Er will die Menschen und ihre Interessen zusammenführen, transparent, fair, engagiert und mitmenschlich: Jochen Schäuble, der Bürgermeister von Bonndorf werden will. Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, muss ein nachhaltiges und lebenswertes Konzept für die Stadt entwickelt werden, das gewährleistet, dass die Kommune auch in 20 Jahren attraktiver Lebensmittelpunkt für Jung und Alt ist, sagt Schäuble. Dafür will er sich mit ganzer Kraft einsetzen.

Damit Bonndorf ein attraktives Unterzentrum in der Region bleiben und sich positiv und vielseitig weiterentwickeln kann, erachtet Jochen Schäuble eine klare Leitplanung in unterschiedlichen Themenfeldern als erforderlich. Dabei gelte es nicht nur, den Blick auch über den eigenen Tellerrand zu werfen – überregionale Vernetzungen und Vergleiche können hilfreich sein –, auch die Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Ideen oder auch Bedenken mit einbringen können und an Entscheidungsprozessen beteiligt werden, sagt der 53-Jährige.

Bauliche Entwicklung

Als wichtigen Teilaspekt der Leitplanung nennt Jochen Schäuble im Gespräch mit der Zeitung eine moderne Verkehrsinfrastruktur und die künftige städtebauliche Entwicklung des Studer-Areals. Diese müsse kompatibel sein mit einer Weiterentwicklung der Geschäfte in der Innenstadt. Und dazu sei es notwendig, die Leute zusammenzubringen, um gemeinsam tragbare und intelligente Lösungen auszuarbeiten.

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Zu den bisherigen Plänen für das Studer-Areal (Ansiedlung von Aldi, Lidl und dm-Markt) vertritt Jochen Schäuble die Meinung: „Der Plan ist nicht die allein selige Meinung, es gibt viele Varianten, die in Fragen kommen würden.“ Wichtig ist für ihn, die Bürgerinnen und Bürger bei der Konzeptentwicklung mitzunehmen, ehrlich und nachvollziehbar zu informieren.

Neue Wohnkonzepte könnten mit Einkaufsmärkten und einem kleinen Landmarkt mit Direktvermarktung kombiniert werden – neue Ideen dürften nicht von vorne herein ausgeschlossen werden. Schäuble stellte dazu klar: „Erst wenn ein klares attraktives Konzept vorliegt, das die Bürgerinnen und Bürger mittragen können, kann es mit dem Studer-Areal weitergehen.“

Den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses sieht Jochen Schäuble im Übrigen unabhängig von der Entwicklung auf dem Studer-Gelände. Die Bonndorfer Feuerwehr nehme im östlichen Landkreis eine bedeutende Rolle ein, Ausstattung und Ausbildung müssen stimmen. Das bestehende Gerätehaus könne die heutigen Anforderungen nicht mehr erfüllen. Ein neues Gerätehaus stehe mittelfristig auf jeden Fall auf der To-do-Liste.

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Als wichtiges Anliegen bezeichnete Jochen Schäuble ferner die Weiterentwicklung der Bonndorfer Ortsteile. Vor allem in den Dörfern bestehe eine lebendige Gemeinschaft, die durch geeignete bauliche Einrichtungen und die Förderung von Projekten weiter gestärkt werden sollte. Bei der Ausarbeitung guter Lösungen setzt Schäuble auch hier auf den Dialog mit den Bürgern. „Deshalb werde ich mindestens einmal jährlich Bürgerversammlungen in den Ortsteilen abhalten.“

Kinder und Jugend

Besonders am Herzen liegen dem Bürgermeisterkandidaten die Kinderbetreuung und die Bildung. Insgesamt sieht er Bonndorf hier gut aufgestellt. Ziel müsse es sein, eine qualitativ hochwertige Betreuung und frühkindliche Erziehung der Kleinsten weiterzuführen und an die Bedürfnisse der jungen Familien anzupassen. Dabei müssen die Gebühren auf einem tragbaren Niveau gehalten werden.

„Ein gutes Betreuungsangebot in den Kindergärten und Kindertagesstätten unterstützt die Eltern bei einer individuellen Familien- und Lebensplanung. Sie schafft familiäre Freiräume und eröffnet Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit“, sagt Jochen Schäuble. Im schulischen Bereich liege es in der Verantwortung der Stadt, für eine moderne und attraktive Ausstattung und Lernumgebung zu sorgen. Auch die Schulsozialarbeit müsse gestärkt werden. Das Angebot der Ganztagsbetreuung, Vorbereitungsklasse und Inklusion gelte es zu erhalten und zu fördern. Erhalten will der 53-Jährige auch die Grundschulstandorte in Gündelwangen und Wellendingen.

