Ralf Selb, Fachkraft für Abwassertechnik, ist seit Oktober 2019 neuer technischer Leiter der Bonndorfer Kläranlagen. Er folgt Georg Messerschmid nach, der 39 Jahre für diese Einrichtung zuständig war und Anfang April in den Ruhestand wechselte. Den Erfahrungsschatz von Georg Messerschmid sicherte sich die Stadt: Er unterstützt weiter das Kläranlagenteam, zu dem auch Benjamin Pfaff gehört. Ralf Selb wurde seit 2017 in seine Aufgaben eingearbeitet, auf Lehrgängen erwarb er sich weitere Spezialkenntnisse.

Die Kläranlagen

Die drei Bonndorfer Kläranlagen seien technisch auf einem modernen Stand, erläutert Ralf Selb. Die Stadt habe stetig investiert. Doch die Technik schreite voran. Bis 2029 werde in den Bonndorfer Kläranlagen die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm ein Thema sein. Derzeit befinden sich verschiedene Verfahren in Testphasen. Er gehe davon aus, dass trotz neuerer Methoden die Entsorgungskosten des Schlamms für die Stadt gleichbleiben. Jährlich fallen in den drei Kläranlagen 800 Tonnen Klärschlamm an. Eine vierte Reinigungsstufe, über die Medikamentenrückstände und Spurenstoffe aus dem Abwasser entfernt werden können, werde es in Bonndorf auf absehbare Zeit wohl nicht geben, so Selb. Versuchsanlagen gebe es. Dies sei jedoch momentan ein Thema für Großanlagen in Ballungsräumen wie Karlsruhe oder Freiburg.

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Sind die drei Kläranlagen auch technisch modern aufgestellt, so gibt es doch Überlegungen, die Anlage in Wittlekofen mittelfristig durch ein Pumpwerk zu ersetzen. Einen festgelegten Zeitplan gebe es allerdings noch nicht, bestätigte Jürgen Friedrich, Mitarbeiter im Stadtbauamt Bonndorf, auf Anfrage. In einem Strukturgutachten werden die technischen und baulichen Anforderungen beschrieben. In diesem Jahr werde ein Pumpwerk nicht gebaut.

Die weitere Planung

Sollte ein Pumpwerk Wittlekofen baulich umgesetzt werden, werde das Schmutzwasser aus dem Bonndorfer Ortsteil nach Wellendingen gepumpt und von dort in die größte Bonndorfer Anlage zwischen Wellendingen und Schwaningen, erläutert Ralf Selb die Zukunft. Zwar weise die Kläranlage Wittlekofen immer Wasseranalysewerte innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Parameter auf, so Selb, jedoch sei der Energieaufwand dieser kleinen Anlage etwa um das Achtfache je Einwohner und Jahr höher als bei der Bonndorfer Kläranlage.