Es ist ein kleiner Beitrag zur Mobilität im ländlichen Raum und zum Klimaschutz: Das Projekt Mitfahr-Bänkle, das jetzt, nach längerer Planungsphase, in Bonndorf und in Wutach verwirklicht wurde. Bürgermeister Marlon Jost gab am Freitagmittag den offiziellen Startschuss für das Projekt, das Autofahrer und Personen ohne fahrbaren Untersatz zusammenbringen soll, um ein gemeinsames „Reise“-Ziel zu erreichen.

Per Daumen kann deutlich gemacht werden, wohin die Reise gehen soll.
Per Daumen kann deutlich gemacht werden, wohin die Reise gehen soll. | Bild: Juliane Kühnemund

Der Individualverkehr innerhalb der Stadt Bonndorf und den Ortsteilen sowie in die angrenzenden Kommunen ist groß. Oftmals sind die Autos nur mit einer Person besetzt. Nicht motorisierte Bürgerinnen und Bürger haben dagegen Probleme, von A nach B zu kommen, lässt der ÖPNV im ländlichen Raum doch etwas zu wünschen übrig. Hier sollen nun die Mitfahr-Bänkle helfen, die quasi das frühere Trampen in modernerer und strukturierter Version wieder aufleben lassen.

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Die offizielle Einweihung der Bänkle fand vor der Tourist-Information in Bonndorf statt. Neben Bürgermeister Marlon Jost waren auch Corina Thoma als Vertreterin der Gemeinde Wutach, die Initiatorin Martha Weishaar und Grafikerin Diana Spielberger, die das Logo für die Mitfahr-Bänkle entworfen hat, gekommen.

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Marlon Jost bedankte sich zunächst bei Martha Weishaar für deren Beharrlichkeit, mit der sie dieses Mobilitätskonzept vorangetrieben hat. Zwei Jahre seien seit der Idee bis zur Umsetzung ins Land gezogen, wobei natürlich auch die Corona-Pandemie bei der Verzögerung eine Rolle gespielt habe. „Ich freue mich, dass es jetzt mit den Mitfahr-Bänkle geklappt hat“, so der Rathauschef, der anfügte, dass auch die Firmen Dunkermotoren und Hectronic sowie der Schmidts Markt mit ins Boot geholt werden konnten.

Auch die Kooperation mit der Gemeinde Wutach sei natürlich für die Bürgerinnen und Bürger beider Kommunen von Vorteil.

Tramp-Stationen

Neben den Mitfahr-Bänkle in Bonndorf wurden auch alle Ortsteile mit solchen „Tramp-Stationen“ ausgestattet, in Gündelwangen gibt es sogar zwei. Jeweils ein Bänkle wurde auch in Ewattingen, Münchingen und Lembach aufgestellt. Die Bänkle – außer an den Stellen, wo bereits Sitzgelegenheiten existieren – sind an ihrer blauen Farbe erkennbar. Außerdem weisen Tafeln darauf hin, das hier eine Mitfahrstation ist. Um den Autofahrern zu signalisieren, welches Ziel man gerne erreichen würde, kann auf der Tafel die Gemeinde oder der Ortsteil per verschiebbarem „trampendem Daumen“ eingestellt werden.

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„Jetzt hoffen wir, dass die Leute das Angebot auch annehmen und das Projekt keine Totgeburt wird“, meinte Initiatorin Martha Weishaar. Sie sieht in dem Projekt auch einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz auf lokaler Ebene. Jeder sollte im Kleinen bei sich selber anfangen und nicht nur nach der großen Politik rufen, machte sie ihre Überzeugung deutlich.

Weishaar hofft, dass auch die Märkte Aldi und Lidl noch mitziehen und Bänkle aufstellen werden. Und – ihre Ideen gehen noch weiter: „Man könnte noch weitere Gemeinden mit vernetzen und vielleicht noch eine App entwickeln, über die Mitfahrangebote und Mitfahrwünsche koordiniert werden könnten. Jetzt gehe es darum, die Möglichkeiten der Mitfahr-Bänkle breit zu kommunizieren, meinte Bürgermeister Marlon Jost, der hofft, dass das Projekt – zusammen fahren, Abgas sparen – , in das die Stadt 2600 Euro investiert hat, von den Bürgern genutzt wird.