„EUnited – Europa verbindet“ lautet der Titel des 67. Europäischen Wettbewerbs, an dem jährlich rund 80.000 Jugendliche an bundesweit über 1000 Schulen teilnehmen. Allein in Baden-Württemberg haben 2020 rund 19.000 Schülerinnen und Schüler aus 288 Schulen teilgenommen, mit dabei waren auch 86 Acht- und Neuntklässler der Realschule Bonndorf. Und um es gleich vorwegzunehmen: Die Bonndorfer konnten mit ihren eingereichten Beiträgen punkten: Eine Schülerin erhielt einen Landespreis, 17 weitere wurden mit einem Ortspreis ausgezeichnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Preisverleihung fand am Dienstag in der Bonndorfer Stadthalle in feierlichen Rahmen statt. Um die Leistung der Bonndorfer Realschüler zu würdigen, waren eigens Landrat Martin Kistler, weitere Vertreter des Landratsamtes und Rainer Eschbach, Europa-Union Waldshut, angereist.

Realschulrektor Felix Lehr eröffnete die Veranstaltung und ging kurz auf die Themen ein, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Wettbewerbs beschäftigt haben. Im Rahmen der Unterrichtseinheiten Bildende Kunst hatten die Mädchen und Jungs Bilder und Plakate entworfen unter den Überschriften „Klima in Europa“, „Give peace a chance“ und „Mein europäisches Sichtfenster“. Betreuende Lehrerinnen waren Cornelia Bleyer und Sigrun Eichin. Die Bilder waren im Stadthallenfoyer ausgestellt. „Es sind tolle Werke entstanden“, lobte Lehr die kreative und kritische Auseinandersetzung der Jugendlichen mit den brisanten Themen.

Harte Probe für EU

Landrat Martin Kistler ging in seiner Ansprache auf die Europäische Union ein, die derzeit auf eine harte Probe gestellt wird. Corona-Hilfspakete, Brexit, aufkeimender Nationalismus, Klimaschutz – all das seine Herausforderungen, die für kontroverse Debatten sorgen, letztendlich aber nur gemeinsam erfolgreich angegangen werden können. Es sei wichtig, so Kistler, dass sich die Jugend mit Ideen und Vorstellungen zu Europa mit einbringt, um die Zukunft mitzugestalten. Wie wertvoll offene Grenzen sind, habe die Corona-Pandemie ganz deutlich vor Augen geführt. Und das sei nur ein Aspekt unter den vielen Vorteilen, die ein geeintes Europa bringe. Das Engagement der Bonndorfer Realschüler beim Europäischen Wettbewerb sei beispielhaft, meinte der Landrat, der dann auch die Preisübergabe an die Schülerinnen und Schüler übernahm (siehe Infokasten).

Appell an junge Generation

Rainer Eschbach, Europa-Union Waldshut, warb eingangs um die Wertschätzung der EU, die seit vielen Jahren Garant für Frieden, Wohlstand und Stabilität sei. „Dass wir sein 75 Jahren in Frieden und Freiheit leben, hat viel mit Europa zu tun“, sagte Eschbach und appellierte an die junge Generation, die europäische Idee und Verantwortung weiterzutragen und weiterzuentwickeln. Wer Europa anzweifelt, sollte einen Soldatenfriedhof besuchen, fuhr der Europa-Union-Vertreter fort und warnte vor Intoleranz, die er als einfachste Form des Krieges bezeichnete. Das Wettbewerbsmotto „Give peace a chance“ (gib dem Frieden eine Chance) erweiterte Eschbach mit dem Zusatz: „Gib dem Krieg keine Chance“. Den Jugendlichen gab er mit auf den Weg, aus der Vergangenheit zu lernen und sich für Europa zu engagieren, Brücken zu bauen, statt Gräben aufzureißen. In ihren Werken hätte sie gezeigt, dass sie sich sehr intensiv mit der Zukunft Europas beschäftigt haben.

Lob für Lehrer

Viel Lob gab es am Ende nicht nur für die Schüler, auch die Lehrerinnen, die die Wettbewerbsteilnahme gefördert und die jungen Künstler unterstützt haben, Cornelia Bleyer (Klassenstufe 8) und Sigrun Eichin (Klassenstufe 8 und 9) durften sich über Dankesworte des Landrats und kleine Geschenke freuen. Ebenso Schulleiter Felix Lehr, der eine Teilnahmeurkunde für die Realschule entgegen nehmen durfte.