Sauberes Trinkwasser ist ein kostbares Gut. Vergeudung sollte vermieden werden. Auch durch schadhafte Stellen im Leitungsnetz kommt es immer wieder zu nennenswerten Wasserverlusten. Dementsprechend zügig werden schadhafte Stellen im öffentlichen Leitungsnetz geortet und repariert. Gemeinsam mit dem Chef eines Berauer Spezialunternehmens ging Bauhofleiter Georg Schanz im Verlauf dieser Woche auf die Suche nach undichten Stellen.

Dass infolge defekter Wasserleitungen Trinkwasser verloren geht, kommt in Bonndorf mit allen Ortsteilen pro Jahr durchschnittlich 15 bis 20 Mal vor. Beim jüngsten Fall hatte man stündlich einen Verlust von 5,5 Kubikmeter – das macht pro Tag 132 Kubikmeter aus. Diese Menge entspricht dem Jahresverbrauch eines Drei-Personen-Haushaltes. Derlei Wasserverluste summieren sich für das Stadtsäckel auf einen beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden.

Lokalisierung mit Spezialgeräten

Aber auch im Hinblick auf schonenden Umgang mit der Ressource Trinkwasser ist es geboten, unnötige Verluste zu vermeiden. Dementsprechend froh ist der Bauhofleiter, in unmittelbarer Nähe Experten zu wissen, die mit ihrem Know-how, Spezialgeräten sowie moderner Computersoftware schadhafte Stellen lokalisieren. Zunächst wird mittels Messung an Hydranten und Stabmikrofonen an Wasserschiebern eingegrenzt, in welchem Abschnitt sich ein Leck befindet. Im nächsten Schritt kommt ein Bodenmikrofon zum Einsatz. Dazu braucht es ein exzellentes Gehör und möglichst wenig Nebengeräusche. In Nebenstraßen ist das kein Problem. Beim Leck vor der Grundschule war es am Mittwoch indes eine ziemliche Herausforderung, bei dem starken Verkehrslärm neben der Bundesstraße die defekte Stelle präzise auszumachen.

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Michael Hähnke, Chef der auf Wasserlecksuche spezialisierten Firma Epkenhans & Hähnke, erzählt, dass er im Verlauf der jahrzehntelangen Zusammenarbeit auch schon Sonntag morgens um fünf Uhr in Bonndorf an der Bundesstraße ein Leck suchte. „Das ist die beste Zeit. Die Nachtschwärmer sind zu Hause und die Frühaufsteher noch nicht unterwegs“, weiß Hähnke. Der übrigens nach wie vor vom 81-jährigen Senior, Friedhelm Epkenhans, unterstützt wird, wenn er selbst irgendwo im Land unterwegs ist und vor Ort dringender Handlungsbedarf besteht.

Lecks im öffentlichen Wasserleitungsnetz müssen rasch „gestopft“ werden. Bauhofleiter Georg Schanz (rechts) war mit Michael Hähnke unterwegs, um schadhafte Stellen aufzuspüren, die sofort behoben wurden.
Lecks im öffentlichen Wasserleitungsnetz müssen rasch „gestopft“ werden. Bauhofleiter Georg Schanz (rechts) war mit Michael Hähnke unterwegs, um schadhafte Stellen aufzuspüren, die sofort behoben wurden. | Bild: Martha Weishaar

Beide haben viel Erfahrung und ein untrügliches Gespür für Fließ- oder Leckgeräusche in Wasserleitungen. Michael Hähnke gibt an, dass er undichte Stellen auf einen halben Meter genau lokalisieren kann. Damit untertreibt er. Georg Schanz verrät, dass der Experte zuweilen auf zehn Zentimeter genau festmachen kann, wo eine Leitung beschädigt ist. Dabei spielt auch die Jahreszeit eine Rolle. Im Sommer seien präzisere Bestimmungen möglich als im Winter, verrät der Experte. Sobald ein Leck entdeckt wird, rückt ein Trupp des städtischen Bauhofs an, um die Stelle zu reparieren.

Schäden unterschiedlich

Die Ursachen für Schäden an den Wasserleitungen sind unterschiedlich. Allein deren Alter ist nicht ausschlaggebend. „Es gibt hundert Jahre alte Leitungen, die einwandfrei sind, andere wiederum sind schon nach 40 Jahren schadhaft“, erklärt Georg Schanz. Das Material sei ausschlaggebend. So sei offenbar in den 1970er Jahren viel schlechtes Material angeboten und verlegt worden.

Fehler bei der Verlegung

Eine weitere Rolle spielen Fehler bei der Verlegung. „Vor Jahrzehnten musste ja noch von Hand gegraben werden, da wurden Leitungen auch schon mal direkt auf Fels verlegt“, wissen die beiden Experten. Auch das Erdreich ist ausschlaggebend. Lehmiger oder saurer Boden sowie einzelne Kiessorten setzen den Metalllegierungen zu, können selbst Messingleitungen angreifen. Starke Verkehrsbelastung, insbesondere durch schwere Fahrzeuge, führt ebenfalls zu Beschädigungen. Mittlerweile werden Trinkwasserleitungen aus Kunststoff im Sandbett verlegt, womit die meisten der vorher genannten Risikofaktoren ausgeschlossen sind.