Am bundesweiten Tag des Schulgartens hat auch in den drei Bonndorfer Schulgärten geschäftige Betriebsamkeit geherrscht. Schüler und Lehrkräfte harkten und jäteten im Internationalen Schulgarten, der Ackerdemie sowie dem SBBZ-Schulgarten. Interessierte Bürger hatten die Gelegenheit, sich ein Bild von den Gartenprojekten zu machen.

SBBZ-Schulgarten

Der am längsten bestehende Schulgarten in Bonndorf ist das Projekt von Katrin Rebmann am Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ), weithin eher als Martin-Gerbert-Schule bekannt. Seit zwölf Jahren pflegt Katrin Rebmann mit Schülern vor und um das Schulgebäude herum eine kleine Anlage, in der neben Gemüse, Beeren, Blumen und Kräutern auch beliebige Wildkräuter gedeihen dürfen, die zahlreiche Insekten anlocken. Viele dieser Bei-Kräuter, etwa Giersch, Brennnessel oder Vogelmiere, eignen sich vorzüglich für den Verzehr.

Beim Arbeiten mit Erde und Pflanzen kommen die Kinder wunderbar zur Ruhe.
Beim Arbeiten mit Erde und Pflanzen kommen die Kinder wunderbar zur Ruhe. | Bild: Martha Weishaar

Salbei verarbeitet die Pädagogin mit ihren Schützlingen zu einer Salbe, die Juckreiz nach Insektenstichen stillt. Duftrosen werden in Ölen oder Salben verarbeitet. „Das Arbeiten in der Erde an der frischen Luft ist für alle wohltuend. Die Schüler können überschüssige Energien herauslassen und lernen nebenbei vieles über heimische Pflanzenarten, deren Verwendungsmöglichkeiten oder gesunde Ernährung“, fasst die Sonderschulpädagogin ihre Begeisterung für den Garten zusammen, den sie mit Blühstreifen und Hochbeeten, inklusive raffiniertem Bewässerungssystem, kontinuierlich erweitert hat.

Internationaler Schulgarten

Im Internationalen Schulgarten in Bonndorf übernehmen die Fünftklässler Verantwortung für jeweils ein Beet. Einige momentane Siebtklässlerinnen engagieren sich sogar bereits über mehrere Jahre hinweg. So gut wie alle gängigen Gemüsesorten werden dort in Hoch-, Perma- oder konventionellen Beeten angepflanzt. Biologielehrerin Grit Einecke hegt mit ihren Schülerinnen Beeren und Spalierobst. Die Ernte wird überwiegend im schulischen Kochunterricht verwendet. Jutta Schär, die das Gartenprojekt vor fünf Jahren gemeinsam mit Ute Kaiser maßgeblich auf den Weg gebracht hat, freut sich besonders darüber, dass in diesem Jahr ein wissenschaftliches Sojaexperiment der Universität Hohenheim im Garten unterstützt wird.

Alexander reinigt an der Zisternenpumpe Gartengeräte, ehe sie wieder verstaut werden.
Alexander reinigt an der Zisternenpumpe Gartengeräte, ehe sie wieder verstaut werden. | Bild: Martha Weishaar

„Wir sammeln nach Vorgaben an zehn Reihen Soja wissenschaftliche Daten. Wie wächst der Soja, wann blüht er, wie groß sind die Blüten oder welchen Einfluss haben Begleitpflanzen? All das wird akribisch beobachtet und an die Uni Hohenheim weitergegeben. Dort landen abschließend die reifen Sojabohnen“, fasst die Biologielehrerin die spannende Forschungsarbeit der Schüler zusammen. Ihre eigene Begeisterung für diesen wissenschaftlichen Aspekt des Schulgartens ist ihr deutlich anzumerken. Die Schüler unterstützen damit die Forschung an Leguminosen, also Pflanzen, die den in der Luft enthaltenen Stickstoff binden und damit ohne künstlichen Stickstoffdünger auskommen können. Überdies bringen Schüler immer wieder hilfreiche Tipps aus dem Elternhaus ein. So steuert Elias Binninger vom Ewattinger Bruderhof Schafwollpellets bei. Diese befördern sowohl als Dünger als auch als Wasserspeicher den Ernteerfolg.

Elias Binninger steuert Schafwollpellets für den Schulgarten bei, ein Dünger und Wasserspeicher.
Elias Binninger steuert Schafwollpellets für den Schulgarten bei, ein Dünger und Wasserspeicher. | Bild: Martha Weishaar

Ackerdemie

Das jüngste Schulgartenprojekt des Bildungszentrums Bonndorf ist derweil die Ackerdemie an der Gartenstraße. Erst in diesem Frühjahr angelegt, sind dort bereits Kohlrabi, Pastinaken, Radieschen und Fenchel erntereif. Auch Kartoffeln, Mais, Zucchini und weitere Gemüsesorten gedeihen dort hervorragend. Thomas Pforte und die Klasse 3b werden von Kanya Gfrörer als Ackercoach unterstützt. Am Tag des offenen Schulgartens half auch Mehmets Mutter, Meryem Dingil, mit. „Der Schulgarten erfordert einen hohen Zeitaufwand“, sagt der Klassenlehrer. Ohne die Mitwirkung von Müttern oder auch einer Großmutter einzelner Schüler wäre das Projekt kaum realisierbar. Der Aufruf nach Mitwirkung aus der Bevölkerung brachte hingegen keinen Erfolg. Die Ernte dürfen die Kinder mit nach Hause nehmen.

Schulgärten eröffnen Schülern neue Erkenntnisse über elementare Lebensgrundlagen und ökologische Zusammenhänge. Ohne den Enthusiasmus und das Engagement der initiierenden Lehrkräfte gäbe es die Schulgärten nicht. Das wurde am Tag des offenen Schulgartens einmal mehr deutlich. Die Begeisterung der Schüler für Gartenarbeit ist freilich ebenso unterschiedlich wie die für den allgemeinen Schulbetrieb. „Manche zeigen hier völlig andere Seiten als im Unterricht. Neugierig sind alle Schüler. Gerade nach den Pfingstferien waren alle überrascht, wie viel sich in diesen zwei Wochen verändert hat“, fasst Thomas Pforte seine Erfahrungen mit der Gartenarbeit zusammen, die auch für ihn etwas völlig Neues ist.