Der Gründonnerstag ist einer der Fixpunkte in der Karwoche. An diesem Tag beginnen die „drei österlichen Tage“ (Triduum sacrum). Die liturgischen Feiern – Gründonnerstag, Karfreitag und Osternacht – sind alle zusammen eigentlich nur ein Gottesdienst. Das ist der Grund, warum es am Gründonnerstag und am Karfreitag keinen Schlusssegen gibt und am Karfreitag und bei der Osternacht keine Einleitung und Begrüßung stattfindet. Das Sterben und die Auferstehung Jesu werden sozusagen in einem großen Gottesdienst gefeiert, der am Gründonnerstag beginnt und mit der Osternacht endet. Trauer und Freude in einem Gottesdienst sollen deutlich machen, dass das Leiden und die Auferstehung Christi zwei Seiten desselben Heilsereignisses sind.

  • Letztes Abendmahl: In der Bibel steht, dass Jesus in der Nacht vor seinem Tod das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern feierte. Dabei forderte er sie auf, dies künftig zu seinem Gedächtnis zu tun. Hier findet sich der Ursprung der Eucharistie.
  • Fußwaschung: Außerdem wusch Jesus seinen Jüngern als Zeichen der Nächstenliebe die Füße. In vielen katholischen Pfarrgemeinden wird das Ritual der Fußwaschung heute noch gepflegt. Der Pfarrer wäscht – nach dem Vorbild Jesu – zwölf Personen die Füße.
  • Rätschen ersetzen Glocken: Am Gründonnerstag beginnt die Heilige Messe besonders feierlich. Beim Gloria läuten alle Glocken, um bis zum Gloria in der Osternacht zu verstummen. Schon bei der Wandlung ertönen nur noch die Rätschen. Nach dem Gottesdienst bleibt der Tabernakel leer, seine Türen stehen offen. Der Kelch mit den Hostien wird auf einem Seitenaltar abgestellt. Als weiteres Zeichen der Trauer werden alle Decken und Schmuck vom Altar entfernt.
  • Glocken in Rom: Früher erzählte man den Kindern, dass die Glocken bis Ostern in Rom seien, um vom Papst gesegnet zu werden. Dazu stellte eine Seniorin unlängst trocken fest: „Früher hat man einfach alles geglaubt!“ In manchen Orten hieß es einfach, dass die Glocken verstummt seien, bis der Herrgott wieder auferstanden sei. An ihre Stelle traten auch bei uns die Rätschen. In der Regel gab es im Kirchturm eine große Rätsche, die vom Mesner oder einem älteren Ministranten gedreht wurde. In manchen Orten steht sie heute noch an Ort und Stelle. Zusätzlich waren vor allem die Jungen mit Begeisterung unterwegs, um mit kleinen Rätschen und Klappern die Menschen zu Gebet und Kirchgang zu rufen.

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