Vor 60 Jahren schlossen Christa und Egon Riester aus Ewattingen den Bund der Ehe. Wenn am morgigen Sonntag die Eheleute in der Wutachmühle ihre diamantene Hochzeit feiern, gratulieren neben den drei Kindern, auch elf Enkel- und zwei Urenkel.

Wutachmühle bei Ewattingen

Das Leben von Christa und Egon Riester ist eng mit der jüngeren Geschichte der Wutachmühle verknüpft. Als die beiden am 25. Juli 1961 heirateten, bewirtschaftete die Familie Riester auf dem Anwesen an der Wutach eine Landwirtschaft, einen Gasthof, ein Sägewerk mit eigenem E-Werk und eine Getreidemühle. Egon Riester wurde 1935 in Jungingen/Hohenzollern geboren. Als er vier Jahre alt war, kaufte sein Vater Rudolf Riester 1939 die Wutachmühle in Ewattingen, die zuvor im Besitz der Gemeinde war. 1950 gründete Rudolf Riester eine Schreinerei gegenüber dem Sägewerk. Nach seinem Tod 1954 ging das Eigentum in eine Erbengemeinschaft über.

Blick auf die Lebensstationen

Egon Riester besuchte 1941 bis 1946 die Volksschule in Ewattingen. Von 1946 bis 1952 wohnte er in der Internatsschule in St. Blasien und lernte am Kolleg bis zur Mittleren Reife. Nach dem einjährigen Besuch der Handelsschule in Calw führte ihn der Weg zurück in die Wutachmühle. 1957 ereilte den jungen Mann ein schwerer Schicksalsschlag. Durch einen Verkehrsunfall erlitt Egon Riester zahlreiche Verletzungen und ist seither gehbehindert. Nichtsdestotrotz brachte er sich stets voll in das Unternehmen ein.

Es funkte beim Tanzen

Bei einer Tanzveranstaltung lernte Egon Riester Christa Heinemann kennen. Nachdem der Vater von Christa Heinemann in der Gefangenschaft in Polen verstorben war, betrieb sie mit ihrer Mutter, unterstützt von der jüngeren Schwester, die elterliche Landwirtschaft. Bereits ein Jahr vor der Hochzeit beschloss die Familie den Hof aufzugeben. Drei Jahre nach dem Kennenlernen wurde auf dem Lindenberg geheiratet. 1961 wurde die Erbengemeinschaft aufgelöst und Egon Riester übernahm alle Geschäftsbereiche. Die Schreinerei ging an den Schwiegersohn von Rudolf Riester über und damit in den Besitz von Albert Kuttruff.

Das Familienglück

Während Egon Riester Mann sich um das Sägewerk und die Mühle kümmerte, arbeitete Christa Riester meist in der Gaststube. Sohn Alex (1963) übernahm 1998 das Sägewerk, das bis 2019 in Betrieb war. Tochter Eva (1964) und Gisela (1970) komplettierten das Familienglück. Die Getreidemühle wurde im 1966 und die Gastwirtschaft 1990 von der Familie aufgegeben.