Der erste Schock nach dem Großbrand bei der Adler OHG, der am 26. Mai ausgebrochen war und Teile von Räucherei und Wursterei zerstört hat, ist überwunden. Zwar holprig, aber dennoch erkennbar, kehre langsam wieder ein Stück Normalität ein, sagte Geschäftsführer Peter Adler bei einem Vor-Ort-Termin mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner, der sich über die Situation des Familienunternehmens informierte.

Produktion geht in Freiburg weiter

Dabei habe auch ein bisschen Glück im Unglück mitgespielt ergänzte Marie-Luise Adler, geschäftsführende Gesellschafterin der Hans Adler OHG. In Freiburg fand man nämlich einen Produktionsstandort, der bis vor Kurzem durch Fleischwarenhersteller Ponnath genutzt worden war und über die benötigten Räucheranlagen und Anlagen zur Herstellung der Fleisch- und Wurstwaren verfügt.

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Hier produziert Adler nun das gesamte Wurstsortiment und Teile der Rohpökelware, aber auch Kochpökelware wie die Schäufele. Nennenswerte Unterbrechungen oder Lieferengpässe konnten so vermieden werden. Marie-Luise Adler: „Wir produzieren schon seit dem 12. Juni mit eigenem Personal nach eigener Rezeptur in Freiburg. Wir sind dankbar für diese Möglichkeit – und auch für Handelspartner, die uns in dieser Ausnahmesituation die Treue halten.

Fast das ganze Sortiment kann wieder geliefert werden

Wir sind stolz, in so kurzer Zeit nahezu unser volles Sortiment liefern zu können.“ Wie Marie-Luise Adler weiter erläuterte, kann der neue Eigentümer der ehemaligen Ponnath-Produktionsstätte, die Taifun-Tofu GmbH, diese vermieten, weil das Unternehmen sie selbst noch nicht sofort für die weitere Unternehmensentwicklung nutzt. Frühestens im März 2022 soll die Tofuproduktion im neuen Werk starten. Die Zwischenmiete durch Adler ist daher bis Februar 2022 möglich.

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Die firmeneigene Qualitätssicherung begleite den Produktionsstart von Adler in Freiburg intensiv und mit einem abgestimmten Hygienekonzept. Das zuständige Veterinäramt und Regierungspräsidium habe die Freiburger Produktion zügig freigegeben, ein kurzfristiges IFS-Audit sichere die Einhaltung der gewohnten Standards, so Marie-Luise Adler.

Waren und Mitarbeiter pendeln nach Freiburg

Insgesamt laufe die Zusammenarbeit mit den Behörden sehr gut, viele weitere Amtsgänge würden aber noch bevorstehen, sagte die Geschäftsführerin. Die in Freiburg produzierten Produkte werden weiterhin in Bonndorf geschnitten und verpackt. Täglich pendeln Lastwagen von Freiburg nach Bonndorf und zurück. Pendeln müssen auch etliche Mitarbeiter. Diese werden von der Firma Vesenmayer täglich nach Freiburg und wieder zurück gebracht.

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Am Standort Bonndorf selbst wurden nach den Worten von Peter Adler inzwischen Kälteaggregate besorgt und aufgestellt, so dass die benötigte Kälte sichergestellt werden kann. Man könne jetzt auch wieder vor Ort schlachten und zerlegen, so Adler. In dieser Woche soll ein Probelauf stattfinden. Übergangsweise konnte Adler für die Schlachtungen die Räumlichkeiten der Firma Färber in Waldshut nutzen, Adler-Mitarbeiter verstärkten das Team vor Ort.

Unternehmen plant zukunftsorientierten Wiederaufbau

Nach dem Brand hat Adler viele Kräfte mobilisiert, um lieferfähig zu bleiben. Das Tochterunternehmen Schinkenhof GmbH & Co. KG mit Sitz in Achern übernimmt aktuell den Räucher- und Reifeprozess des Schwarzwälder Schinkens. Die Situation sei derzeit für alle sehr belastend, meinte Marie-Luise Adler, dennoch sei man guter Dinge und plane einen zukunftsorientierten Wiederaufbau. Der Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner, der Adler auch schon kurz nach dem Brand besucht hatte, lobte den Elan und Tatendrang des Traditionsbetriebs und wünschte weiterhin viel Kraft, um die anstehenden Hürden zu meistern.