Am 26. November wäre Uli Spielberger 83 Jahre alt geworden. Just an diesem Tag pflanzten Mitglieder der Nabu-Ortsgruppen Grafenhausen und Oberes Wutachtal ihrem im April verstorbenen Vorsitzenden und Mitglied einen Apfelbaum. Eine Tafel erinnert zudem an den Doktor der Veterinärmedizin, der sich in vielerlei Belangen ehrenamtlich in seiner Wahlheimat Bonndorf engagierte. Seit Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Umwelt- und Naturschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Ein „Schöner von Herrnhut“ musste es sein, erklären Harald Nüssle und Artur Schuler, ihres Zeichens Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppen Grafenhausen sowie Oberes Wutachtal. Das sei die Lieblingsapfelsorte von Uli Spielberger gewesen. Eine alte Sorte, die aus dem sächsischen Dorf Herrnhut stamme. Den Standort des Apfelbaumes im Japanischen Garten hatten die Nabu-Akteure mit Bedacht ausgewählt, am Wegesrand auf einer Wiese, die noch hinlänglich Platz für weitere Obstbäume bietet.

Diese Gedenktafel erinnert an den Naturfreund Uli Spielberger.
Diese Gedenktafel erinnert an den Naturfreund Uli Spielberger. | Bild: Martha Weishaar

Nur wenig entfernt davon erinnert der Gedenkstein an die vier Opfer des Flugzeugabsturzes, bei dem im Juni 1992 der einstige Bürgermeister Peter Folkerts verunglückte. Andererseits ist es nicht weit zum Baum, welcher von der Patenkompanie Donaueschingen gepflanzt wurde.

Darum wurde ein Apfelbaum gepflanzt

Dass zur Erinnerung an Uli Spielberger indes ein Apfelbaum gepflanzt wurde, hat besondere Gründe. Der Erhalt von Streuobstwiesen war dem Naturfreund vordringliches Anliegen. Eine solche war auch ausschlaggebend für seine Initiative, als langjähriges Mitglied der Ortsgruppe Grafenhausen im Jahr 2002 die Nabu-Ortsgruppe Oberes Wutachtal zu gründen.

In Lausheim war seinerzeit die Einrichtung eines Offroad-Parcours geplant. Dem Projekt wäre unter anderem eine Streuobstwiese geopfert worden. Uli Spielberger unterstützte die Gegner des Projektes. Die Gründung der Ortsgruppe war eine konsequente Folge.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Idee, für Uli Spielberger einen Apfelbaum zu pflanzen, kam von der Ortsgruppe Grafenhausen. „Uli war eine ganz besondere Persönlichkeit, er hat viele Dinge angestoßen. ‚Wir müssen einen Weg finden‘ lautete seine Devise“, würdigte Dorothée Kuhlmann von der Ortsgruppe Grafenhausen den einstigen Mitstreiter. Einen guten Weg fand Uli Spielberger auch für die Integration von Flüchtlingen. Gemeinsam mit diesen nämlich ernteten die Nabu-Akteure alljährlich Äpfel von Streuobstwiesen in der Region. Mit dem Verkauf des Nabu-Apfelsafts wurden die Vereinskassen aufgebessert. Wichtiger jedoch war der gemeinsame Spaß beim Ernten.

„Es ist uns eine große Freude und Ehre, dass unser Papa vom Nabu diesen Baum gepflanzt und mit diesem wunderschönen Text in Erinnerung gehalten wird“, würdigte Jan Spielberger im Namen der Familie die Baumpflanzaktion. Er war eigens aus Wien angereist.

Auch seine Schwester Maike und sogar die älteste Schwester von Uli Spielberger, die nunmehr 90-jährige Margarethe Titze, wohnten gemeinsam mit Ingrid Spielberger sowie dem mit seiner Familie in Bonndorf lebenden Sohn Michael dem denkwürdigen Ereignis bei. Tochter Thea musste ihre Teilnahme Quarantäne bedingt absagen. Und genau so, wie es bei Uli Spielberger immer Brauch gewesen war, wurde die Pflanzaktion dann auch beschlossen – mit einem Schnäpsle für alle Beteiligten.