Jetzt kann im Privatbereich mit bis zu 400 MBit/s, im Geschäftskundenbereich mit 1 GBit/s oder mehr gesurft werden. Nachdem das Breitbandnetz fertiggestellt wurde, ist nun auch Licht auf den Leitungen – der Highspeedzug ist in Fahrt –, die offizielle Inbetriebnahme wurde nun in kleinem Rahmen gefeiert. „Das funktionsfähige Glasfasernetz hat für die Gemeinde eine enorme Bedeutung“, sagte Bürgermeister Christian Mauch, und er fügte an, dass das Breitbandprojekt wohl das wichtigste Projekt in seiner bisherigen Amtszeit war. Gerade die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass Homeoffice und Homeschooling eben nur möglich sind, wenn eine leistungsfähige Internetverbindung vorhanden ist.

Langer und steiniger Weg

Der Weg hin zum Breitbandanschluss für jedes Haus sei ein langer und steiniger gewesen, blickte der Wutacher Bürgermeister zurück. Bereits im Jahr 2012 habe sich die Kommune mit der Thematik beschäftigt und bereits Leerrohre in den Straßenzügen verlegt. 2014 konnte dann mithilfe von Zuschüssen eine Zwischenlösung (Vectoring) für Lembach und Münchingen geschaffen werden, die bis dahin in der digitalen Steinzeit verharren mussten. Ebenfalls im Jahr 2014 wurden erste Planungen für das Kreis-Backbone-Netz gestartet.

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Um an Fördermittel zu kommen, musste in Wutach eine Markterkundung durchgeführt werden, im Anschluss daran wurden die Zuschussanträge gestellt. Rund 720.000 Euro wurden 2018 vom Land als Zuwendung bewilligt, gab Mauch bekannt und ergänzte, dass damit der Startschuss für den Ausbau des Ortsnetzes gefallen war. Parallel zu den Bauarbeiten wurden über Veranstaltungen und private Beratungen die Bürgerinnen und Bürger informiert.

Georg Vetter erläutert den Gemeinderatsvertretern die Technik im RVT-Verteiler. Bilder: Juliane Kühnemund
Georg Vetter erläutert den Gemeinderatsvertretern die Technik im RVT-Verteiler. Bilder: Juliane Kühnemund | Bild: Juliane Kühnemund

Über 90 Prozent der Hauseigentümer haben sich laut Mauch für einen Anschluss ans Glasfasernetz entschieden. Das zeige, wie wichtig die Digitalisierung ist, so der Bürgermeister. Lobende Worte fand der Rathauschef für das Ingenieurbüro Vetter, das die kompletten Planungen für den Breitbandausbau übernommen hatte, und für die Maier Bau GmbH, die die Arbeiten ausgeführt hat. Die Zusammenarbeit habe hervorragend geklappt, sagte der Bürgermeister.

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Georg Vetter gab noch einige Eckdaten zum Breitbandausbau bekannt. Es gab zwei Bauabschnitte: zum einen Ewattingen, Siedlung Lembach und Wutachmühle, zum anderen Ewattingen, Im Zinken, Wasserkraftanlage, Anbindung Neubaugebiet Münchingen. Nach Vetters Informationen wurden 7100 Meter Hauptleitung verlegt, verwirklicht wurden 235 Hausanschlüsse.

Netzbetreiber ist die Firma Stiegeler, und zur Einweihung war auch Marina Stiegeler gekommen, die sich freute, dass das Breitbandprojekt in Wutach fertiggestellt, das Netz aktiv ist. Die Projektkosten in Millionenhöhe bezeichnete sie als eine wichtige Investition in die Zukunft. Ein schneller und stabiler Internetzugang sei für Arbeit und Leben gleichermaßen unverzichtbar. Im Privatbereich könne jetzt mit bis zu 400 MBit/s, im Geschäftsbereich mit 1 GBit/s oder mehr gesurft werden, sagte Marina Stiegeler und ergänzte, dass auch Telefonie und bei Bedarf Fernsehen über den Anschluss laufen. Rund 60 Kunden haben bereits einen Vertrag abgeschlossen, knapp die Hälfte davon ist nach den Worten von Marina Stiegeler bereits angeschlossen.

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Einer, der schon vom Highspeednetz profitiert, ist Gemeinderat Wolfgang Dornfeld. Für ihn sei der Netzanschluss wie Weihnachten und Ostern zusammen. Ihm sei es nun möglich, vier Videokonferenzen parallel abzuhalten – ohne Stocken und mit scharfen Bildern. „Die Sache läuft vorbildlich, und hat 100 von 100 Punkten verdient“, sagte Wolfgang Dornfeld und fügte erfreut an: „Wir sind in der digitalen Zukunft angekommen.“ Christian Mauch machte am Ende noch darauf aufmerksam, dass der Breitbandausbau insgesamt ein Gemeinschaftsprojekt von Landkreis und den Kommunen ist. „Ohne Kreis-Backbone nützt auch ein Ortsnetz nichts“, so Mauch.

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Und ohne die Zuwendungen vom Land wäre die Sache nicht finanzierbar gewesen, ergänzte der Bürgermeister, und gab bekannt, dass für Wutach insgesamt Fördermittel in Höhe von 815.000 Euro bewilligt wurden. Die Gesamtkosten schätzt der Rathauschef auf etwa 1,7 bis 1,8 Millionen Euro für Wutach. Bei dem Mega-Projekt haben laut Mauch alle an einem Strang gezogen: Land, Kreis, die Kommunen – und in Wutach wurde die Sache immer vom Gemeinderat unterstützt. Die beteiligten Firmen Vetter, Maier Bau und Wassermann, sowie der Netzbetreiber Stiegeler haben laut Mauch beste Arbeit geleistet.

Einen Appell richtete Christian Mauch am Ende noch an die Bürger, einen Vertrag abzuschließen und das Breitbandnetz zu nutzen. Schließlich erhalte die Gemeinde eine Pacht pro Kunde, über die dann die Investitionen in den Netzbau nach und nach refinanziert werden können.