Im Frühjahr legte sich die Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins Bonndorf ein Hinterwälder Rind zu. Ziel war und ist es, sowohl bewussten Fleischkonsum, als auch Wertschätzung für Tier und Landwirtschaft in den Fokus zu rücken. Dass das Schwarzwaldverein-Rind „Winni“ dabei auch Landschaftspflege und Naturschutz unterstützt, war Mitgrund für die Initiierung des Projektes.

Viel Freiheit genossen die Hinterwälder auf den großen Weiden.
Viel Freiheit genossen die Hinterwälder auf den großen Weiden. | Bild: Martin Schwenninger

Nach einem Sommer auf den Weiden der Familie Fischer in Blasiwald hieß es für Winni, umzusiedeln ins Winterquartier. Früh morgens machte sich hierfür eine kleine Gruppe des Schwarzwaldvereins auf den Weg, um Winni und zwei weitere Hinterwälder von der Weide zu holen und zu verladen. Ausgerüstet mit Brot und Äpfeln waren bereits etliche Helfende vor Ort.

„Winni“ öfters auf Wanderschaft

Offensichtlich hatten es die Tiere im Gespür, dass es bald runter von der Weide und in den Stall geht: Die Nacht davor waren sie aus der Weide ausgebüxt. Verantwortlich war wohl „Winni“, der nicht zum ersten Mal auf Wanderschaft ging. „Als Schwarzwaldvereinsmitglied nicht verwunderlich und eigentlich lobenswerte Neugier“, schmunzelt Marisa Schwenninger, Naturschutzwartin des Bonndorfer Schwarzwaldvereins. Obwohl die Tiere noch in der Nacht wieder auf die Weide gelockt und getrieben wurden, war diese am frühen Morgen des Verladens erneut leer. „Glücklicherweise waren die Burschen schnell wieder gefunden, und mit Geduld, beruhigenden Worten sowie ein paar Leckerlis verlief die Verladung problemlos“, sagt Marisa Schwenninger.

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Den gesamten Sommer verbrachte Winni in Blasiwald auf verschiedenen Weiden und wurde regelmäßig durch Mitglieder und Freunde des Schwarzwaldvereins besucht. Max Nägele führte eine Wandergruppe, andere fuhren regelmäßig Touren mit dem Mountainbike von Bonndorf nach Blasiwald. So auch Andreas Göhring, Hauptinitiator des Projektes, der mit Freund Günter Hirt Winnis Kollegen, zwei weitere Hinterwälder, in der Herde weiden ließ. Nachdem die Ladeklappe des Anhängers zu war, ging es den kurvenreichen Weg über den Feldbergpass hinab ins Wiesental und wieder hinauf nach Ungendwieden zu Wolfgang Laile.

Ein eingespieltes Team

Hier ist Winnis Ursprung, denn Wolfgang Laile züchtet Hinterwälder Rinder. Er und sein Sohn Alex sind ein eingespieltes Team, wenn es darum geht, die Tiere in den Stall zu führen. Obwohl die Tiere die Stimmen der beiden kennen, trotzt das ein oder andere doch etwas, und es braucht viel Zuspruch und vereinte Kräfte, um die Hinterwälder davon zu überzeugen, dass es jetzt in den Stall bis ins Frühjahr geht.

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„Winni“ wird bis in den März in Ungendwieden bleiben. Dann ist die Schlachtung vorgesehen. Das Fleisch soll den Mitgliedern des Schwarzwaldvereins zum Kauf zur Verfügung stehen. Es zeichnet sich durch seine kurzfaserige Struktur aus. Und wer „Winni“ auf den Weiden in Blasiwald besucht hat, weiß, dass er dort hochwertiges Futter auf den Schwarzwaldweiden gefunden hat. Auch dies wirkt sich maßgeblich auf die hohe Fleischqualität der Hinterwälder aus. Einen Vorgeschmack bieten einige Restaurants, die explizit Fleisch des Hinterwälder Rinds auf den Teller bringen. Eine Liste findet sich auf der Homepage des Biosphärengebiets Schwarzwald.

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„Jetzt im Winter bekommen sie Heu und Schrot und werden nochmal gut zulegen“, meint Wolfgang Laile und streckt den Tieren eine Schaufel Schrot hin. Lange Zungen strecken sich danach und alle sind sicher, dass Winni und seine Kameraden über den Winter gut umsorgt sind.

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