Ein halbes Dutzend Proben haben die Stadtmusik und Dirigent Daniel Weißer bestritten seit die Corona-Regeln dies wieder gestatten. Davor herrschte eineinhalb Jahre Stillstand. Solch eine lange Zeit ohne Übung birgt die Gefahr, dass Musiker spieltechnisch abbauen. Ansatz und Fingerfertigkeit können ebenso wie richtige Atemtechnik verlorengehen. Umso mehr freut es den Dirigenten, dass die musikalische Qualität bereits wieder in eine gute Richtung zeigt.

Roland Krones ist erleichtert darüber, dass beinahe alle Musiker der Stadtmusik nach eineinhalbjähriger Corona-Pause wieder den Spielbetrieb aufnehmen.
Roland Krones ist erleichtert darüber, dass beinahe alle Musiker der Stadtmusik nach eineinhalbjähriger Corona-Pause wieder den Spielbetrieb aufnehmen. | Bild: Martha Weishaar

„Nach einer Findungsphase in den ersten beiden Proben, geht es wieder bergauf. Jetzt fehlt es nur noch an Routine. Wir alle müssen uns an die neue Probensituation im Stadthallenfoyer gewöhnen. Abstände müssen eingehalten werden, außerdem klingt es hier anders als im Probenlokal. Erfreulicherweise zeigen alle eine gute Diszipliniertheit“, erklärt Daniel Weißer.

Das könnte Sie auch interessieren

Derweil ist nicht allein die musikalische Qualität von Bedeutung. Im Verein geht es immer auch um Kameradschaft und die muss nun wieder zusammenwachsen. Der Dirigent befürchtet, dass der gesellige Zusammenhalt stark leiden könnte, wenn der Probenbetrieb erneut unterbrochen werden müsste. „Aber selbst wenn die Entwicklung der Pandemie unvorhersehbar ist, müssen wir uns Ziele setzen“, motiviert er sich und das Orchester. Das gelingt ihm gut. Mit einem Lächeln im Gesicht fordert er die 30 Musiker auf, Bestleistung abzurufen. Bricht zuweilen nach wenigen Takten ab, gibt eine „letzte Chance“, um am Ende doch zu loben: „Das klang schon richtig gut.“

Dirigent Daniel Weißer versteht es, mit freundlicher Konsequenz die Musiker wieder auf ihr bewährt gutes Niveau zu heben.
Dirigent Daniel Weißer versteht es, mit freundlicher Konsequenz die Musiker wieder auf ihr bewährt gutes Niveau zu heben. | Bild: Martha Weishaar

Noch ist das Orchester nicht wieder komplett. Einigen Musikern ist es noch zu gewagt, den Probenbetrieb wieder aufzunehmen. Obwohl inzwischen viele geimpft sind. Die Urlaubszeit trägt ein Übriges bei.

Das könnte Sie auch interessieren

Roland Krones, Vorsitzender der Stadtmusik Bonndorf, ist dennoch zuversichtlich, dass entgegen erster Befürchtungen die allermeisten Akteure wieder zum regelmäßigen Spiel- und Probenbetrieb zurückfinden. Auch freut er sich, dass nach den Sommerferien ein paar junge Spieler aus der Bläserjugend dazustoßen werden.

In der Jugendkapelle hat mittlerweile Alex Bernhart den Taktstock von Felix Schüle übernommen. Trainings- und Jugendorchester sind verschmolzen, proben seit Juni gemeinsam und nehmen zum Schuljahresbeginn den Probenbetrieb wieder auf. Da der Einzelunterricht bei der Musikschule für die Nachwuchsmusiker auch während der Pandemie zeitweilig fortgesetzt wurde, beobachtet Alex Bernhart bei seinen Schützlingen keinen erkennbaren Leistungseinbruch.

Das könnte Sie auch interessieren

Für die Stadtmusiker indes fällt die diesjährige Sommerpause mit zwei Wochen ungewohnt kurz aus. Bereits am 25. August beginnen die Proben wieder. „Man weiß ja nie, wie es weitergeht“, zeigt der Dirigent eine gewisse Skepsis hinsichtlich der Entwicklung der Pandemie.

Die nächsten Schritte

Die nächsten Ziele stehen bereits fest. Mitte September wird es ein Blasmusik-Open-Air vor der Stadthalle geben. Am Stephanstag wird die Stadtmusik wieder im Gottesdienst konzertieren, eventuell sogar mit Konzertverlängerung. Sollte die Chilbiprobe der Feuerwehr stattfinden, wird auch deren Abschlussmarsch von der Stadtmusik angeführt. Das Weinfest hingegen ist definitiv abgesagt, der bereits für 2020 geschlossene Vertrag mit der Band wurde erneut um ein Jahr verschoben, informierte Roland Krones. All diese Planungen sind freilich mit Fragezeichen versehen – je nach Corona-Lage.