Drei Alben gibt es von Impala Ray, Fernseh- und große Festivalauftritte bezeugen ihre Popularität. Und Millionäre sind sie – Klick-Millionäre auf Youtube. Allein das Video „Stay“ wurde schon mehr als 200.000 mal angeklickt, wer den Song ein paar Mal gehört hat, dem geht er nicht mehr aus dem Sinn, ein wahrer Ohrwurm. Schnell fand die Band auch Zugang zu den Folktreff-Besuchern, die eine „geniale Privatfete“ in der Stadthalle in Bonndorf erleben konnten.

Rainer „Ray“ Gärtner
Rainer „Ray“ Gärtner | Bild: Wolfgang Scheu

Zum Auftakt des Auftritts von Impala Ray im Folktreff gibt es fröhliche Stimmen afrikanischer Kinder vom Band, dazu klingt ein sonderbarer Sound eines Blasinstruments. „Wir sind Impala Ray aus München“ – mit seinem entwaffnenden riesig breiten Lächeln bricht Leadsänger Rainer „Ray“ Gärtner sofort das Eis. Und los geht sie, die Party. Synthie, Hackbrett, Trompete erzeugen einen eigenen Sound, der packender nicht sein könnte.

Das könnte Sie auch interessieren

Der mehrstimmige Gesang bringt mehr als nur einen Hauch Westcoast-Sound nach Bonndorf. Und Rainer Gärtner – kaum zu bremsen wie die afrikanische Antilope, das als Namensgeber für die Band fungiert – ist immer in Aktion mit seinem Lead-Gesang, Gitarre und Ukulele, es ist eine Mischung, die mitreißt und in die Beine geht. So dauert es auch nicht lange bei den Up-Tempo-Songs irgendwo zwischen Folk und Pop, bis die Besucher stehen, im Takt wippen und tanzen.

Raphael Missel mit Trompete und Euphonium.
Raphael Missel mit Trompete und Euphonium. | Bild: Wolfgang Scheu

Auf die Tuba von Nicola Missel (einfach mal das Video zum Song Stay schauen) muss man verzichten, bis ihr Nachwuchs da ist, aber Raphael Missel bringt dafür neben der Trompete auch die „kleine Tuba“ zum Klingen. Es ist ein fröhlicher Pop-Sound, die Mundwinkel gehen nach oben, es geht gar nicht anders. Witzig, wie das Hackbrett/Dulcimer von Carmen Unterhofer perfekt in den Sound passt, ohne dass volkstümlicher Schlager draus wird.

13 Songs stehen auf dem Programm – die Titel sind allesamt nur ein Wort oder eine Silbe … sie heißen „Up“, „Skies“, „Yukon“, „Crush“, „Shoes“ oder eben „Stay“ (man bekommt es wirklich kaum aus dem Kopf und erkennt es sofort, wenn es irgendwo im Radio eingespielt wird).

Aufs Feeling, im Dialekt aus seiner Heimat im Altmühltal, aufs „Gfui“, das Gefühl, kommt es ihm an, dem Rainer Gärtner und seiner Band. Und davon vermitteln sie viel. Die Zugaben – man kann kaum glauben wie laut 80 Besucher pfeifen und rufen können, damit es so weit kommt – spielen sie unplugged, erst ein intimer Song nur mit Gesang, Gitarre und Hackbrett und dann alle zusammen.

„Verbringt Eure Zeit mit richtigen Freunden – alles andere ist Zeitverschwendung, und schaut zu, dass Ihr etwas von der Welt seht.“ Das ist die Philosophie, die er den Besuchern mitgibt. Und dass es auch der Band Spaß gemacht hat, das sieht man jedem einzelnen Musiker an.

Am Anfang stand übrigens die freundliche Drohung der Folktreff-Vorsitzenden Gudrun Deinzer: „Bevor Ihr nicht alle Präsenzzettel ausgefüllt habt, gibt‘s keine Musik!“ Alles wurde ordnungsgemäß vorbereitet, zwischen den Stühlen gab es ausreichend Platz. Alle Zuschauer trugen die Masken, bis sie am Platz saßen.

Das könnte Sie auch interessieren

Angesichts des schleppenden Vorverkaufs, gerade 45 Karten waren im Vorverkauf weggegangen, hatte man sich beim Folktreff zunächst Sorgen gemacht. Doch als es losging, waren dann doch um die 80 Zuschauer in der Halle. „Ihr dürft auch in Corona-Zeiten mehr, als Ihr denkt“, war die Aufforderung von Gudrun Deinzer an die Gäste, auch aufzustehen und zur Musik zu tanzen.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €