„Es geht wieder was“, so könnte man den HeDu-Tag in der Bonndorfer Stadthalle zusammenfassen. Reges Treiben herrschte ab Schlag 7.30 Uhr, bis um 14 Uhr die Pforten schlossen. Was die beiden Technologiefirmen in der Allmendstraße, Dunkermotoren und Hectronic auf die Beine stellten – wiederum – war in schwieriger Zeit und nach Jahren der Corona-Isolation ein Aufbruch Richtung Hoffnung.

junge Mitarbeiter von Dunkermotoren und Hectronic ziehen an einem Strang und werben für ihre Firmen. Überzeugender geht es nicht.
junge Mitarbeiter von Dunkermotoren und Hectronic ziehen an einem Strang und werben für ihre Firmen. Überzeugender geht es nicht. | Bild: Gudrun Deinzer

Dunker-Geschäftsführer Uwe Lorenz sagte genau das zur Begrüßung der Ehrengäste, die sich aus der Bundeshauptstadt extra auf die Höhe ihres Wahlkreises begeben hatten, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, und Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner (CDU). „Ich bin richtig froh, dass wir nach zwei Jahren der Pandemie uns hier wieder sehen und sie die Zeit gefunden haben, zu kommen“, so Lorenz mit Verweis auf eine der vorher letzten Begegnungen, nämlich die Preisverleihung für die Ausbildungsinitiative der beiden Firmen in Berlin.

Dabei erinnerte er auch an die Anfänge der Kooperation, die im regen Austausch der Firmen bei der Ausbildung ein großes Plus für jeden Interessenten darstellten. Lorenz „bedauerte sehr, dass gewissermaßen die Mutter dieser inzwischen bundesweit wahrgenommenen Ausbildungskooperation“, nämlich die Dunker-Personalleiterin Renate Heizmann, wegen Krankheit nicht durch die Ausstellung führen konnte.

Das übernahm die Kollegin von Hectronic, Eike Mazuga. „Es ist einfach toll, dass man die Schüler wieder in Präsenz erleben und den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit zur Information bieten kann“, so Mazuga. Tatsächlich hatte sie immer wieder ihre liebe Not, die angereisten Interessenten zusammenzuhalten, so viele Gespräche entspannen sich am Rande. Da erfuhr man vom Fliesenleger Clemens Podeswa, dass tatsächlich die Beschaffung der Materialien zunehmend schwieriger werde, aus verschiedenen weltpolitischen Gründen. Fliesen, die vielfach aus Italien kommen, könnten teilweise nicht mehr hergestellt werden.

Die energieintensive Herstellung erfolge praktisch zu 100 Prozent mit Gas, was wegen der Ukraine-Krise zunehmend überteuer werde. Die Alternative, nämlich Naturstein, hinge in doppeltem Sinn von China ab. Daher komme nämlich nicht nur der dortige Stein, auch europäischer Stein werde in Blöcken dorthin verschifft, um preiswert bearbeitet wieder zurück nach Europa zu kommen – mit derzeitigen Lieferengpässen und enorm gestiegenen Transportpreisen durch Corona, eben auch zeit- und kostenintensiv.

Von vielen Alternativen beim Landkreis konnten die Schülerinnen und Schüler erfahren.
Von vielen Alternativen beim Landkreis konnten die Schülerinnen und Schüler erfahren. | Bild: Gudrun Deinzer

Ob Polizei oder Bundeswehr, Forstbetrieb oder Stadtverwaltung – auch die öffentliche Hand hat viel Potenzial für junge Leute, war zu erfahren. Bürgermeister Marlon Jost geriet ins Schwärmen: „Verwaltung hat viel mit Menschen zu tun und was gibt es Schöneres, als Menschen zusammen zu bringen.“ Wer das möge, sei gut in einem Meldeamt aufgehoben. „Für stillere Menschen bietet sich die Kämmerei an“, so Jost, der zugab, dass oftmals die Vielfältigkeit von Verwaltungsberufen nicht erkannt werde. „Aber es ist halt so, dass hinter den Gesetzen die Menschen stecken.“ Und schließlich könne eine Verwaltungskarriere auch in die Politik führen.

Beim Sanitär-Betrieb von Steffen Lammel aus Titisee-Neustadt hat Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter selbst Hand angelegt. ...
Beim Sanitär-Betrieb von Steffen Lammel aus Titisee-Neustadt hat Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter selbst Hand angelegt. Dunkergeschäftsführer Uwe Lorenz (links) freut es. | Bild: Gudrun Deinzer

An der Keimzelle dieses Berufsinformationstages – nämlich dem Stand von HeDu – wurde nicht nur wie jedes Mal konzentriert gearbeitet, gelötet und gebastelt. Es waren auch Demonstrationsobjekte, wie etwa ein Schokoladen-Ausgabeautomat, zu bedienen. Zudem war erstmals die neue Tochterfirma von Dunkermotoren, EGS aus Donaueschingen mit am Start, Spezialisten im Bereich Industrieautomation und Robotik. „Wir tun ja alles, um Fachkräfte zu generieren, und jetzt können wir eine Ausbildung anbieten, wo unsere Leute drei hochtechnologische Firmen kennenlernen. Das ist ein Riesenplus“, fasste es Matthias Weishaar zusammen, bei Dunkermotoren Leiter der Abteilung Indrustrial Engineering.

Prominenz nach Abstinenz

So viele junge Leute, die sich beim HeDu-Berufsinformationstag mit viel Interesse ihrer Zukunft widmeten, waren schon lange nicht mehr live zu erleben. Ermutigend für die Jugendlichen war sicher auch, dass sich genau dafür auch bekannte Politiker ihrer Heimatregion interessierten. „Die Ausstellung macht Lust auf Ausbildung. Von High-Tech bis Handwerk ist das Angebot sehr reichhaltig“, so Rita Schwarzelühr-Sutter, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium. Gerade für junge Menschen im ländlichen Raum sei es wichtig, solche Perspektiven zu haben. Sie selbst, von Beruf Diplom-Betriebswirtin, habe einst solch ausführliche Informationen nicht erhalten. Das Lob der Staatssekretärin ging an die Firmen, die viel investieren würden in Fachkräftesicherung. „Man kann schön sehen wie viele Perspektiven jungen Menschen in der Industrie und im Handwerk geboten werden“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete, Felix Schreiner. Mit solchen Veranstaltungen würde man sie befähigen, einen glücklichen Weg ins Berufsleben zu finden, so Schreiner. (gud)