Vor einem Jahrzehnt wurde in Holzschlag ein Dorfplatz gebaut. Mittlerweile ist der Platz nicht nur unter Dorfbewohnern beliebt, sondern gilt auch unter Wohnmobilisten als Geheimtipp. Nicht zuletzt zieht es Menschen der Region an, wenn die Holzschläger dort Veranstaltungen organisieren.

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„Der Holzschläger Dorfplatz soll ein Ort der Freude sein“ – Uli Spielberger titelte mit diesem Satz vor einem Jahrzehnt seinen Bericht über die offizielle Einweihung des Dorfplatzes, bei der der damalige Gemeinderat Markus Jägler eine Ansprache hielt. Im Rahmen der Dorfentwicklung ist der Platz entstanden – als Wanderparkplatz für Wutachschluchtwanderer, als Ausgangspunkt für Radtouren und als Festplatz. Nach einem Jahrzehnt weiß man, dass diese drei Funktionen ausnahmslos die damaligen Erwartungen übertroffen und auch die letzten Skeptiker der nicht geringen Investition im Ortsteil Holzschlag überzeugt haben. Der jährliche Vatertagshock der Blaskapelle Grünwald-Holzschlag ist in der Region legendär, ebenso der über die Gesamtstadt hinausreichende Zuspruch für den Weihnachtsmarkt. Weit mehr als ein Geheimtipp ist der verkehrsgünstig gelegene Holzschläger Standort in Wohnmobilistenkreisen.

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Auf ein Fest zum Zehnjährigen wurde verzichtet – aus bekannten Gründen. Die Holzschläger lassen sich allerdings die Pflege und Hege der Anlage nicht nehmen. Und natürlich legen sie selbst Hand an. Zwei Aktionen der „Dorfplatz-Butzer“ gab es schon in diesem Jahr, in der Hauptsache waren es fleißige Damenhände, die ans Werk gingen. Rechtzeitig vor dem Wintereinbruch hatte Flora Jägler eingeladen zum „Männertag“ auf dem Dorfplatz. Es galt die Hecken zu schneiden, am Straßenrand sollte Gras ausgestochen werden. Beeindruckt waren Flora Jägler und Stadtgärtnerin Gabi Schübel, beide selbst tatkräftig bei der Arbeit dabei, was die Männer dann bis Feierabend so alles geschafft hatten. Fazit: So ganz ohne Frauen geht es trotzdem nicht.

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Fachmännisch wurden Büsche und Bäume am Einsatztag geschnitten – „gelernt ist gelernt“, kann man nur sagen, denn Dani Jonitz versteht sein Fach, am Anfang seiner beruflichen Laufbahn absolvierte er in Bonndorf eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner. Stadtrat und Landwirt Jürgen Faller aus Holzschlag rückte mit großem Gerät an, der Weidemann lief auf Hochtouren, sogar ein Forstwirt vom Stollenbuck wurde gesichtet. Ein Neu-Holzschläger vom Risle-Loch zeigte, dass er trotz seiner Forschungsarbeit am Computer keineswegs zwei linke Hände hat. Ebenso der Bierbrauer, der offenbar nicht nur mit Hopfen umzugehen weiß. Die Gräser in den Beeten wurden kunstvoll zusammengebunden – die erwarteten Schneemassen können ihnen nichts anhaben und die Schleifchen sind zudem noch sehr dekorativ in der Weihnachtszeit. So viel Feingefühl und Deko-Verliebtheit hatte man den groben Männerhänden gar nicht zugetraut.

Spinnt man den Faden des Zeitungsartikels von vor zehn Jahren weiter, kann man getrost hinzufügen: Der Holzschläger Dorfplatz ist ein Ort der Arbeit, die nach wie vor mit viel Freude von den Bürgern des Bonndorfer Ortsteils durchgeführt wird.