Keine Frage ist es für Jochen Schäuble die Vereine zu unterstützen, die die Gemeinde attraktiv und reicher machen. Die Stadt lebt von den Aktivitäten der Vereine, die auch immer wieder interessante Projekte anstoßen und realisieren. Zu Bonndorf gehört auch die Landwirtschaft, die nach den Worten von Jochen Schäuble in einem schwierigen Spannungsfeld steckt. Unterstützend tätig werden könne die Gemeinde hier bei der Förderung des Bewusstseins für regionale Lebensmittel und deren Vermarktung. Ferner stelle der Wegebau ein großes Thema dar.

Klimaneutralität

Jochen Schäuble riss im Gespräch mit der Zeitung noch drei weitere Themen an: Verkehr, Energie und Tourismus. Beim Verkehr sieht er Handlungsbedarf beim Ausbau der Linien des ÖPNV. Ferner gelte es, das Netz von Ladestationen für E-Autos auszubauen. Im Energiesektor nannte Schäuble ein klimaneutrales Leben und Wirtschaften als Ziel.

Großes Potenzial sieht er in der Photovoltaik. Hier könnte beispielsweise ein Dächerkonzept ausgearbeitet werden. Und wie urteilt Schäuble über die touristische Situation? Bonndorf könnte mithilfe von neuen digitalen Plattformen und neuen Pauschalpaketen werbetechnisch besser ins Zentrum gerückt werden. Schäuble favorisiert dabei ein eigenes Konzept für sanften nachhaltigen Tourismus in Bonndorf.

Schnelle Antworten auf 13 Fragen

Können die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Bonndorf auch kurz und knackig auf Fragen antworten? Gefordert waren spontane Antworten – ohne nachdenken, ohne Kalkül. Hier kommt das Kurzinterview mit Kandidat Jochen Schäuble.

Ich bin der richtige Bürgermeister für Bonndorf, weil...

ich glaube, dass ich viele Menschen zusammenführen kann und mit vielen Dingen vorbehaltlos umgehen kann.

Bonndorf ist für mich?

meine Heimatstadt, in der ich mich wohlfühle.

Wenn Sie einen Prominenten treffen könnten, mit wem würden Sie sich gerne unterhalten und austauschen?

Mit jemanden, der viele interessante Ideen hat. Ludwig Güttler zum Beispiel, ein begnadeter Trompeter.

Eher Frühaufsteher oder Nachteule?

Eher Frühaufsteher, ich bin aber auch gerne mal nachts länger unterwegs, wenn es schön ist.

Über was können Sie sich freuen?

Über einen offenen und herzlichen Umgang miteinander, das freut mich immer. Und Menschen, die in sich ruhen und frei sind.

Was ärgert Sie?

Es gibt wenig, was mich wirklich richtig ärgert. Aber wenn welche mit vorgefassten Meinungen unterwegs sind und eigentlich nicht mehr zuhören, dann ärgert mich das, weil sie anderen Menschen und auch sich selber die Chancen nehmen.

Welche Musik hören Sie privat?

Ich höre gerne Jazz, Miles Davis natürlich, Las Bras Bandas höre ich gern – und Tina Turner.

Wenn Sie in ein fremdes Land reisen, erkunden Sie das Land eher auf eigene Faust oder schließen Sie sich einer Reisegruppe an?

Wenn es ein unsicheres Land ist, lieber mit Reisegruppe, wenn es ein sicheres Land ist, wie schon geschehen, gerne auf eigene Faust.

Was tun sie privat für den Klimaschutz?

Als wir gebaut haben, haben wir eine Pelletsheizung eingebaut und eine Solaranlage aufs Dach. Ich fahre viel mit dem Fahrrad oder gehe zu Fuß.

Wenn Sie nochmal 16 Jahre alt wären, was würde Ihnen in Bonndorf fehlen?

Veranstaltungen für Jugendliche, zum Treffen und Abtanzen. Wir hatten damals so ein Format, da ist Musik gelaufen, man konnte sich treffen und so um 22 Uhr war Schluss. Das war schulisch organisiert. Das gibt‘s heute nicht mehr, man könnte sich aber mal wieder dran erinnern.

Was ist für Sie die tollste Erfindung der Menschheit?

Der Fortschritt der modernen Medizin.

Sie haben drei Wünsche frei – welche?

Ich wünsche mir, dass jeder möglichst viel Gesundheit hat und möglichst gesund aus der Corona-Krise rauskommt. Ich wünsche mir, dass die Leute für sich positive Ziele erreichen, die nicht nur sie, sondern auch andere glücklich machen. Das macht die Leute frei und offen für Begegnungen, das ist das, was den Menschen ausmacht, Begegnung und aufeinander zugehen. (jul)

Infos zu Jochen Schäuble im Internet:
www.jochen-schaeuble.de