Fliegenplagen sind eigentlich ein Thema, das unsereins während der warmen Jahreszeit beschäftigt. In Brunnadern ist das anders. Dort leiden Kirchgänger vor allem während der kalten Jahreszeit unter einer ganz speziellen Fliegenplage. Unzählige Blockfliegen suchen alljährlich die Nikolauskirche als Winterquartier auf. Sobald die Kirche beheizt wird, unterbrechen die Fliegen ihre Winterruhe und schwirren durch das Gebäude. Das stört nicht nur jegliche Andacht, sondern ist schlichtweg ekelhaft und verursacht viel Schmutz.

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„Seit Jahren wird die Kirche in Brunnadern von einer Fliegenplage heimgesucht, die ab Oktober besonders schlimm ist“, beschreibt Pfarrer Fabian Schneider die Situation. „Der Boden ist manchmal schwarz vor lauter Fliegen. Im Obergeschoss wische ich häufig einen ganzen Eimer voll zusammen“, bestätigt Mesmerin Angelika Baumgartner. Auch setzen sich die Fliegen gerne unter den Sitzpolstern der Bänke ab.

Seit 120 Jahren thront die Nikolauskirche in der jetzigen Form über den Dächern von Brunnadern.
Seit 120 Jahren thront die Nikolauskirche in der jetzigen Form über den Dächern von Brunnadern. | Bild: Martha Weishaar

Die Mesmerin hatte in der Vergangenheit mehrfach mit herkömmlichem Insektenspray versucht, der Plage Herr zu werden. Doch damit war den massenhaft auftretenden Fliegen nicht beizukommen. Daher wurde nun ein Kammerjäger beauftragt, um der Plage ein Ende zu setzen.

Am Donnerstag rückte Leonard Bermel aus Laufenburg an. Für ihn ist das Thema Alltag. „Blockfliegen ziehen sich aus umliegenden Wiesen meist ab Oktober in Gebäude zurück und überwintern gerne in Dachböden. Gebäude, die erhöht stehen und einen weißen Anstrich haben, werden dabei bevorzugt“, sagt der Experte. All das trifft auf die Nikolauskirche zu. Mit vergleichsweise harmlosen Chemikalien kann der Schädlingsbekämpfer die Plage beheben.

Bevor der Kammerjäger die Maßnahme gegen die Fliegenplage in der Nikolauskirche beginnt, bespricht Leonard Bermel die Aktion mit ...
Bevor der Kammerjäger die Maßnahme gegen die Fliegenplage in der Nikolauskirche beginnt, bespricht Leonard Bermel die Aktion mit Mesmerin Angelika Baumgartner (links) und Pfarrgemeinderätin Melanie Mutter. | Bild: Martha Weishaar

Wobei er im Obergeschoss und dem großen Kirchenraum sowie der kleinen Sakristei zwei unterschiedliche Mittel verwendet. Die Kosten für die Maßnahme liegen zwischen 300 und 400 Euro.

Vorsichtshalber ließ Fabian Schneider vor dem Einsatz des Kammerjägers zwei wertvolle Gemälde von Anneliese Horn entfernen, welche Pfarrer Oberle im Jahr 1948 von der Karlsruher Künstlerin anfertigen ließ. Das Mittel, welches Leonard Bermel gegen die Pollenia rudes, so der Fachbegriff für die Blockfliege, einsetzte, hätte diesen zwar wahrscheinlich nicht geschadet, aber der Kammerjäger weiß, dass manche Chemikalien, die zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden, fatale Auswirkungen auf bestimmte Farben oder Goldverzierungen haben können.

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Schon wenige Stunden nach der Schädlingsbekämpfung durfte die Kirche wieder betreten werden. Nachdem eine Reinigungsfirma das Gotteshaus gründlich gesäubert hat, darf es in Kürze wieder genutzt werden. Lediglich die Messe am 16. Dezember musste aufgrund Kammerjägereinsatzes abgesagt werden. Bereits am 1. Januar können die Katholiken in der Nikolauskirche planmäßig wieder eine Messe feiern.