Das erste Gästezimmermodul hängt am Haken, schwebt mit Hilfe eines mächtigen Krans auf den bereitgestellten Tieflader und tritt seine Reise in die Schweiz an, neun weitere Module folgen. Die Gästezimmer sind bereits bezugsfertig und rollen nun an ihren Bestimmungsort, einem Hotelbetrieb in Gelfingen am Baldeggersee in der Schweiz.

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Das Schauspiel der schwebenden Zimmermodule spielt sich im Gewerbegebiet Breitenfeld in Bonndorf ab. Die Firma HolzHaus hat die etwa 3,50 auf 6,80 Meter großen Module entworfen, geplant und gefertigt. „Wir hatten für den richtigen Kunden die richtige Idee“, meinten die HolzHaus-Geschäftsführer Bernhard und Florian Hegar, die den spektakulären Verladevorgang selbst gespannt mitverfolgen. Die Gästezimmermodule, komplett aus dem nachhaltigen Baustoff Holz gefertigt, können – an ihrem Bestimmungsort aufgestellt – sofort bezogen werden. Alle Technik ist bereits installiert, ebenso Fenster, Tür, Dusche, WC, Waschbecken und Schränke.

Auftrag aus der Schweiz

Anfang Mai hat das Bonndorfer Holzbauunternehmen den Auftrag für die zehn Gästezimmermodule inklusive eines Technikmoduls erhalten, am 17. Juli konnten die fertigen Module abtransportiert werden. Bald können die ersten Gäste schon in der holzheimeligen Atmosphäre übernachten, sagte Florian Hegar und fügt an: „Von der Planung über die Fertigung zum kompletten Innenausbau durch unsere Schreiner bis hin zur Montage vor Ort – alles ist aus einer Hand.“ Als Bauleiter war Szilard Nemeth federführend tätig.

Großer Zukunftsmarkt

In der Modulbauweise sieht Bernhard Hegar einen großen Zukunftsmarkt. „Da sind noch viele Optionen offen“, meint er auch mit Blick auf kommunale Bauprojekte. Und dass Holz als Baustoff ohnehin unschlagbar ist, davon ist Hegar überzeugt, die Vorteile liegen seiner Meinung nach auf der Hand: Nachwachsender Rohstoff, der selten mehr als 50 Kilometer transportiert werden muss. Ökologischer Werkstoff ohne chemische Belastung, angenehmes Wohngefühl. Wie er weiter ausführt, ist der Holzbau auch in den Städten wieder auf dem Vormarsch. Auch bei großen Mehrfamilienhäusern wachse die Nachfrage.

Unternehmen voll ausgelastet

Und diese brummt auch bei HolzHaus Bonndorf. Von eine Corona-Flaute konnte das Unternehmen mit 90 Mitarbeitern nicht reden. „Wir waren und sind voll ausgelastet“, so Hegar, der bereits weitere Expansionspläne schmiedet. Vor einigen Jahren wurde die neue Abbundhalle auf einer 12 000 Quadratmeter großen Fläche errichtet, in naher Zukunft sollen jetzt noch eine neue Schreinerei und ein neues Verwaltungsgebäude im Bonndorfer Gewerbegebiet entstehen. Damit sollen dann ideale Voraussetzungen geschaffen werden, um sich auf jeden Wunsch der Auftraggeber einlassen und für diesen eine technologisch und handwerklich perfekte Lösung entwickeln zu können.

Firma feiert Jubiläum

In diesem Jahr kann HolzHaus Bonndorf im Übrigen sein 25-jähriges Jubiläum feiern und dabei auf eine Entwicklung zurückblicken, die erstaunlich ist. Angefangen hat alles im Jahr 1995: „Unser Büro war 30 Quadratmeter groß, wir produzierten improvisiert in einer Scheune, beschäftigten drei Mitarbeiter und haben im ersten Jahr ein Holzhaus verkauft“, erinnert sich Bernhard Hegar. Im Jahr 2000 wurde eine Werkhalle mit 800 m² Produktionsfläche und 400 m² Lagerfläche im neuen Gewerbegebiet Breitenfeld gebaut. 2005 folge ein zweites Standbein: Eine Bau- und Möbelschreinerei wurde in die Firma integriert. Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich auf 20.

Große Nachfrage nach Holzhäusern

Die Nachfrage nach Holzhäusern wuchs weiter, 2013 entstand die neue Abbundhalle in Bonndorf. Mit den Meistertiteln im Schreinerhandwerk und als Zimmermann bündelt Hegar die entscheidenden Qualifikationen, die notwendig sind, um ein Haus praktisch aus einer Hand zu bauen. Das Konzept ist geblieben, das Unternehmen wächst. Heute besteht HolzHaus Bonndorf aus einem Team von über 90 Experten und Expertinnen, die sich gegenseitig mit ihrem Know-how ergänzen. Ein Großteil der Mitarbeiter/innen von HolzHaus Bonndorf stammt aus der Region.

Zurück zu den Gästezimmermodulen

Auch den Aufbau vor Ort auf einem vorgerichteten Betonstreifenfundament übernimmt die Firma HolzHaus. Die Module werden fächerförmig am Hotel aufgestellt, erhalten ein Dach und jeweils eine Terrasse. Selbstredend ist für das Bonndorfer Unternehmen, das bereits mit etlichen Preisen ausgezeichnet wurde, energiesparend und mit zertifizierten Materialien zu bauen und baubiologische Standards einzuhalten.