf schulischer Ebene attraktiv bleiben muss. Er könne sich deshalb vorstellen, mit der Planung zu beginnen und diese gegebenenfalls abzubrechen.

Ihr erscheine ein Zentrallehrerzimmer derzeit wenig sinnvoll, äußerte sich Martha Weishaar (CDU). Es stehen mittelfristig andere Millionen-Projekte in Bonndorf an. Zudem sehe sie eine hohe personelle Fluktuation im Kollegium. Darüber hinaus sei der angedachte Standort des Zentrallehrerzimmers für Bonndorf städtebaulich ein Schlag ins Gesicht. Martha Weishaar verwies auf das denkmalgeschützte Grundschulgebäude in unmittelbarer Nachbarschaft des anvisierten Standorts. Bevor mit einer Planung begonnen werde, müsse die Bevölkerung über ein derartiges Projekt informiert werden, äußerte sich Werner Intlekofer (Grüne). Die Stadtverwaltung sollte der BZB-Schulverwaltung ein Jahr Zeit geben, ihre Vorstellungen zu konkretisieren.

Das sagt Schulleiter Felix Lehr

Es gebe eine Entwurfsplanung für ein verbindendes Gebäude Zentrallehrerzimmer/Zentrale Schulverwaltung sowie eine darauf aufbauende Raumkonzeption für die Schulgebäude, erläuterte BZB-Schulleiter Felix Lehr auf Anfrage. Diese Entwurfsplanung liege der Stadtverwaltung vor und sei mit dieser besprochen.

Der Begriff des Schulverbundes bringe die Bedeutung eines Zentrallehrerzimmers bereits auf den Punkt, so Felix Lehr. Um die daraus möglichen positiven Effekte für alle Schüler nutzen zu können, benötige es eine tatsächliche Verbundenheit, die zunächst innerhalb des Kollegiums entstehen muss. Die pädagogische Arbeit lebe von direkten, unmittelbaren Gesprächen.

Felix Lehr: Für die Kollegien der Grundschule und des SBBZ sowie der Realschule sei zentrales Ziel, für die Kinder durchgängige Bildungsbiographien zu ermöglichen, um den gewachsenen Herausforderungen bestmöglich gerecht werden zu können. Dafür sei die tägliche Begegnung der Kollegen elementar.