Tradition und Moderne unter einen Hut zu bringen ist oft nicht einfach. Die Gündelwanger Landfrauen sind mit ihrer Frauenfasnet den umgekehrten Weg gegangen. Sie haben für die komplette Löwenstadt Bonndorf erstmals 2012 die Bonndorfer Frauenfasnet aus der Traufe gehoben.

Das höchste Maß der Frische, die man erreichen kann, wenn man Traditionelles in die Jetztzeit holt, hatte natürlich schon diese erste Veranstaltung, denn sie war ja nagelneu. Und dennoch fühlte sich die Bonndorfer Frauenfasnet schon im Startjahr so an, als sei sie eben auch eine gute Tradition. So sehr hatte dieses bunte Fest für Frauen offensichtlich gefehlt.

Seither strömen die Frauen aus dem weiten Umkreis an ihrem traditionellen Tag, nämlich dem Mittwoch vor dem Schmotzigen Dunschdig – diesmal der 27. Februar – nach Gündelwangen in die Schule und beweisen jeweils ab 19.11 Uhr, was Insider eh schon lange wissen: An Lebensfreude kaum zu überbieten sind Närrinnen unter sich.

Das Programm ist so klassisch wie erfolgreich. Ausgesuchte Programmpunkte bieten Frauengruppen aus dem ganzen Gäu für feierfreudige Frauen an. Die sind von der ersten Sekunde an entfesselt und feiern frei von der Leber weg. Schon die tollen Kostüme der Besucherinnen sind ein Augenschmaus, ebenso die tollen Tänze, die es auf der Bühne zu sehen gibt. Wortbeiträge, bei denen nun wirklich kein Blatt vor den Mund genommen werden muss, regen jeden Lachmuskel an. Initiatorin Claudia Scharf tritt übrigens wieder mit ihren weithin bekannten „Drei Wiiber“ Erika Schübel und Mechthild Nägele auf. Da gilt in der Essenz nur eines: „Auf’s Läbe, äbe, sag’ i doch. Prost.“

Insgesamt ist das Programm kurz genug dafür, dass noch reichlich Gelegenheit für Tanz und Prosecco bleibt. Einzig zugelassene Männer: Friedhelm, der mit Schwester Silvia Musik macht, Bürgermeister Michael Scharf und Polizist Bernd Jehle, die für den Service zuständig sind: Aktuelle Fotos für die mit-nach-Hause-nehm Galerie herschaffen und Frauen nach Hause shuttlen, wenn sie fertig gefeiert haben.

Termin: Bonndorfer Frauenfasnet , Schule Gündelwangen, Mittwoch vor dem Schmotzigen, 27. Februar, 19.11 Uhr.