Vom Ein-Euro-Jobber zum wertgeschätzten Mitarbeiter – diesen Weg beschritt Alex Kalinovskij. Längst hat er den Sprung weg von staatlicher Unterstützung geschafft. 15 Jahre arbeitet er mittlerweile bei Fliesenleger Clemens Podeswa und fand bei seinem Arbeitgeber nicht nur einen Job, sondern über das reine Arbeitsverhältnis hinaus Rückhalt und Unterstützung.

Die Chance auf Arbeit genutzt

Vor 20 Jahren verließ Aleksej Kalinovskij mit seiner Ehefrau und zwei Kindern die Heimat in Kasachstan. Das Land gehörte bis 1991 zur Sowjetunion. Mit 23 Jahren folgte er seinen Angehörigen. 18 Mitglieder seiner Familie verließen die Millionenstadt, in der sie gelebt hatten. In Bonndorf lebte er zunächst von staatlicher Unterstützung, versuchte, die deutsche Sprache zu erlernen. Als die Stadt Alex Kalinovskij anbot, als Ein-Euro-Jobber im Wald zu arbeiten, ergriff er die Chance. Der gelernte Schweißer wurde von Vorgesetzten und Kollegen von Anbeginn für seine Tüchtigkeit geschätzt.

Per Zufall zur festen Stelle

Der Zufall wollte es, dass eine damalige Mitarbeiterin im Rathaus wusste, dass die Firma Podeswa händeringend Mitarbeiter suchte. Keine zwei Stunden, nachdem der Fliesenlegermeister im Rathaus angefragt hatte, ob Alex Kalinovskij bei ihm Probearbeiten könne, stand dieser vor seiner Tür. „Ich dachte, wenn einer bereit ist, als Ein-Euro-Jobber zu arbeiten, dann ist er tatsächlich arbeitswillig. Das hat sich bewahrheitet. Schon nach dem ersten Tag war für mich klar, dass ich ihn als Bauhelfer einstelle“, blickt der Handwerksmeister zurück. Er hat es nie bereut. „Alex sieht die Arbeit, man muss ihm nicht ständig was erklären. Außerdem weiß er um die Abläufe, kennt sich super im Betrieb aus. Er übernimmt fast so etwas wie die Hausmeisterrolle und sieht zu, dass immer alles in Ordnung ist“, lobt er seinen zuverlässigen Mitarbeiter.

Besonderes Engagement

Der hat inzwischen den Führerschein mitsamt Anhängerführerschein gemacht. „Auf ihn kann man sich 100-prozentig verlassen. Er nimmt an allen Fortbildungsmaßnahmen teil und lernt viel dazu.“ Auch die Loyalität sei beispielhaft. Als sein Chef eines Samstags von der Baustelle ins Krankenbett musste, holte Alex seinen Bruder, um das begonnene Werk fertig zu stellen.

Die Vorzüge des Unternehmens

Alex Kalinovskij seinerseits schätzt die familiäre Atmosphäre im Unternehmen und weiß, dass er jedwede Unterstützung bekommt, wenn es irgendwo klemmt. Die Kollegialität stimme ebenso, alle Fliesenleger des Unternehmens schätzten seine Zuarbeit. Bonndorf sei für ihn längst zur Heimat geworden, auch wenn es mit der Sprache noch ein bisschen hapere.

Die Heimat

Hier fühlen er, seine Ehefrau und Kinder sich wohl, wenngleich sich seine sozialen Kontakte nach wie vor überwiegend auf die Familie beschränken. Hin und wieder ist er auch schon einmal wieder nach Kasachstan gereist, um Verwandte seiner Frau zu besuchen – obwohl das jedes Mal ein finanzieller Kraftakt ist. „Viele Menschen haben unsere Stadt verlassen, ich wollte dort auf keinen Fall mehr leben“, sagt er über seinen einstigen Wohnort. Er ist mehr als zufrieden mit dem, was er sich hier aufgebaut hat, seit er sein eigenes Geld verdient.

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