Nach wochenlanger Vorbereitung begann in der Senioreneinrichtung St. Laurentius Bonndorf – als einem der ersten im Landkreis Waldshut – die Impfkampagne für Bewohner und Personal. Zu Wochenbeginn fand in der Stadthalle eine abschließende Informationsveranstaltung für das Personal statt, in der die Impfkampagne thematisiert worden war, bestätigte Hauptamtsleiter Harald Heini auf Anfrage dieser Zeitung.

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Kurz nach 9.30 Uhr war am Dienstag ein fünfköpfiges Team in einem Bus des THW-Ortsvereins Freiburg vorgefahren, um im Begegnungsraum von St. Laurentius die letzten organisatorischen Schritte im Vorfeld der Impfaktion vorzubereiten. Cornelius Schmidt, Arzt an der Uniklinik Freiburg, war für die Impfung zuständig. Seitens der Stadtverwaltung Bonndorf waren Bürgermeister Michael Scharf, Ordnungsamtsleiterin Alexandra Ruf und zwei weitere Mitarbeiter den ganzen Tag über in der Senioreneinrichtung. Ein zweiter Impftermin findet voraussichtlich Anfang Februar statt.

Das mobile Impfteam bewältigte eine Mammutaufgabe: Geimpft wurden nach Auskunft von Stiftungsratsvorsitzendem Michael Scharf auf Anfrage 102 Bewohner und 84 Mitarbeiter (rund drei Viertel des Personals) der Senioreneinrichtung. Darüber hinaus wurden bei der Aktion auch drei Bonndorfer Ärzte und Jürgen Thoß, Leiter des Gesundheitsamts des Landkreises Waldshut, geimpft. Nach der Impfung wurden die Geimpften eine Viertelstunde lang auf mögliche Reaktionen auf die Impfung beobachtet. Es seien keinerlei negative Reaktionen aufgetaucht, bestätigte Alexandra Ruf im Gespräch mit dieser Zeitung.

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Michael Scharf zeigte sich froh, dass dem Impfteam im Vorfeld durch die beiden für Bonndorf zugelassenen Pandemieärzte Martina Melcop-Pitsch und Jürgen Meyer viel notwendige, bürokratische Arbeit abgenommen worden war. Dies habe die Aktion in Bonndorf deutlich beschleunigt.

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In den vergangenen Wochen war die Impfbereitschaft der Heimbewohner bereits durch die Heimleitung abgefragt worden. Je nach individueller Situation mussten dabei gesetzliche Regelungen des Einverständnisses berücksichtigt werden. Für die Impfung selbst muss bei jedem Impfling auch die persönliche Anamnese berücksichtigt werden. Unter den Bewohnern der Einrichtung hatte sich nach einer ersten Einschätzung der Heimleiterin Katja Stark bereits im Dezember ein reger, positiver Rücklauf der Impfbereitschaft abgezeichnet. Die Impfrate beim Personal von letztlich rund 75 Prozent stelle einen hohen Wert dar. Zudem zeigten sich nahezu sämtliche Bewohner für eine Impfung offen, so Stark.

Mobiles Impfteam

Das mobile Impfteam, das in Bonndorf im Einsatz war, ist organisatorisch dem Zentralen Impfzentrum (ZIZ) Freiburg zugeordnet. Zwei Personen des Impfteams registrierten die Impfwilligen, zwei weitere bereiteten die Impfungen vor. Für die Impfung war Cornelius Schmidt zuständig. Bonndorf war sein erster Außeneinsatz. Vor dem Impfstart im Heim wird eine aseptische (keimfreie), kontrollierte Umgebung geschaffen. Das Impfteam schaffte es nach Auskunft von Michael Scharf, in Bonndorf ab 10 Uhr insgesamt 190 Personen zu impfen.

Impfvorbereitung

Die organisatorischen Voraussetzungen einer solchen Impfaktion sind enorm groß. Gelagert werden muss der Impfstoff von Biontech/Pfizer bei minus 70 Grad Celsius (plus/minus 10 Grad Celsius). Unter gekühlten Bedingungen (bei 2 bis 8 Grad) werden die Fläschchen mit dem Impfstoff aufgetaut und können bis zu fünf Tage lang gelagert werden. Direkt vor dem Impfen wird der Impfstoff dann auf Raumtemperatur gebracht.

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Der Impfstoff jedes Fläschchens – jedes enthält bis zu sechs Impfdosen – wird am Tag der Impfaktion mit isotonischer Kochsalzlösung verdünnt und vermischt (Rekonstitution). Aus den so vorbereiteten Fläschchen werden dann 0,3 Milliliter Impfflüssigkeit je Dosis entnommen und dem Patienten gespritzt.