Für Tobias Schuler aus dem kleinen Weiler Tiefental endete das Jahr 2020 äußerst erfolgreich. Nach vier Jahren Studium an der ETH Zürich sowie paralleler Praxis am Paul-Scherrer-Institut verteidigte der Physiker im Dezember erfolgreich seinen Doktor.

Ende Februar tritt der Schwarzwälder eine neue Stelle als PostDoc in Denver an – am National Reneweable Energy Laboratory, dem größten Institut für erneuerbare Energien in den Vereinigten Staaten.

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Ganz unspektakulär begann diese mit dem Besuch von Grund- und Realschule sowie Fußballkarriere in Gündelwangen und Bonndorf, etwas Judosport im TuS sowie dem Dienst als Ministrant, später sogar Oberministrant, in Gündelwangen.

Der älteste Sohn von Erika und Ernst Schuler erkannte gleichwohl schon früh seine Affinität für Chemie und Technik. Also waren der Besuch des Technischen Gymnasiums sowie anschließendes Studium logische Konsequenz. 2013 schloss Tobias Schuler an der Hochschule Furtwangen den Bachelor of Science in Verfahrenstechnik ab.

Um sich im direkten Anschluss an der Technischen Universität München sowie einem halbjährigen Forschungssemester am Lawrence Berkeley National Laboratory in Berkeley, Kalifornien, weiter zu qualifizieren. 2016 schloss er dieses Studium mit dem Master of Science in Chemieingenieurwesen ab.

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Gerade durch die Erfahrungen in Kalifornien hatte sich für Tobias Schuler heraus kristallisiert, dass er weiterhin in Forschung und Entwicklung tätig sein möchte. Also verwarf er die Überlegung, nach Abschluss des Masterstudienganges zur Industrie zu wechseln. Vielmehr waren die ETH Zürich und das Paul-Scherrer-Institut (PSI) seine nächsten Ziele.

Hauptmotivation, zu promovieren, war sein Interesse an Wasserstofftechnologien. Daran wollte er mitwirken, mit deren Potential die Zukunft nachhaltig prägen. Sein Ziel, weiter im Bereich der Elektrochemie zu arbeiten und zu forschen, ließ sich am PSI verwirklichen. Dessen gute Reputation und Vorreiterstellung im Forschungsbereich von Wasserstofftechnologie, Brennstoffzelle oder Elektrolyse hatten ihn überzeugt. „Erneuerbare Energien haben das Potential, unsere Gesellschaft nachhaltig zu verändern“, zeigt sich Tobias Schuler überzeugt.

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Für ihn steht außer Zweifel, dass diese in vielfältigen Facetten und in diversen Gebieten Anwendung finden müssen, sei es in stationärer Energiegewinnung, in der Energiespeicherung oder im Automobilsektor. „Die charakteristische emissionsfreie oder -reduzierte Umwandlung von Energie ist für mich Antrieb, dass ich diese Systeme und Technologien verstehen möchte. Zumal deren kommerzielle und großflächige Integration für diese und kommende Generationen unabdingbar ist. Ich finde es spannend, an diesem Prozess Teil zu haben und aktiv mitzuwirken.“

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Aus diesen Worten klingt Begeisterung, gleichzeitig auch ein wissenschaftlich fundierter Blick nach vorn. „Um den zunehmenden Bedarf an Energie zu decken, wird häufig auf konventionelle Verfahren gesetzt, die auf fossilen Brennstoffen basieren, verbunden mit einem zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen. Ohne konsequente Weiterentwicklung im Bereich Energiegewinnung und -speicherung durch den Einsatz erneuerbarer Energien erscheinen mir die Ziele des Pariser Klimaabkommens, etwa die Verhinderung der Erderwärmung von 1,5 Grad aber nur schwer erreichbar“, macht der Wissenschaftler unmissverständlich klar. Zudem ermöglicht die Integration grüner Technologien eine klima- und umweltfreundliche Produktion diverser Produkte.

Zwar sind in Deutschland potentielle technische Lösungen vorhanden, doch wenn es um konkrete Investitionen oder Anpassung der Infrastruktur geht, wird dies in Unternehmen und der Politik kontrovers diskutiert. In etlichen anderen Ländern hingegen, etwa Japan, den USA, Kanada, Norwegen oder China, ist Spitzentechnologie zu günstigen Preisen vorzufinden, konstatiert der Experte.

In den Vereinigten Staaten, konkret Denver, wird sich Tobias Schuler demnächst weiter mit Wasserstofferzeugung und der Entwicklung von Komponenten befassen. Vorher will er aber noch einmal seinem Heimatort einen Besuch abstatten. „Hier sind meine Wurzeln und ich komme immer wieder gerne zurück, um meine Familie und Freunde zu treffen“, sagt Tobias Schuler. Zumal sich das vortrefflich mit seinen Hobbys verbinden lässt. Die da wären: Freie Zeit in der Natur verbringen, schwimmen und Freunde treffen.

In seiner Freizeit genießt Tobias Schuler die Natur – zu allen Jahreszeiten, bei jedem Wetter.
In seiner Freizeit genießt Tobias Schuler die Natur – zu allen Jahreszeiten, bei jedem Wetter. | Bild: Privat