Zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie wurde im Altenheim St. Laurentius wieder gefeiert. Die Freude über das gesellige Beisammensein nach eineinhalb Jahren Zwangsruhe war greifbar. Voller Inbrunst sangen die Betagten gemeinsam alte Volks- und Stimmungslieder zu den Klängen der „Altersheim-Combo“. Die Musiker Hans-Peter Jung, Karl-Egbert Jost und Thomas Eichhorn hatten indes die Senioren auch während der Zeit der Isolation nicht ganz allein gelassen, musizierten gelegentlich im Innenhof des Altenzentrums und bereiteten den Bewohnern auf diese Weise eine Freude.

Gertrud Duttlinger, Klara Heilbock, Magdalena Durst, Margret Harder und die kfd-Vorsitzende Rita Schüle (von links) unterhielten mit kurzweiligen Beiträgen.
Gertrud Duttlinger, Klara Heilbock, Magdalena Durst, Margret Harder und die kfd-Vorsitzende Rita Schüle (von links) unterhielten mit kurzweiligen Beiträgen. | Bild: Martha Weishaar

Diese erste gemeinsame Feier war etwas ganz Besonderes. „Alle haben sich riesig darauf gefreut, mal wieder bei Kaffee und Kuchen, mit Musik und Gesang zusammen zu sein“, sagt Mechthild Sibold. Die Altenpflegerin weiß um die Kostbarkeit des Beisammenseins. „Ich möchte nie wieder erleben müssen, dass die Bewohner in ihren Zimmern bleiben müssen, keine Besuche empfangen und noch nicht einmal untereinander Kontakt haben dürfen. Diese Einsamkeit war das Schlimmste“, blickt sie auf die Restriktionen der ersten Monate der Pandemie zurück. Sie erinnert sich nur ungern daran, dass viele Bewohner die Pflegekräfte fast nicht mehr gehen lassen wollten, wenn diese das Zimmer wieder verließen.

Umso mehr freuen sich Pflegerinnen und Pfleger wie auch Bewohner, dass nun wieder gemeinsame Aktivitäten wie Strickrunden, Gedächtnistraining, Gymnastik oder der Donnerstagsstammtisch möglich sind. „Wir dürfen endlich auch wieder spazieren gehen oder im Stadtgarten Eis essen. Da spendierte kürzlich ein freundlicher Herr den Senioren sogar Eis-Gutscheine“, beschreibt Mechthild Sibold die neu gewonnenen Glücksmomente ihrer Schützlinge. Else Koch pflichtet ihr bei. „Ich singe sehr gerne und bin so froh, dass ich endlich wieder unter Leuten sein kann“, sagt die Frau, die seit neun Jahren im St. Laurentius lebt.

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Nun hatte die katholische Frauengemeinschaft die Senioren von St. Laurentius zum Erntedankfest eingeladen. Rita Schüle, Magdalena Durst, Gertrud Duttlinger, Margret Harder und Klara Heilbock hatten Apfelkuchen gebacken und ein Unterhaltungsprogramm zusammengestellt.

Auf den lieb gewordenen Besuch der Kinder des vis-á-vis gelegenen Kindergartens Martinstraße musste angesichts des nach wie vor nicht ungefährlichen Infektionsgeschehens zwar verzichtet werden, doch immerhin zeigten sich die Jüngsten mit ihren Tanzkünsten mittels eines Videofilms. Markus Blatter freut sich, dass all die ehrenamtlichen Helfer, welche sich vor der Corona-Pandemie um die Bewohner kümmerten, wieder von sich aus auf die Verwaltung zukommen. „Alle sind froh, dass es wieder losgeht. Im Rahmen der Sternstunden besuchten Auszubildende der Sparkasse kürzlich mit den Senioren die Wellendinger Blattert-Mühle, und seit kurzem finden auch wieder die Singnachmittage mit Hans-Peter Jung statt“, sagt der Pflegedienstleiter.

Das Seniorenzentrum St. Laurentius sei seit längerer Zeit infektionsfrei. Auch sei er mit der Impfquote von über 90 Prozent unter den Beschäftigten durchaus zufrieden, erzählt Markus Blatter.