Während die Politik noch diskutiert, ob Corona-Schnelltests für Unternehmen verpflichtend werden, setzen Hectronic und Dunkermotoren die Überlegungen in die Tat um. Arbeitnehmer beider Bonndorfer Unternehmen können sich auf dem Parkplatz vor den Firmeneingängen allmorgendlich testen lassen. Auf Wunsch gibt es das Testergebnis auch schriftlich.

Die Bonndorfer Unternehmen Dunkermotoren und Hectronic bieten Corona-Tests unmittelbar am Arbeitsplatz an.
Die Bonndorfer Unternehmen Dunkermotoren und Hectronic bieten Corona-Tests unmittelbar am Arbeitsplatz an. | Bild: Martha Weishaar

Der Testlauf startete vor einer Woche um 5.30 Uhr. „Bereits die Mitarbeiter der Frühschicht sollen die Möglichkeit zum Testen haben. Bis halb zehn Uhr wird getestet, sodass auch die Vesperpause dazu genutzt werden kann oder diejenigen, deren Arbeitstag später beginnt, Gelegenheit haben“, erklärt Eckhard Fechtig. „Wir hoffen, dass sich das Angebot etabliert und vor allem jetzt – nach den Feiertagen – von möglichst vielen ein- bis zweimal wöchentlich genutzt wird“, sagt der Geschäftsführer von Hectronic im Hinblick auf die dann zu erwartenden steigenden Fallzahlen.

Vertriebschef Claus Kaimer (rechts) geht mit gutem Beispiel voran und lässt sich von Maximilian Rottmüller testen.
Vertriebschef Claus Kaimer (rechts) geht mit gutem Beispiel voran und lässt sich von Maximilian Rottmüller testen. | Bild: Martha Weishaar

Schnell und unbürokratisch richteten die beiden Unternehmen binnen eines Tages die Teststation ein, nachdem Bürgermeister Michael Scharf angeregt hatte, selbst aktiv zu werden. „Als die britische Mutante im Wellendinger Kindergarten festgestellt wurde, war uns klar, dass wir dringend was machen müssen, denn jeder Getestete ist ein kleines Risiko weniger“, erklärt Fechtig das zügige Vorgehen. Die Teststation ist in einem Bus der Firma Vesenmayer eingerichtet. „Das Unternehmen reagierte sofort positiv auf unsere Anfrage. Auf diese Weise bleibt uns erspart, einen Container aufzustellen“, freut sich Fechtig über die unkomplizierte Zusammenarbeit.

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Diese bewährt sich in Pandemie-Zeiten einmal mehr auch zwischen Dunkermotoren und Hectronic. 1200 Beschäftigte arbeiten in beiden Unternehmen. Durch die gemeinsame Teststation können Ressourcen gebündelt werden. Betriebsräte, Schwerbehindertenbeauftragte sowie Auszubildende wickeln die Anmeldung ab. Tester der Stadt Bonndorf nehmen die Testung vor. Nach drei Minuten ist das Prozedere vorüber. Es läuft wie am Schnürchen. Die einen lassen sich auf dem Weg zur Arbeit testen, andere stempeln rasch ab, wenn sie sehen, dass das Testmobil gerade leer steht.

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Das Angebot wird gut angenommen. Sogar zufällig des Wegs kommende Passanten wollen die Gelegenheit zum Testen nutzen. Vorerst jedoch ist sie den Mitarbeitern von Hectronic und Dunkermotoren vorbehalten. „Wir wollen keine Konkurrenz zur Apotheke darstellen“, macht Fechtig klar. „Aber wir müssen zackig etwas unternehmen und nicht warten, bis der halbe Betrieb verseucht ist.“

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Mit 6,50 Euro pro Person zuzüglich des Stundenlohns der Tester lassen sich die Unternehmen das Testen einiges kosten. Doch das sei zweitrangig. „Wir setzen das jetzt ohne gesetzliche Verpflichtung um und hoffen, damit die Sicherheit aller Mitarbeiter erhöhen zu können“, sagt Harald Volk, der den Krisenstab Pandemie bei Dunkermotoren leitet. Beide Unternehmen kamen bisher, was das Infektionsgeschehen anbelangt, glimpflich durch die Pandemie. Die Zahl der Infizierten ist bisher vergleichsweise gering. Offenbar infizierten sich die Betroffenen im privaten Bereich. Homeoffice, das Entzerren von Schichten und das Trennen von Arbeitsplätzen sowie umfangreiche Hygienemaßnahmen zeigen offenbar Wirkung.

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Nun sollen den Mitarbeitern zusätzlich Selbsttests zur Verfügung gestellt werden. „Es ist in der momentanen Situation wichtig, Kräfte zu bündeln und schnellstmöglich für alle Beschäftigten gute Testmöglichkeiten bereit zu stellen“, fasst Renate Heizmann, Personalleiterin bei Dunkermotoren, die Maßnahmen zusammen. Allen Verantwortlichen ist bewusst, dass man auch künftig immer wieder rasch auf neue Situationen reagieren werden muss.