Rund 20 Drittklässler mehrerer Grundschulen der Region tummelten sich mit bunten Fahrradhelmen auf den Fahrrädern der Verkehrswacht Waldshut auf dem Jugendverkehrsübungsplatz beim Bonndorfer Waldstadion. Den Verkehrsübungsplatz gibt es seit Juni 2019 – und er hat sich seither prächtig bewährt. Kaum einen Viertklässler gab es in dieser Zeit, der hier nicht das verkehrsgerechte Radfahren gelernt hätte, denn der Kurs ist Pflichtstoff in dieser Jahrgangsstufe.

Der Bonndorfer Parcours ist einer von drei Übungsplätzen im Landkreis Waldshut. Die beiden anderen Standorte sind in Bad Säckingen-Wallbach und in Klettgau-Erzingen. In Bonndorf absolvieren Viertklässler aus zehn Grundschulen der Region zwischen St. Blasien und Stühlingen ihren obligatorischen Fahrradkurs. Der Kurs, der jeweils zwei Schulvormittage plus einen weiteren Prüfungsvormittag im Straßenverkehr umfasst, berechtigt die jungen Radler, am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen.

Ingo Bauer
Ingo Bauer | Bild: Torsten Boll

Der Platz wurde auf Initiative des CDU-Stadt- und Kreisrats Ingo Bauer in enger Zusammenarbeit mit dem TuS Bonndorf und dem Skiclub Bonndorf geschaffen, allzu weit erschienen den Initiatoren die Wege nach Wallbach oder gar Erzingen. „Man muss ja bedenken, wie viel unnötige Organisation nötig gewesen wäre, wie viel Sprit hier verbraucht worden wäre“, sagt Ingo Bauer im Gespräch mit dieser Zeitung. Noch heute bringt er sich ehrenamtlich für den Platz ein, indem er die Nutzung der Fläche organisiert und die Ausstattung der Verkehrswacht betreut.

Der jetzige Jugendverkehrsübungsplatz sei ursprünglich der Parkplatz für die Nutzer des Waldsportplatzes gewesen, berichtet er. Um den Übungsparcours vor der Haustür zu ermöglichen, hatte der TuS auf die Parkplatzmarkierungen verzichtet, sodass hier die Markierungen für den Fahrradparcours aufgetragen werden konnten. Die Verkehrswacht durfte die Fahrräder, Schilder, Pylonen und anderen Ausstattungsgegenstände in der Garage des Skiclubs unterbringen. Der TuS seinerseits stellt die sanitären Anlagen zur Verfügung. Und so wird der Platz vormittags zur Verkehrsschule und nachmittags zum Parkplatz für Sportler.

Für die Schüler ist der Verkehrsübungsplatz in der Nähe eine feine Sache. Die Wege sind kurz oder auf jeden Fall nicht allzu weit. Die Fahrräder stellt die Verkehrswacht, lediglich die Fahrradhelme müssen die Kinder selbst mitbringen. Für die Drittklässler, die den Parcours befahren, geht es noch nicht um eine Prüfung. Sie nehmen an einem Vorbereitungskurs teil, der sie mit den wichtigsten Verkehrsschildern, Straßenmarkierungen und Verkehrsregeln vertraut machen soll. Doch bevor sie mit ihren geliehenen Rädern an den Start gehen, gehen sie, angeführt von Dirk Feller, dem Vorsitzenden der Verkehrswacht Waldshut, den Parcours ab, um zu lernen, was auf der Strecke zu beachten ist. „Das ist bei uns genau so wie bei der Formel 1, die machen das auch so“, sagt Dirk Feller gut gelaunt zu den Kindern.

Was man sich dabei merken muss, ist gar nicht so wenig: dass man beim Stopp-Schild anhalten muss, bevor man abbiegt. Dass man in eine Einbahnstraße nicht von der falschen Seite her hineinfahren darf oder dass der Kreisel zweimal durchfahren werden muss, bevor man abbiegt, und dabei nicht vergessen darf, vor dem Abbiegen ein Handzeichen zu geben. Auch ein kleiner Slalom muss bewältigt werden, und wer will, kann eine Wippe überfahren, was Konzentration und vor allem Mumm erfordert, denn das Brett, über das es geht, ist nicht gerade breit. Die Kinder passen gut auf, denn am Ende der Übungsstunde winken den Schnellsten im Wettbewerb, bei dem die Schüler den Parcours einzeln auf Zeit durchfahren, Preise.