Rund um Schlüpper und Co.

Allgegenwärtig beim Fasnachtsauftakt des Narrenrates im Gündelwanger Schulhaus war Martina Schaller mit allerlei Verkaufstalent auf der Bühne zugange. Beim ersten Auftritt in der Bütt klärte sie lauthals die Frage, warum eine Frau „so ein Jessesdrum von einer Handtasche“ benötigt. Der Rest ihrer Vorführungen war eine Verkaufsschau in zwei Teilen.

Bestseller und Neuheiten gab es in ihrem „Shopping TV“ und noch einmal später bei „Schlüpper und Co“ – Stück für Stück erklärte sie die speziellen Vorteile ihrer Unterwäschekollektion für die Frau/den Mann von heute inklusive Feinripp mit Seiteneingriff rechts, dem Feinripp „Speedy to go“ (langbeinige Liebestöter mit integrierten Socken).

<strong>Schlüpfrig:</strong> Martina Schaller präsentierte ihre Wäschemode.
Schlüpfrig: Martina Schaller präsentierte ihre Wäschemode. | Bild: Wolfgang Scheu

Das Kleid flog hoch, das Publikum jauchzte, ein spezielles Teil führte sie selbst als Model vor. Und ob sie die Superreinigungsbürste wirklich morgens im Klo und abends auf dem Sofa gebraucht, das sei einmal dahingestellt.

Tücken der E-Bike-Fahrer

Ein anderer Altbekannter auf der Bühne war Bruno Zehnder. Die „Buurerente“ reicht bei ihm für einen ansehnlichen Bauch und zu erzählen hat der wortgewandte viel. Er zog unter viel Lachern und Beifall vom Leder. Dem Doktor glaubt er nicht, dass er Wasser in den Füßen hätte und „ob es wirklich brennen kann, das Wasser, das bezweifelt er stark.

<strong>Frisch und munter:</strong> Wohl genährt erschien Bruno Zehnder auf der Bühne.
Frisch und munter: Wohl genährt erschien Bruno Zehnder auf der Bühne. | Bild: Wolfgang Scheu

Von gefährlichen Sportlern wie den Rentnern auf ihren E-Bikes (man hört sie nicht mehr schnaufen) oder den allgegenwärtigen Stockenten, den Nordischen, erzählt der eingefleischte Ehemann, und von vielem mehr.

Kurze Sketche sorgten für große Lacher. Altnarrenmutter Sibylle Jehmann und Angie Schanz nutzten das Rothaus Bierglas als Lesehilfe fürs Kleingedruckte auf der Speisekarte, „der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“ und das im wahrsten Sinne des Wortes – Angie Schanz und Bille Lossau gingen auch in der geforderten Zugabe zu Boden. „Lecker, lecker“ war das Essen von Frank Dillenberger nicht mehr nach Würzen mit Gefühl mit einem ganzen Topf voller Salz.

Das Narrenratballett (Markus Hofmeier, Frank Dillenberger, Peter Glienke und Ramona Drescher) fegte über die Bühne wie auch die Sumpflochhexen bei ihrem „Rockabilly Medley“.

Holzschläger bieten Begeisterungssturm

Den Vogel abgeschossen haben in diesem Jahr unter vielen Höhepunkten sie Holzschläger Linus Sedlak, Maximilian Jägler und Holger Birkle aus Grünwald. Mit ihrer Eigenkomposition „Dampf, Dampf, Dampf“ sorgten sie für einen Begeisterungssturm in „Windstärke zehn“.

Eine Zugabe musste auch Angie Schanz mit ihrem „Schweren Lied“ – unterstützt vom Slim-Fast-Ballett aus dem Publikum (Ottmar Hofmeier, Mario Isele und Roland Schaller).

<strong>Deutlich:</strong> Narrenvater Ralf Lossau gab auch stimmlich das Beste.
Deutlich: Narrenvater Ralf Lossau gab auch stimmlich das Beste. | Bild: Wolfgang Scheu

Den Blumenstrauß hatten sich die Regiechefinnen Bille Lossau und Angie Schanz letztlich redlich verdient. Nach dem lautstarken und mitreißenden Guggenmusikauftritt der „Truubehüeter“ aus Hohentengen und dem zweiten Einmarsch der Fasnachtsmusik der Trachtenkapelle Gündelwangen wurde das Motto für die Gündelwanger Fasnet 2019 ausgelost. Es kam diesmal wieder von den Räubern. Angelehnt an das große Jubiläum im Januar heißt es „Hol was us de Kischte rus – Und bliib närrisch bis zum Schluss“.

Ach ja, da waren auch noch die „Schwarzwälder Luusbuebe“, die in gewohnter Manier in der Pause mit zwei Quetschen und Rhythmuskiste zum Kochen brachte.

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