In feierlichem Rahmen überreichte Landrat Martin Kistler die Preise eines Kunstwettbewerbs des Landkreises. 60 der 107 eingereichten Arbeiten werden derzeit im Schloss Bonndorf ausgestellt. Der Hauptpreis ging an Hannelore Weitbrecht für ihren „Büchertanz“.

„Ein fragiles Papierobjekt in schwebender Leichtigkeit, insgesamt ein leises, poetisches Kunstwerk“, würdigte die Jury das Werk der in Waldshut geborenen, mittlerweile in Kirchheim-Teck lebenden Künstlerin. Diese freut sich, „dass ich nach der Zwangspause meine Arbeiten in solch einem schönen Ambiente zeigen kann“. Der Landrat befand: „Wer Ihre Werke gesehen hat, vergisst diese niemals.“

Mit ihrem „Büchertanz“, einer fragilen Papierarbeit, gewann Hannelore Weitbrecht den Wettbewerb des Landkreises mit Titel „Verwandelt? oder Verwandelt!“.
Mit ihrem „Büchertanz“, einer fragilen Papierarbeit, gewann Hannelore Weitbrecht den Wettbewerb des Landkreises mit Titel „Verwandelt? oder Verwandelt!“. | Bild: Martha Weishaar

Anerkennungspreise erhielten Peter Schütz sowie Daniel Topka. Peter Schütz, gebürtiger Schweizer, der in Niederwihl lebt, wurde für sein Werk „Vertrauen“ ausgezeichnet. „Es spielt mit dem vielseitigen Verhältnis zwischen Mensch und Tier, der wechselseitigen Beziehung, die Mensch und Natur zueinander haben“, lautete die Begründung der Jury.

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Daniel Topka, jüngster Preisträger, ist in Dogern aufgewachsen und derzeit an der Universität der Künste in Berlin eingeschrieben. „Seine glasierte Keramik braucht keinen Titel“, sagte der Landrat zu dem Exponat des Künstlers, den er seit Kindesbeinen kennt. Die Jury erklärt ihre Entscheidung damit, dass Daniel Topka „spielerisch, subversiv Reclamhefte vermittelt und diese hermetisch in ein nicht mehr zugängliches Kunstwerk verwandelt“.

Gemeinsam mit dem Freiburger Galeristen Albert Baumgarten bewerteten die Kunsthistorikerinnen Susanne Meier-Faust (links) und Nicole Aellig-Kurz die eingereichten Werke des Kunstwettbewerbs.
Gemeinsam mit dem Freiburger Galeristen Albert Baumgarten bewerteten die Kunsthistorikerinnen Susanne Meier-Faust (links) und Nicole Aellig-Kurz die eingereichten Werke des Kunstwettbewerbs. | Bild: Martha Weishaar

Die Jury setzte sich aus den Kunsthistorikerinnen Nicole Aellig-Kurz und Susanne Meier-Faust sowie dem Freiburger Galeristen Albert Baumgarten zusammen. Martin Kistler betonte, wie schwierig es für Künstler seit Ausbruch der Corona-Pandemie sei, das eigene Schaffen zu zeigen und mit Kunstinteressierten in Dialog zu treten. „Der Wettbewerb stieß auf sensationelle Resonanz, die Ausstellung insgesamt ist hervorragend gelungen und vermittelt ein zustimmendes Gefühl. Sie ist ein Türöffner im metamorphischen Sinne“, lobte er.

Kulturamtsleiterin Susanna Heim betonte den Auftrag des Landkreises, seinen Talenten eine Bühne zu bieten. Das gelang bei der Preisverleihung auch mit der Pianistin Julia Pleninger, die mit exzellentem Einfühlungsvermögen Werke von Beethoven und Chopin sowie mit „Black Earth“ ein modernes Stück von Fazil Say am Flügel zum Besten gab. Beim Rundgang durch die Ausstellungsräume lauschten die Besucher nach dem offiziellen Teil weiterhin den virtuosen Klavierkünsten der jungen Frau, die übrigens am 31. Oktober gemeinsam mit Nathalia Dauer das Stipendiatenkonzert im Schloss bestreiten wird.

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Susanna Heim würdigte überdies die hervorragende Zusammenarbeit von Eduardo Hilpert und Udo Eggi, welche gemeinsam die Ausstellung konzipierten. „Das Kulturamt versteht sich als Impulsgeber. Schloss Bonndorf sollte ein Ort sein, an dem wir die Blase der Kultur anstechen, damit diese sich öffnet.“ Dazu soll überdies die neue Kulturplattform „stattsofa.net“ beitragen, mit dem Ziel, Kunst und Kultur im Landkreis sichtbar zu machen.