Das geplante, 2,1 Hektar große Baugebiet „Mittlishardt IV“ löste im Bonndorfer Gemeinderat in der jüngsten Sitzung eine Grundsatzdiskussion über künftiges Vorgehen bei der Ausweisung von Baugebieten aus, in denen in der Vergangenheit überwiegend Ein- bis Zweifamilienhäuser gebaut worden waren. In Bonndorf herrscht seit Jahren eine große Nachfrage nach Bauplätzen.

Die Diskussion über künftige Baugebietsausweisungen auf Gesamtgemarkung Bonndorf hatte sich an der Frage der Ökopunkte für das Baugebiet „Mittlishardt IV“ entzündet. Eine Kommune hat bei Eingriffen in die Natur Ausgleichsmaßnahmen zu erbringen, die mit Ökopunkten bewertet werden. Diese werden dem mit Minuspunkten bewerteten Flächenverbrauch gegengerechnet.

Alles rund um das Ökokonto

Ökopunkte seien eine rechtliche Grundlage, Eingriffe in die Natur auszugleichen, erläuterte Stadträtin Monika Spitz-Valkoun (Grüne). Diese Form des Ausgleichs sehe sie allerdings als zeitlich überholt an. Die Gesellschaft könne sich im Grunde genommen eine weitergehende Versiegelung wie im Baugebiet „Mittlishardt IV“ nicht mehr leisten. Sie befürchte, so Monika Spitz-Valkoun, dass die Stadt in dem nun vorliegenden Satzungsentwurf zu wenig unternehme in Bezug auf Klimaschutz. Die Stadt sollte zukunftsorientierter werden auf diesem Aufgabengebiet.

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Er plädiere seit Jahren, die kommunale Bonndorfer Vorgehensweise in Bebauungsplanverfahren zu ändern, pflichtete Brune Kalinasch (SPD) der Ratskollegin bei. Die Stadt sollte bemüht sein, Biotopflächen zu erhalten und beispielsweise Bebauungen um schützenswerte Flächen herum zu planen. Daraus könnten sich auch neue Begegnungsmöglichkeiten für Einwohner entwickeln.

In Bonndorf bestehe eine große Nachfrage nach neuen Einfamilienhäusern, so Werner Intlekofer (Grüne). Er regte an, den Geschosswohnungsbau in Bonndorf mehr zu unterstützen, beispielsweise über die Baugenossenschaft eG Bonndorf.

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Das Thema, wie der Wohnungsbau sich in Bonndorf entwickeln soll, sollte als Grundsatzfrage in einer Klausurtagung des Gemeinderats behandelt werden, regte Heidi Saddedine (SPD) schließlich an.