Das geplante Haus mit elf Wohneinheiten im Neubaugebiet „Im Waldfrieden“ ist Gesprächsthema in Bonndorf. Passt das Projekt in das Gebiet, wer ist der Träger, gibt es Miet- oder Eigentumswohnungen? Diese und weitere Fragen hat in einer Infoveranstaltung in der Bonndorfer Stadthalle am Montagabend im Vorfeld der Gemeinderatssitzung der Investor beantwortet.

Der Projektträger

Projektträger ist die Exklusivbau-Gruppe aus Villingen-Schwenningen, deren geschäftsführender Gesellschafter Viktor Kromm die Pläne für das Mehrfamilien-Wohnhaus vorstellte und sich anschließend den Fragen der Gemeinderatsmitglieder und Bürger stellte. Wie Kromm erläuterte, ist die Exklusivbau-Gruppe seit 2005 tätig, zahlreiche größere Projekte wurden bereits realisiert. Wert lege man bei allen Projekten auf nachhaltiges, ökologisches Bauen und auf Barrierefreiheit, sagte Kromm, so auch in Bonndorf. Hier setze man zudem auf Lebensqualität im Grünen, dazu passe optimal der Name des Neubaugebietes „Im Waldfrieden“.

Die Gebäudeplanung

Das Bauvorhaben sieht elf Wohnungen vor, es gibt Zwei-Zimmer-Wohnungen mit 57 Quadratmetern, Drei-Zimmer-Wohnungen mit 87 Quadratmetern, Vier-Zimmer-Wohnungen mit 100 Quadratmetern, auf den drei Stockwerken sind jeweils drei Wohnungen vorgesehen. Im obersten vierten Stockwerk sind zwei Penthouse-Wohnungen mit je 111 Quadratmetern geplant. In einer Tiefgarage werden elf Stellplätze zur Verfügung gestellt, außerdem gibt es 22 Fahrradstellplätze und auch Kellerräume. Per Aufzug sind alle Wohnungen barrierefrei zu erreichen, auch die Bäder werden barrierefrei gestaltet. Alle Wohnungen haben Balkone, im Erdgeschoss kann eine Terrasse genutzt werden. Im Südosten des Gebäudes wird nach den Worten des Investors ein kleiner Kinderspielplatz angelegt.

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Das Gebäude selbst wird eine geradlinige moderne Form haben, farblich setzt man auf weiß und anthrazit. Die Exklusivbau-Gruppe setzt nach den Worten von Viktor Kromm bei ihren Projekten auf nachhaltiges ökologisches Bauen. Die energetischen Werte seien besser als der geforderte Neubaustandard, was für die potenziellen Käufer den Vorteil habe, dass sie auf günstige Finanzierungsmodelle zurückgreifen könnten. Bei der Wärmeversorgung sei ein Anschluss ans Nahwärmenetz von Solarcomplex vorgesehen, der Flachdachbereich soll begrünt werden. Nach Viktor Kromms Erläuterungen gab Bürgermeister Michael Scharf die Bühne frei für Fragen aus den Reihen der Zuhörer.

Fragen und Antworten

Stadträtin Heidi Saddedine (SPD) störte sich etwas an der Bezeichnung „Lebensqualität im Grünen“. Sie hielt dieses „Werbeversprechen“ für etwas irreführend, schließlich liege der Gebäudekomplex nicht im Grünen, sondern inmitten weiterer Wohnhäuser. Ferner machte sie darauf aufmerksam, dass der nahegelegene Sportplatz die grüne Idylle der künftigen Bewohner etwas beeinträchtigen könnte. Dazu versicherte Viktor Kromm, dass die künftigen Eigentümer der Wohnungen auf die Nähe des Sportplatzes hingewiesen werden, auch werde ein Schallgutachten gemacht, um die Lärmwerte beziffern zu können. Mit Problemen rechnet Kromm nicht, „der Sportplatz ist weit genug weg.“ Was das Leben im Grünen betrifft, verwies Kromm auf den naheliegenden Wald, und – die Käufer können die Umgebung des Bauplatzes selbst in Augenschein nehmen.

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Auch Manfred Nirwing, der die Grundstücke im „Waldfrieden“ vermarktet, verwies darauf, dass man bei den Kaufinteressenten auf jeden Fall mit offenen Karten spiele. „Wir wollen hinterher keinen Ärger.“

Elf Wohnungen, elf Stellplätze – diese Rechnung gehe nicht ganz auf, meinte ein Bürger, der darauf verwies, dass die meisten Familien mehr als ein Fahrzeug haben. „Wo sollen diese Autos dann parken?“, lautete seine Frage. Ins selbe Horn stieß Peter Sonntag, der befürchtet, dass die Autos dann an der Straße abgestellt werden, wo es ohnehin sehr eng sei. Laut Sonntag wäre es keine Lösung, die Kastanienbäume in der Waldallee zu fällen, um mehr Parkraum zu schaffen. Wie Volker Kromm dazu ausführte, erfülle man mit den elf Stellplätzen die Vorgaben des Bebauungsplans. Und da die Zielgruppe für das Mehrfamilienhaus eher Menschen des Alters 50 plus seien, sei die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Autos pro Haushalt vorhanden sind, eher gering.

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Kromm verwies noch auf die 22 Fahrradstellplätze, die angeboten werden. Von der Exklusivbau-Gruppe sei nicht vorgesehen, weitere Außenstellplätze anzubieten, was bedeute: „Von unserer Seite her bleiben die Kastanienbäume stehen.“ Dass die elf Autostellplätze ausreichend sind, das bestätigte auch die Leiterin des Bonndorfer Stadtbauamts, Nicole Messerschmid. Sie informierte, dass die Landesbauordnung einen Stellplatz pro Wohneinheit vorsehe.

Nur Eigentumswohnungen

Wird es in dem Gebäude auch Mietwohnungen geben? Dies wollte Heidi Saddedine wissen. Dazu erläuterte Viktor Kromm, dass nur Eigentumswohnungen geplant seien. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass einige Käufer die Wohnungen selbst weiter vermieten.

Stadtrat Gernot Geng (Bürgerliste) lobte zunächst die Investoren für ihre Bereitschaft, das Projekt öffentlich vorzustellen. „Das ist nicht selbstverständlich.“ Insgesamt sei das Mehrfamilienhaus zu begrüßen – es gebe viel Wohnraum bei geringem Flächenverbrauch. Für Bonndorf wären mehr solcher Projekte wünschenswert.

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