„Die dümmsten Gärtner haben die dicksten Bohnen“, sage ein Nachbar in Abwandlung eines bekannten Spruchs, als er zu einem spontanen Besuch über die Straße kam. Die aktuelle Ernte war gerade auf dem Gartentisch aufgetürmt. Grüne Stangenbohnen, vom Busch feine Prinzessböhnchen und eine interessant rot-getigerte Sorte. Dazu ein paar Monster-Zucchini, Peperoni, Paprika und ein paar Tomaten sorgen für ein buntes Bild.

Bohnen in allen Variationen wachsen im neu angelegten Garten.
Bohnen in allen Variationen wachsen im neu angelegten Garten. | Bild: Wolfgang Scheu

Ob es tatsächlich an der mangelnden Intelligenz liegt, das weiß er nicht, unser Autor und Fotograf Wolfgang Scheu aus Holzschlag. Andere haben ihm etwas charmanter einen grünen Daumen attestiert. Und das „verflixte siebte Gartenjahr“ – so lange hat er die Liebe zum eigenen Gemüse, zu Früchten und Kräutern jetzt schon – das war gar nicht schlecht.

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Eigentlich ist es aber Jahr eins, denn nach einem Umzug wurde flugs ein neuer Garten angelegt. Mit der Hilfe erfahrener Frauen vom Land muss man hinzufügen. Einige Ableger und Setzlinge, wie das Pfefferkraut und die „ewige Zwiebel“, kamen aus Gündelwangen von Gartenprofi Mechthild, der Riesenkürbis von Max hat sich als Zucchini entpuppt. Er hat schon für so manche Mahlzeit gesorgt.

Lohn der Mühen

Der ganze Schweiß hat sich gelohnt. Im vergangenen Herbst wurde erst einmal Richtung Gündelwangen „abgeholzt“, damit Licht ans Grün kommt. Dem Breitband-Kabelbau sei Dank, viele Schubkarrenladungen Humus, gestreckt mit altem Rosshumus, sorgten für eine gute Grundlage in den Beeten und den zwei neuen Hochbeeten – einfach gebaut mit alten Paletten und etwas Spezialfolie.

Rettiche und Spinat

In einem Hochbeet wuchsen viele Rettiche und Radieschen heran – die Jahre zuvor, im alten Garten, sind sie alle verkümmert. Schon vier Mal war das Hochbeet Nummer zwei voll mit Pflückspinat, angedünstet mit Speck und Eiern war dies für den Gärtner Frühstück Nummer eins in diesem Jahr.

Die Besucher

Die Besucher im Garten hat es auch gefreut. Die tägliche Begrüßung vom kleinen Valentin aus der Nachbarschaft war stets: „Wolfgang, Erdbeerle“, später dann „Wolfgang, Erbsle“. Die Hoffnung besteht, dass der junge Mann im nächsten Jahr ein Helfer wird, das Gießen macht ihm Spaß. Und die Söhne eines Feriengastes aus Berlin (sechs und zehn Jahre alt) – als Waldkindergartenkinder sind sie als Rohkostliebhaber aufgewachsen – machten sich flugs Richtung Staudensellerie auf ins Beet.

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Schädlinge wie Schnecken oder Käfer haben sich in diesem Jahr rar gemacht und das verheerende Unwetter im Juni brachte – anders als zum Beispiel in Gündelwangen oder Bonndorf – über Holzschlag nur viel Wasser, aber keinen Hagel. Selbst der Blattsalat hat es klaglos überstanden.

Die Mahlzeiten

Einige Gemüseeintöpfe und Salatteller später ist nun seit dieser Woche ein großer Wintervorrat an blanchiertem Gemüse, eingefrorenem Schnittlauch und anderen Kräutern in der Truhe. Daneben gibt es auch in kleinen Portionen feine Kapuziner-Butter, die eingearbeiteten Blüten der Kresse schmecken nicht nur fein, sie sehen auch super aus.

Selbstgemachte Kapuziner-Butter wird mit essbaren Blüten hergestellt.
Selbstgemachte Kapuziner-Butter wird mit essbaren Blüten hergestellt. | Bild: Wolfgang Scheu

Zum allerersten Mal folgte der Hobbygärtner dem Rat seiner Gartenabschnittsgefährtin, nicht nur zu gießen, zu jäten und zu fotografieren (selbst jetzt sind die Bienen, Schmetterlinge und anderes Getier hochaktiv im Borretsch und manch anderen Insektenmagneten, die immer noch blühen). Endlich hat er sich auch aufs Ernten konzentriert. Aber trotzdem konnte er noch viele schöne Momente mit der Kamera einfangen.