Die Klimabilanz der Stadt Bonndorf kann sich dank zweier Windkraft- und zahlreicher Photovoltaikanlagen sehen lassen. Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Senkung des Treibhausgases CO2 leisten die von der Firma Solarcomplex betriebenen Nahwärmenetze. Diese sollen nun weiter ausgebaut werden, wie Solarcomplex-Vorstand Bene Müller erläuterte.

Laut Müller werden in den nächsten Monaten ein Dutzend Gebäude neu angeschlossen, darunter befinden sich auch größere Verbraucher wie beispielsweise die Volksbank. Die von der Bundesregierung beschlossene CO2-Bepreisung, die seit Anfang 2021 greift und in den nächsten Jahren kontinuierlich ansteigen und Heizöl verteuern wird, nahm Solarcomplex zum Anlass, erneut Kontakt mit Gebäudeeigentümern aufzunehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Angeschrieben wurden Hausbesitzer, die eine Vorverlegung aufs Grundstück oder ins Gebäude haben. Geworben wurde dafür, die Wärmeübergabestation montieren zu lassen und auf Nahwärme umzusteigen. „Ziel war eine Sammelbestellung, damit die Bauarbeiten einigermaßen kosteneffizient durchgeführt werden können. Dieses Ziel wurde erreicht“, sagte Müller.

Die Zukunft

Solarcomplex macht darauf aufmerksam, dass es auch zukünftig möglich sein wird, Gebäude entlang der Trasse ans Wärmenetz anzuschließen. Dies gelte auch, wenn keine Vorverlegung existiert, die Straße also geöffnet und ein neues T-Stück gesetzt werden muss. Solarcomplex bittet allerdings darum, dass sich Hauseigentümer vorausschauend mit mehreren Monaten Vorlauf melden, da ein kurzfristiger baulicher Anschluss, zum Beispiel bei einem Kesseldefekt, nicht möglich sein wird.

Brand bei Adler

Beim Großbrand in der Fleischwarenfabrik Adler wurde auch die Übergabestation, die Wärme ins Netz der Solarcomplex AG einspeist, beeinträchtigt. Die Wärmeversorgung der an den Netzbereich Bonndorf II (Mitte) angeschlossenen Gebäudeeinheiten war dadurch ausgefallen.

Das könnte Sie auch interessieren

Solarcomplex konnte jedoch über einen Anschluss an einen anderen Netzbereich die Wärmeversorgung sichern. Mit Blick auf den kommenden Winter will das Unternehmen nach den Worten von Bene Müller einen weiteren Schritt einleiten, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Derzeit sei nämlich davon auszugehen, dass Adler in den kommenden Monaten noch keine Wärme liefern kann. „Auf dem Betriebsgelände bei Adler wird deshalb für die kommende Heizperiode eine zusätzliche mobile Heizzentrale auf Basis von Holzenergie errichtet“, sagte Müller. Eventuelle Beeinträchtigungen der Wärmekunden in Folge des Brandes seien ausgeschlossen.

Mobile Heizzentrale

Bene Müller erklärte weiter: „Aktuell läuft noch die Mitversorgung des Netzes Bonndorf-Mitte aus dem Netz Bonndorf-Weststadt. Alle rund 270 angeschlossenen Gebäude werden vollständig aus der Heizzentrale in der Bahnhofsstraße versorgt. Mit Beginn der eigentlichen Heizperiode wird die mobile Heizzentrale bei Adler zugeschaltet.“

Weitere Entwicklung

Solarcomplex-Vorstand Bene Müller ist im Übrigen zuversichtlich, dass sich die Wärmenetze in Bonndorf weiter entwickeln werden. „Wenn Wärmenetze einmal ein paar Jahre in Betrieb sind, kann man sehr schön verfolgen, dass diese sich kontinuierlich fortentwickeln. Mit Blick auf das mittelfristige Ziel der Klimaneutralität gehe ich davon aus, dass sich nach und nach alle Gebäude an bestehende regenerative Wärmenetze anschließen lassen.“