Wahrlich nicht zum ersten Mal haben fünf Freunde, Motorradfahrer aus Mönchengladbach, in Bonndorf verweilt. Für vier Tage hatten sie sich mit ihren Maschinen dieses Mal im Gasthaus „Burg“ in Ewattingen einquartiert. Von dort aus ließen sie sich nun den Südschwarzwald und weitere Annehmlichkeiten der Löwenstadt „schmecken“. Zum Abschied besuchten sie mit ihren Mopeds, wie sie ihre Zweiräder mit so klangvollen Namen wie BMW, Ducati, Suzuki und Triumph, liebevoll nennen, Erhard Morath in der Vorstadt, mit dem sie seit 15 Jahren eine Freundschaft pflegen, und bedankten sich für die Organisation ihres Aufenthalts im Schwarzwald.

So hat alles begonnen

Die Begeisterung für Fußball, speziell für Borussia Mönchengladbach, und die jährlichen Marketingtagungen der Sparkassen in Stuttgart hatten vor vielen Jahren Udo Koch und Erhard Morath zusammengeführt. Dies hatte zur Folge, dass die Gladbacher am Ende ihrer Jahrestouren durch ganz Europa, inzwischen seit 15 Jahren, regelmäßig in Bonndorf Station machten, ehe es nach Hause ging.

Erinnerungen

Die meisten erinnern sich noch an die Etagenbetten in der einstigen Jugendherberge. Aber auch Open-Air-Feeling mit einer schottischen Liveband im Schlossgarten bei eisigen Temperaturen, das Feiern im Gasthaus „Schnitzer“, der Besuch der Lotenbachklamm, der Sportanlage des TuS und der Schlossnarrenstuben, um nur einige zu nennen, summierten sich zu einem bunten Bilderreigen ihrer Aufenthalte über all die Jahre in Bonndorf, Gündelwangen und jüngst nun in Ewattingen.

Das Coronajahr 2021

Wegen der schwierigen Buchungsbedingungen außerhalb Deutschlands – Corona lässt grüßen – stand schon frühzeitig fest, nicht das Ausland, sondern Bonndorf und den Südschwarzwald auf der zehntägigen Tour ins Visier zu nehmen. Auf der Suche nach einer neuen Herberge, einige hatten noch nicht geöffnet, landeten die fünf Motorradfahrer schließlich im Gasthaus „Zur Burg“ in Ewattingen.

Begrüßung

Nach einem lockeren Hallo am ersten Tag mit Quartierbezug folgte der Austausch von Neuigkeiten, über das, was sich hier wie dort im Alltag so abspielt und ereignet hatte. Die ausgetüftelte Motorradtour durch den Südschwarzwald führte sie am folgenden Tag an den Schluchsee, nach Menzenschwand, Bernau, ins Münstertal, auf den Schauinsland, ins Glotter- und Jostal und zurück nach Ewattingen.

Die Landschaft

Von den landschaftlichen Eindrücken zeigten sie sich hellauf begeistert, Blicke hinüber zu den Vogesen und auf den Feldberg werden ihnen eindrucksvoll im Gedächtnis und digital erfasst nachhaltig erhalten bleiben. Obwohl sie stets als vernünftige Bikertruppe unterwegs sind, imponierte ihnen die Fahrt auf der Bergstrecke hinauf zum Schauinsland besonders.

Abend auf der Dusty Rose Ranch

Als weiteres Glanzlicht erwies sich ein Besuch auf der Dusty Rose Ranch, ein Wunsch, den die Gäste immer wieder einmal geäußert und oft aus Termingründen verschoben hatten. Laura Ketterer stellte in einer Führung nicht nur ihren gesamten Betrieb, die Pferde, die Stallungen und die Halle vor, sondern ermöglichte auch jedem einen Ritt auf einem Quarterhorse-Hengst in sämtlichen Gangarten, bis hin zum lockeren Galopp. Lassowerfen, gar nicht so einfach, gehörte ebenfalls zum Programm. Als krönenden Abschluss lud Laura Ketterer die Runde dann zu einem Canadian Barbecue im Garten ihres Wohnhauses ein.

Das Abendessen

Tobias Podeswa hatte Fleisch und Würste punktgenau vorbereitet, Laura steuerte Krautsalat, Ofenkartoffeln und verschiedene Soßen bei. Die Stimmung war glänzend und wurde immer besser mit Blick über Bonndorf und zum Lindenbuck, zur Alpenkette, auf Sonnenuntergang, grüne Weiden und Äcker soweit das Auge reichte. Und als wäre auch das noch inszeniert worden, gab sich ein Fuchs auf der Nahrungssuche in nächster Nachbarschaft ein Stelldichein. Da die Motorräder wohlüberlegt in Ewattingen geblieben waren, durfte auch ein Bier – und zum Schluss ein canadischer Whiskey nicht fehlen.

Vom Motorradsattel in den Pferdesattel: Eine gute Figur machte Klaus Krause auch hoch zu Ross. Laura Ketterer hatte den Bikern einen Ritt auf einem ihrer Quarter-Horses ermöglicht.
Vom Motorradsattel in den Pferdesattel: Eine gute Figur machte Klaus Krause auch hoch zu Ross. Laura Ketterer hatte den Bikern einen Ritt auf einem ihrer Quarter-Horses ermöglicht. | Bild: Erhard Morath

Und weil es der Zufall gelegentlich besonders gut meint, führten zwei junge Reiterinnen aus Lenzkirch auf ihren Pferden vor, was das Westernreiten an Besonderheiten bietet. Wegen eines vorgesehenen Fotoshootings, das nichts mit den Motorradfreunden zu tun hatte, geriet die spontane Darbietung ob des Stylings in filmreifem Look zu einem Sahnehäubchen für die Motorradfahrer. In der lockeren Unterhaltung erfuhren die Motorradfahrer, was die Beweggründe zu diesem Hobby sind und welcher Einsatz beispielsweise nötig ist, um mit einem Pferd auf Dauer gut auszukommen.

Der Abschied

Zeit, auf Wiedersehen zu sagen. Nahezu im Flüsterton rollten dann an einem späten Vormittag fünf Motorräder in die Paul-Körber-Straße in Bonndorfs Vorstadt – es war bereits ziemlich warm geworden – um sich zu verabschieden. Dabei gab man sich auch das Versprechen, sich in Mönchengladbach und zu einem Spiel der Borussia wieder zu sehen. Über ihre Tage im Schwarzwald, in Bonndorf und Ewattingen waren die Motorradfahrer voll des Lobes und hinterließen ein Geschenk für die Dusty Rose Ranch, ehe sie mit einem Blick auf das Areal der einstigen Jugendherberge wieder davon fuhren.