Herr Pfarrer Kopp, welche Vorwürfe wurden Ihnen gemacht?

Mir und meinem ebenfalls nicht mehr in der Seelsorgeeinheit Bonndorf–Wutach tätigen Kollegen wurden verschiedene Vorwürfe gemacht: Messstipendien wurden nicht als solche verbucht, sondern als Spenden an das afrikanische Projekt Priesterseminar St. Dominic Savia von Pfarrer Linus Ibekwe und an die Missions-Benediktinerinnen von Tutzing weitergegeben. Ein weiterer Vorwurf waren die nicht verbuchten Klingelbeuteleinnahmen aus den Gottesdiensten. Zum Dritten wurde Opfergeld von Beerdigungskollekten nicht verbucht und ohne Nachweise für Ausgaben des täglichen Dienstbedarfs verwendet. Und Viertens wurden Auslagenerstattungen der Erstkommunikanten, 30 oder 35 Euro je Familie, in der Privatwohnung gelagert.

Und was ist mit Einnahmen aus dem Verkauf von Opferkerzen? Hier soll es ebenfalls Fehlbeträge gegeben haben.

Die staatsanwaltlichen Ermittlungen wurden in diesem Punkt eingestellt.

Wie begründen Sie diese Versäumnisse?

Ein Fehlverhalten ist mir vorzuwerfen bei der Verwendung der Messstipendien. Bezahlt wurde 4 Euro je Messe. Hier hätte ich die Betroffenen fragen müssen, ob dieses Geld als Spenden verwendet werden darf. Alle Klingelbeuteleinnahmen hätten verbucht werden müssen, ebenso die Beerdigungskollekten und deren Verwendung für den allgemeinen Dienstbetrieb. Mein Anliegen war eine Vereinfachung der Verwaltung. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass dies nicht in Ordnung war. Das gleiche gilt für die Erstkommuniongelder. Ich kann nur sagen, das Geld an einem mir sicher erscheinenden Ort in meiner Wohnung verwahrt und diesen Ort schlicht vergessen zu haben. Diese Versäumnisse meinerseits tun mir sehr leid.

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Wie sieht Ihre rechtliche Position aus?

In einem kirchenrechtlichen Verfahren wurde vor etwa einem Jahr ein Urteil gegen mich gesprochen. Ich möchte hier nur äußern, dass einige der Vorwürfe nicht weiterverfolgt wurden. Die Klingelbeuteleinnahmen der Kirchengemeinde während der Amtszeit der beiden Pfarrer hätten nach Schätzungen des Erzbistums Freiburg höher sein müssen, als sie tatsächlich waren. Ich kann nur sagen, dass dieses Geld nicht nach dem Vier-Augen-Prinzip erfasst und immer unverschlossen in einer Aktentasche gelagert wurde, bis es bei einem Geldinstitut eingezahlt wurde. Eine gütliche finanzielle Einigung habe ich mittlerweile mit der Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach erreicht.

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Und die weltliche Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Waldshut? Wie steht es damit?

Das Verfahren, in dem die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen ermittelte, endete für mich mit einem Strafbefehl von 80 Tagessätzen und ist damit abgeschlossen. Denn ich habe gegen diesen Strafbefehl keinen Widerspruch eingelegt.