Die HeDu-Patenschaft zwischen dem Bildungszentrum Bonndorf sowie den Industrieunternehmen Dunkermotoren und Hectronic lässt sich durch die Corona-Pandemie nicht aushebeln. Am Donnerstag hat eine Delegation beider Firmen zehn CO²-Ampeln an die Schulen überbracht. Damit kann die aktuelle Luftbelastung mit Kohlendioxid gemessen werden. Außerdem wurden der Schule vorgefertigte Bausätze in Aussicht gestellt, aus denen die Schüler im Technikunterricht weitere Geräte zusammenbauen können, sobald dieser wieder in Präsenzform stattfinden kann.

Die HeDu-Ampel ist ein neues Gerät zum Messen des CO2-Gehalts in der Luft.
Die HeDu-Ampel ist ein neues Gerät zum Messen des CO2-Gehalts in der Luft. | Bild: Martha Weishaar

„An diesem Projekt zeigt sich, dass die Bildungspatenschaft mehr als eine Wortschöpfung und längst zur Bildungsfreundschaft geworden ist. Dass Sie auch während der Pandemie an unsere Schulen denken, freut mich ganz besonders“, würdigte Bürgermeister Michael Scharf die nicht nur großzügige, sondern auch themenrelevante Zuwendung. Homeoffice habe offenbar nicht nur schlechte Seiten, meinte der Bürgermeister im Hinblick darauf, dass der Prototyp der CO²-Ampeln im Rahmen der Arbeit zu Hause entstanden ist.

Die Entwicklung

Nico Leiber, der bei Dunkermotoren Sondermaschinen programmiert, entwickelte das Gerät in seinem Homeoffice. Dass der Techniker als ehemaliger Schüler der Bonndorfer Realschule über die HeDu-Ausbildungspartnerschaft zu seiner Elektronikerausbildung kam, erachtet Andreas Koliska, Ausbildungsleiter von Dunkermotoren, nachgerade als beispielhaft roten Faden des neuesten Projektes.

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„Zufällig lag ein Sensor auf meinem Schreibtisch herum, das brachte mich auf die Idee, so etwas zu probieren“, schildert Nico Leiber die Entstehung des Projekts. Es sei keine Neuerfindung. Vergleichbare Produkte gebe es in einer breiten Preisspanne. Die von ihm kreierte Version liege qualitativ gleichwohl in der Nähe hochpreisiger Angebote. Als er den Prototypen in der Firma vorgestellt habe, sei er nach anfänglicher Verwunderung auf große Begeisterung gestoßen, führt er weiter aus.

Jedes Büro will jetzt so eine Ampel

Mittlerweile sind 75 solcher CO²-Ampeln an verschiedenen Arbeitsplätzen in beiden Unternehmen installiert. „Jedes Büro will jetzt so eine Ampel“, beschreibt Daniel Kech, stellvertretender Ausbildungsleiter von Hectronic, die hohe Nachfrage. Die CO²-Ampel ist ein klassisches HeDu-Projekt und wird als „HeDu-Ampel“ betitelt. Auszubildende von Dunkermotoren fertigen die Gehäuse, ihre Hectronic-Kollegen bestücken und löten die Leiterplatten.

Die Funktionsweise

Die Geräte zeigen die Kohlendioxidkonzentration im Raum an. Laut Vorgaben des Bundesumweltamts sollte diese einen Wert von 1000 ppm (parts per million) nicht übersteigen. Schaltet die Ampel auf Rot, muss gelüftet werden. Gerade während der Corona-Pandemie ist regelmäßiges Lüften zwingend erforderlich. In der Betriebsamkeit des Arbeits- oder Schulalltags wird dies jedoch häufig vergessen.

Die Schulleiter Renate Scriba und Felix Lehr sowie Konrektor Michel-David Wöhr freuen sich über die Spende: „Die HeDu-Ampel erspart leidige Diskussionen über Zeitabstände und Notwendigkeit des Lüftens“, sind sich die Pädagogen einig.